08. März 2022 / 20:18 Uhr

Für Kohfeldt schließt sich in Freiburg ein Kreis: "Es ist deutlich mehr meine Mannschaft"

Für Kohfeldt schließt sich in Freiburg ein Kreis: "Es ist deutlich mehr meine Mannschaft"

Marcel Westermann
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Der VfL-Kreis schließt sich: Das Hinrunden-Spiel gegen Freiburg war das letzte vor der Kohfeldt-Verpflichtung.
Der VfL-Kreis schließt sich: Das Hinrunden-Spiel gegen Freiburg war das letzte vor der Kohfeldt-Verpflichtung. © (c) dpa-Zentralbild
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Für Florian Kohfeldt schließt sich am Samstag mit dem Spiel gegen den SC Freiburg ein Kreis. Dann hat der Coach mit dem VfL Wolfsburg gegen jeden Gegner einmal gespielt. Er blickt auf ein durchwachsenes erstes Halbjahr zurück.

Mit dem Spiel am Samstag (15.30 Uhr) beim SC Freiburg schließt sich für Florian Kohfeldt ein Kreis - dann hat der 39-Jährige als VfL-Trainer gegen jeden Fußball-Bundesligisten einmal gespielt. Es waren tolle Auftritte und weniger gute Leistungen dabei, aber der Coach hat die Wolfsburger in den vergangenen Wochen stabilisiert und sie vorerst aus der Abstiegszone geführt. Kohfeldt weiß jedoch auch, dass es spielerisch noch besser werden muss.

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Mit einem 2:0-Sieg in Leverkusen ging für Kohfeldt in Wolfsburg alles los, es folgte ein 2:1-Erfolg gegen RB Salzburg in der Champions League, ehe es ein 1:0 gegen Augsburg gab. "Die Champions League war prägend, vor allem das Spiel gegen Salzburg, aber auch das Spiel in Leverkusen", erinnert sich Kohfeldt gern zurück. "Aber es gibt auch das eine oder andere Spiel, das ich schon vergessen habe..." Dazu dürfte der Coach unter anderem das 0:3 in Mainz kurz vor Weihnachten oder das 0:1 beim VfL Bochum zum Rückrundenstart meinen. Denn bis zu letzterem Spiel waren kaum Fortschritte unter Kohfeldt zu erkennen. "Als wir angefangen haben, hier zusammenzuarbeiten, hat wohl niemand inklusive mir erwartet, dass wir durch so ein schweres Tal gehen müssen, wie es bis inklusive des Bochum-Spiels der Fall war."

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Danach ging es langsam bergauf. Es kamen zwar noch zwei weitere Sieglos-Partien dazu, doch mit dem 4:1-Erfolg gegen Greuther Fürth beendete der VfL Anfang Februar eine Serie von elf Partien ohne Erfolg. Und jetzt haben die Wolfsburger aus fünf Spielen satte zehn Zähler geholt und den Abstand auf Relegationsplatz 16 auf acht Punkte ausgebaut. Der Trainer konnte dem Team mehr und mehr seine Handschrift aufdrücken. "Es ist deutlich mehr meine Mannschaft als noch im Oktober", sagt Kohfeldt, für den es "eine sehr prägende Hinserie" war. "Ich finde, dass wir uns mit sehr viel Arbeit und Mentalität aus dieser Phase rausgekämpft haben, auch wenn noch nichts vorbei ist." Nichts vorbei - damit meint der Coach, dass die Wolfsburger noch längst nicht in sicherem Fahrwasser sind.

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Um das zu erreichen, muss der VfL Punkte sammeln und spielerisch weiter zulegen. Auch läuferisch ist noch Luft nach oben. Denn nach Mainz sind die Wolfsburger das Team, das insgesamt am wenigsten gelaufen ist in dieser Saison - dabei war das in der vergangenen Spielzeit noch eine ihrer Stärken. "Die Gesamtlaufleistung ist für mich nicht ganz so wichtig, eher Sprints und intensive Läufe", sagt Kohfeldt. Aber die muss es zu den richtigen Zeitpunkten geben. Zur Einordnung: In Sachen Sprints und intensive Läufe liegt Wolfsburg im Mittelfeld. "Was wir momentan nicht machen – und das besprechen wir auch mit der Mannschaft – sind die 40-Meter-Sprints in die Tiefe. Den 40-Meter-Sprint nach hinten machen wir hingegen immer", erklärt Kohfeldt.

Von einem Willensproblem wollte der Trainer aber nicht sprechen. Auch sei er "weit davon entfernt, von einem Fitness-Problem zu sprechen", denn "wenn es das Spiel wie beispielsweise in Frankfurt erfordert, sind wir in der Lage, diese Intensität zu gehen". Gegen die Berliner sei das anders gewesen, "da habe ich uns nicht am Limit gesehen". Gegen Freiburg muss also wieder mehr kommen. "Das ist ein 50:50-Spiel. Sie verteidigen ähnlich wie Union, sind aber kombinationssicherer", sagt Kohfeldt. "Wir müssen also noch mehr bringen, um etwas mitzunehmen."