10. Februar 2021 / 16:00 Uhr

Für eine zweite Eisfläche in Wolfsburg: Young Grizzlys wollen Eis-Allianz formen

Für eine zweite Eisfläche in Wolfsburg: Young Grizzlys wollen Eis-Allianz formen

Yannik Haustein
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Volle Fahrt voraus: Nicht nur die Young Grizzlys wünschen sich eine zweite Eisfläche für Wolfsburg, wollen nun dafür eine Eis-Allianz formen. Denn es geht nicht nur um die Eishockeysportler.
Volle Fahrt voraus: Nicht nur die Young Grizzlys wünschen sich eine zweite Eisfläche für Wolfsburg, wollen nun dafür eine Eis-Allianz formen. Denn es geht nicht nur um die Eishockeysportler. © Grizzlys Wolfsburg/City-Press GmbH/Privat
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Seit Jahren ist eine zweite Eisfläche in Wolfsburg ein Thema, Bewegung ist in die Sache aber nie gekommen. Das wollen die Young Grizzlys nun ändern und mit einer Eis-Allianz den Dialog anschieben.

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Die Eis-Arena ist nicht nur das Zuhause der Grizzlys Wolfsburg, neben den Eishockey-Profis sind auch der Nachwuchs der Young Grizzlys, Hobbyteams sowie die Eiskunstläufer des TV Jahn Wolfsburg in der Halle beheimatet. Hinzu kommen öffentliche Laufzeiten - die Nachfrage ist aber bei weitem nicht abgedeckt. Um den Dialog zu einer zweiten Eisfläche in Wolfsburg anzuschieben, wollen die Young Grizzlys nun eine Eis-Allianz formen.

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Eine zweite Fläche ist schon seit langem ein Thema, das aber noch keine Umsetzung erfahren hat. "Es ist klar, dass wir mehr Eis brauchen, aber auch Amateur- und Hobbymannschaften und andere Eissportler. Es ist uns aber auch nicht möglich, noch etwas abzugeben", sagt Frank Müller, 1. Vorsitzender des Stammvereins EHC Grizzly Adams. Um eine zweite Hightech-Halle gehe es dabei aber nicht, eine Eisfläche mit ein wenig Platz für Zuschauer und ausreichend Kabinen würde bereits reichen.

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Deshalb wollen die Young Grizzlys nun das Gespräch ankurbeln. Die Idee: "Gemeinsam mit Vertretern von Amateur- und Hobbymannschaften, Vereinen und Eissportlern die Entscheidungsträger der Stadt an einen Tisch bringen und überlegen, was die Mindestanforderungen an eine zweite Fläche sind. Darüber wollen wir sprechen - und ein Bekenntnis", so der 3. EHC-Vorsitzende Norbert Blyszcz. "Egal in welche Richtung. Man kann mit Zahlen um sich schmeißen, erreicht damit aber nichts konkretes. Wir wollen herausbekommen, über welche Summen wir überhaupt sprechen."

Denn der Kalender der Eis-Arena ist stets bis zum Rand gefüllt: Es fehlen Trainingszeiten, auch bei Spielzeiten wird es oft schwierig. "Gerade zu den Zeiten, die vom DEB angesetzt sind", so Müller. Die früheste Zeit im Spielplan sieht einen Beginn um 16.30 Uhr für Nachwuchsteams vor, "mit dem Wohlwollen der anderen Teams spielen wir aber oft schon um 12.30, 13.30 oder 14.30 Uhr. Das wird nicht immer so weitergehen können, wir haben schon gehört, dass manche Vereine das nicht gut finden", betont Müller.


Auch bei den Kabinen herrschen Engpässe, wie der 3. EHC-Vorsitzende Norbert Blyszcz verdeutlicht: "Wir sind da auf die Hilfe der Profis angewiesen, um die Gästekabine zu bekommen. Das klappt aber nur, wenn der nächste DEL-Gegner nicht frühzeitig anreist und selbst die Kabine braucht", so Blyszcz. Problematisch werde es auch mit der Eishockey-Schule mit bis zu 80 Kindern. "Wir wollen möglichst viele Kindern zum Sport bringen, haben die soziale Verantwortung. Aber wir mussten schon überlegen, eine Grenze bei der Teilnehmerzahl zu setzen."

Es gehe auch um alle anderen Eissportler in der Region, betonen Müller und Blyszscz. Natürlich haben sie auch die Entwicklung des Eishockey-Standorts Wolfsburg im Hinterkopf - und die kann ohne zweite Fläche nicht weitergehen. Auch sportlich nicht, wie Müller erklärt: "Wenn unsere U20 in die DNL II aufsteigen würde, dann könnte sie es wegen der Zeiten nicht. Da wird um 19.30 Uhr gespielt, und es ist eine deutschlandweite Gruppe - wenn wir um 13.30 Uhr gegen Riessersee spielen wollen würden, müsste der SC nachts um 3 Uhr losfahren." Die deutliche Nachricht: "Wir sind am Limit."

In einer ähnlichen Situation befinden sich die Standorte Kassel und Crimmitschau, die aber zusätzliche Eisflächen bekommen sollen. "Das hat uns die Augen geöffnet", so Blyszcz. "Wir wollen uns weiterentwickeln, das muss als DEL-Standort der Anspruch sein. Aber uns ist es auch besonders wichtig, an die anderen Eissportler zu denken, es geht uns nicht ausschließlich um Eishockey."

Langfristig würde eine zweite Eisfläche sogar Geld sparen: Das Fünf-Sterne-Programm des DEB sieht Boni oder Strafzahlungen je nach Einstufung der Jugend-Förderung an den Standorten vor, Wolfsburg erfüllt nur die Voraussetzungen für drei Sterne. Das bedeutet Strafzahlungen, die wiederum anderen Standorten zugute kommen - damit unterstützen Wolfsburger Sponsoren indirekt andere Standorte. "Die Strafsummen, die jährlich an den DEB gehen, würden uns helfen, das ist viel Geld", sagt Blyszcz.

Die Allianz steckt noch in den Kinderschuhen, Interessierte und Unterstützer können sich unter EisAllianz@Wolfsburg.de per Mail melden.