06. September 2019 / 10:04 Uhr

Für Toni Finsterbusch neigt sich eine ernüchternde Saison dem Ende zu

Für Toni Finsterbusch neigt sich eine ernüchternde Saison dem Ende zu

Johannes David
Leipziger Volkszeitung
Toni Finsterbusch beim IDM Rennen 2019 in Most
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Toni Finsterbusch beim IDM Rennen 2019 in Most . © Archiv
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Am Wochenende findet das vorletzte Rennen der diesjährigen IDM im niederländischen Assen statt. Aktuell befindet sich Finsterbusch auf dem achten Platz der Königsklasse Superbike 1000.

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Hohenossig/Assen. Die Ambitionen vor Saisonbeginn waren klar und deutlich. Regelmäßig ums Podest mitfahren, lautete der schlicht-schwierige Plan von Toni Finsterbusch und seinem Teamchef Thomas Mayer. Wenn nun am Wochenende die vorletzte Station der Internationalen Deutschen Motorradmeisterschaft (IDM) im niederländischen Assen wartet, müssen die beiden ernüchtert feststellen: Das war nicht mehr als ein frommer Wunschgedanke. Finsterbusch liegt auf Gesamtrang acht der Königsklasse Superbike 1000, bestes Ergebnis bisher ein vierter Platz auf dem Lausitzring. Ansonsten herrschte viel Tristesse. Ausfälle, Pleiten, Verletzungspech, Pannen. Entsprechend klingt die Ansage für die Zielgerade des Mopedjahres: „Zurück-fallen will ich nicht, aber viel zu holen ist auch nicht mehr, um ehrlich zu sein“, bekundet Finsterbusch.

Was bleibt dem 26-Jährigen aus Hohenossig auch? Augenwischerei ist nicht sein Ding, dafür haben Mensch und Maschine bisher zu wenig überzeugt. Immerhin sind Schulterprobleme und Fußverletzung überstanden. Und die Reise ins holländische Motorsportmekka bescherte dem Nordsachsen einige der Höhepunkte seiner Karriere. Im Weltmeisterschaftsjahr 2012 fuhr er hier als 14. zwei seiner insgesamt sieben WM-Punkte in der Moto 3 ein. Trotzdem sind die Erinnerungen nicht gänzlich rosarot eingefärbt. „Ich fahre gern dort und im Rennen lief´s vergangenes Jahr verhältnismäßig gut, aber wir kommen dort an einen gewissen Punkt, wo es dann schwer geht“, sagt Finsterbusch.

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Finsterbusch wünscht sich ein Regenrennen

Ob sich heuer ergründen lässt, woran es en detail hakt, darf man zumindest bezweifeln. Kürze der Zeit und Unberechenbarkeit des Wetters machen das Unterfangen mindestens komplex. Für das heutige Freie Training rechnen die Hexer des Fachgebiets Meteorologie mit Regen. Den würde sich Nässe-Spezialist Finsterbusch eigentlich für das Rennen am Sonntag wünschen. Dann soll – natürlich – die Sonne scheinen. So wird´s doppelt schwierig, sind im Training auf glitschigem Untergrund keine brauchbaren Erkenntnisse für den staubigen Ernstfall zu erwarten. „Ich hätte schon gern mal wieder ein Regenrennen, da bin ich immer gut zurechtgekommen“, erzählt Finsterbusch, wohlwissend um die Gefahr. „Auf nasser Strecke musst du erstmal durchkommen. Da kann schneller was passieren.“

Angesichts seiner diesjährigen Sturzbilanz gibt der 26-Jährige gern zu, dass weniger Risiko manchmal mehr sein kann, dafür nimmt er auch weniger spektakuläre Ergebnisse in Kauf. „Ich will lieber solide noch ein paar Punkte einfahren, ein paar vernünftige Rennen hinbekommen und die Zielflagge sehen.“ Nach den Rückschlägen der jüngsten Zeit sind die großen Ambitionen den Freuden an kleinen Erfolgen gewichen. Jedenfalls fast. „Ein Highlight will ich noch setzen“, kündigt Finsterbusch an, „in Hockenheim lief es für uns letztes Jahr ganz gut.“ Dort steigt Ende September das finale Renn-Wochenende 2019.

Die Planungen und Ambitionen für 2020 sind unterdessen, obwohl sich die Saison dem Ende neigt, unklar. „Darüber haben wir noch nicht wirklich gesprochen. Alles ist offen“, sagt Finsterbusch.