22. Dezember 2016 / 20:22 Uhr

Für Draxler gibt's mehr Geld als gedacht!

Für Draxler gibt's mehr Geld als gedacht!

Andreas Pahlmann
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
 Abschied: Am Freitag soll der Wechsel von Julian Draxler zu Paris St. Germain verkündet werden.
Abschied: Am Freitag soll der Wechsel von Julian Draxler zu Paris St. Germain verkündet werden.
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Ein paar Unterlagen müssen noch hin und her wandern, aber der Rahmen ist seit Donnerstag ausgehandelt: Julian Draxler wechselt vom VfL zu Paris St. Germain! Der Wolfsburger Fußball-Bundesligist kassiert dafür eine Ablöse von bis zu 46 Millionen Euro.

Läuft alles wie geplant, wird der Deal am Freitag verkündet. Weil die letzten Unterschriften noch fehlen, hielt sich VfL-Sportchef Olaf Rebbe am Donnerstag noch bedeckt, sagte lediglich: „Wir sind in engem Austausch mit Julian und seinem Berater. Es wird an einer für alle Seiten optimalen Lösung gearbeitet.“

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Optimal für Draxler: Er bekommt seinen seit Sommer gehegten Wechselwunsch erfüllt. Optimal für den VfL: Er ist den größten Problemfall seines Kaders los - und erzielt eine Ablöse, die noch über den zunächst als Minimalforderung veranschlagten 36 Millionen Euro liegt.

41 Millionen Euro gibt es als Grundbetrag für den VfL, insgesamt können es bis zu 46 Millionen Euro werden - wenn Draxler, dessen PSG-Vertrag bis 2021 läuft, auf eine bestimmte Anzahl Pflichtspiele kommt und mit seinem neuen Klub Titel gewinnt. Eingetütet hat der VfL den Deal mit PSG-Sportdirektor Patrick Kluivert. Der ehemalige holländische Nationalspieler galt Klub-intern als größter Fürsprecher der Draxler-Verpflichtung.

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Der 23-jährige Nationalspieler war im Sommer 2015 vom FC Schalke 04 zum VfL gewechselt und sollte dort Offensiv-Superstar Kevin De Bruyne ersetzen. In Wolfsburg wurde Draxler aber nie heimisch, hatte früh Wechselgedanken und forderte seinen Abschied im August in einem spektakulären Ich-will-weg-Interview ein. Dass es eine Zusage für einen Wechsel gebe, wie Draxler behauptete, hatte der VfL energisch abgestritten.

Sportlich überzeugte Draxler, der zwischendurch von den eigenen Fans ausgepfiffen wurde und seinen Wechselwunsch erneuerte, fast nie. „Es war die schlimmste Hinrunde meines Lebens“, so Draxler zur Bild. Und er gab zu: „Nach dem Bayern-Spiel (Anm.: bei dem er nicht im Kader war), habe ich eigentlich gedacht, dass ich bis zur Winterpause nicht mehr spiele. Aber ich habe einfach versucht, im Training weiter Gas zu geben. Das ist man der Mannschaft auch schuldig.“

Sein bestes Spiel machte er ausgerechnet am vergangenen Dienstag beim 2:1-Sieg des VfL in Mönchengladbach, gab die Vorlage zum Siegtor von Mario Gomez. Seit Donnerstag steht fest, was keine Überraschung mehr war: Es war seine Abschiedsvorstellung.