03. Januar 2022 / 15:38 Uhr

"Für uns ist das ein Neustart": RB Leipzig hat viel zu tun und wenig Zeit dafür

"Für uns ist das ein Neustart": RB Leipzig hat viel zu tun und wenig Zeit dafür

Antje Henselin-Rudolph
Leipziger Volkszeitung
SINSHEIM, GERMANY - NOVEMBER 20: Peter Gulacsi of RB Leipzig looks on during the Bundesliga match between TSG Hoffenheim and RB Leipzig at PreZero-Arena on November 20, 2021 in Sinsheim, Germany. (Photo by Sebastian Widmann/Getty Images)
RB-Kapitän Peter Gulacsi will keine Ausreden mehr gelten lassen. © Getty Images
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Ein Champions-League-Platz soll es am Saisonende sein. Bis dahin hat RB Leipzig 17 Bundesliga-Spiele vor der Brust. Dir Vorbereitungszeit auf die Rückrunde: fünf ganze Tage. Der Rückstand auf Platz vier: sieben Punkte. Kapitän Peter Gulacsi hat nach dem ersten gemeinsamen Training erklärt, worauf es jetzt ankommt. Ausreden? Die gibt es für den 31-Jährigen ab sofort nicht mehr.

Leipzig. Fünf Tage bleiben RB Leipzig unter dem neuen Coach Domenico Tedesco, um Form und Fahrt aufzunehmen für die Rückrunde der Fußball-Bundesliga. Am Montagvormittag traf sich das Team am Cottaweg zur ersten gemeinsamen Trainingseinheit. Am Samstag (15.30 Uhr) wartet mit dem 1. FSV Mainz 05 der erste Gegner. Viel Zeit ist also nicht, um an all den Dingen zu arbeiten, die in der Hinrunde schief liefen und nun dringend besser werden müssen, will man am Cottaweg das Saisonziel Champions-League-Platz nicht aus den Augen verlieren. Aktuell ist ein solcher sieben Punkte entfernt.

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Es gibt viel zu tun

Spielkontrolle, Kontinuität und Konstanz - daran wolle man vor allem arbeiten, erklärte Kapitän Peter Gulacsi nach dem Aufgalopp am Montag. "Für uns ist das ein Neustart. In den letzten drei Spielen hatten wir eine bessere Kontrolle. Das Spiel gegen Bielefeld hat aber gezeigt, dass wir mehr Lösungen im letzten Drittel brauchen." Auch die Abwehrleistung sei ein Thema. "Nur drei Mal zu null ist einfach zu wenig", so der Keeper. "Da bin auch ich selbst gefragt." In der Vorsaison waren es zur Saisonhalbzeit sieben Partien ohne Gegentor gewesen.

Viel Arbeit, wenig Zeit. War es da klug, erst nach dem Jahreswechsel wieder ins Training einzusteigen? "Das wird man erst am Wochenende sehen." Er könne die Argumente für und gegen den späteren Einstieg ins Training nachvollziehen, so Gulacsi. "Viele von uns hatten durch die EM eine kurze Sommerpause. In diesem Jahr stehen vier Nations-League-Spiele an, die Liga startet im Sommer früher, im Winter ist dann WM. Da ist wieder nicht viel Zeit für Pausen." Ihm persönlich habe es gut getan, Zeit mit der Familie zu verbringen. Die Gulacsis verlebten den Jahreswechsel in Dubai.

Die knappe Zeit, ist nicht RB Leipzigs einziges Problem in der Mini-Vorbereitung. Ein anderes ist die Personallage. Eine Corona-Welle und diverse verletzte Leistungsträger sorgten zuletzt für eine recht leere Ersatzbank. "Wir hatten nicht so viele Möglichkeiten zu rotieren und ein bisschen Frische reinzubringen", so Gulacsi. Deshalb sei es wichtig, dass mit Lukas Klostermann und Yussuf Poulsen zwei wichtige Stützen wieder mitmachen können. Vor allem der Däne habe gefehlt, bekannte der Kapitän. Es sei aber wichtig, dass alle fit werden, auch Marcel Halstenberg, Konrad Laimer und Emil Forsberg.

U19-Spieler verstärken Trainingsgruppe

Poulsens Rückkehr ist auch deshalb so wichtig, weil RB die Stürmer ausgehen. André Silva wurde im Heimaturlaub in Portugal positiv auf Corona getestet, sitzt noch daheim fest. Die Rückkehr erhofft sich der Club zwar in dieser Woche. Ob es dann für das Spielgegen Mainz schon reicht, blieb am Montag unklar. Brian Brobbey wurde bekanntlich an Ajax Amsterdam verliehen. Bleiben nur noch Nachwuchs-Hoffnung Hugo Novoa und eben Poulsen. Denn Christopher Nkunku, der sich auch schon erfolgreich als Angreifer versucht hatte, befindet sich ebenfalls in Corona-Quarantäne, allerdings nicht in Portugal, sondern in Frankreich. Neben Silva und Nkunku trifft das im Übrigen noch auf vier weitere Profis zu.

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Überbordend groß war die Trainingsgruppe zum Auftakt am Montag demnach nicht. Denn neben den von Corona Betroffenen und den länger Verletzten fehlten auch Amadou Haidara und Ilaix Moriba, die beide direkt zum Afrika Cup gereist sind. Coach Tedesco füllte den Kader deshalb vorübergehend mit Fabian Eutinger, Mehmet Ibrahimi, Michael Kostka, Julius Pfennig und Eric Uhlmann aus der U19 auf. Zudem ist Fabrice Hartmann zurück. Seine Leihe zum SC Paderborn wurde seitens des Zweitligisten vorzeitig beendet.


Von all dem will Peter Gulacsi indes nichts wissen. "Corona oder wer verletzt fehlt, das sind alles keine Ausreden mehr", sagt er. "Es kommt jetzt darauf an, dass wir gut fokussiert arbeiten. Das ist eine sehr wichtige Phase. Und sie hat heute begonnen."