21. Januar 2021 / 20:35 Uhr

Furchners Brustlöser: Aber die Grizzlys werden nicht euphorisch

Furchners Brustlöser: Aber die Grizzlys werden nicht euphorisch

Jürgen Braun
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
(L-R) Jeffrey Likens, Julian Melchiori und Sebastian Furchner von den Grizzlys Wolfsburg feiern das Tor zum 3:1 wŠhrend des Spiels zwischen die Grizzlys Wolfsburg gegen die Krefeld Pinguine am 20.12.2020 in Wolfsburg, Deutschland. (Foto von Moritz Eden/City-Press GmbH)
Jetzt soll weiter gepunktet werden: Jeff Likens, Julian Melchiori, Sebastian Furchner, Matti Järvinen und die Grizzlys Wolfsburg bleiben nach dem Sieg in Krefeld dennoch auf dem Teppich. © Grizzlys Wolfsburg/City-Press GmbH
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War es der Brustlöser? Bei den Grizzlys Wolfsburg herrschte nach dem 3:2 in Krefeld Erleichterung, am Sonntag kommt mit Bremerhaven ein anderes Kaliber als Gegner. Da will Wolfsburgs Eishockey-Erstligist um Rekord-Mann Sebastian Furchner beweisen, dass die Leistungskurve nach oben zeigt. 

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Acht Spiele ohne Dreier, insgesamt mehr Niederlagen als Siege, bei Eishockey-Erstligist Grizzlys Wolfsburg hing der Haussegen ein wenig schief, der Druck auf Chefcoach Pat Cortina war groß. Beim 3:2 am Mittwoch in Krefeld gelang der erste Dreier seit Saisonstart (erneut gegen allerdings nicht konkurrenzfähige Pinguine, die noch keinen Punkt haben).

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Sebastian Furchner hatte mit dem Treffer zum 3:2 den Game Winner erzielt: Gekonnt abgeschlossen, es war das 286. Tor des 38-Jährigen im Oberhaus. "Ich kenne natürlich die Zahlen, das ist schon so ein Tor, auf das man im Rückblick schaut." Denn nun steht er allein auf Platz drei der ewigen DEL-Torjäger-Liste, den er sich zuvor noch mit dem nicht mehr in der Liga aktiven Thomas Greilinger geteilt hatte. "Ich hatte immer das Glück, in Top-Mannschaften zu spielen", sagt Furchner. Es waren nur zwei im Oberhaus. Köln und Wolfsburg. Nur drei Spieler absolvierten mehr DEL-Einsätze, er könnte es in dieser Spielzeit noch bis auf Platz zwei bringen.

Wichtiger als sein Tor ("Ich hoffe natürlich, dass mir noch mehr gelingen") war ihm allerdings der Sieg. "Verdient", meinte der Kapitän. "Über weite Strecken war die Art und Weise in Ordnung." Genau wie Coach Pat Cortina bemängelte er aber, dass es auch wieder Phasen gab, in denen es zu kompliziert zuging, der Gegner so ins Spiel gebracht wurde. Zu den Krefelder Toren allerdings hatten schlimme Fehler geführt, die defensive Arbeit an sich war okay. Wenn auch nicht immer.

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Gut war, so Cortina, "die Reaktion nach dem Gegentor. Das Tor hätte uns zerstören können, tat es aber nicht." Danach fanden die Grizzlys nämlich wieder ihre Linie. "Wichtig waren vor allem die drei Punkte", sagte Furchner. Auch ihm behagte nicht, dass es streckenweise nicht rund lief, der Spielplan verlassen wurde. Der Coach analysierte: „Halten wir es im Offensivspiel einfach, stehen wir defensiv auch gut. Werden wir zu kompliziert, wird es offensiv und defensiv schlechter.“ Man wisse, dass man noch Luft nach oben habe, sagte der Kapitän. Deshalb habe ihm auch die Reaktion nach dem Spiel gefallen: Es gab keine Euphorie – „wir wussten es einzuschätzen, jeder weiß, wir müssen weiter arbeiten".

Der Sieg "sollte uns Selbstvertrauen geben", sagt Cortina vor dem Heimspiel am Sonntag (14.30 Uhr) gegen Bremerhaven - ein Top-Team der Nord-Gruppe. "Fürs Gemüt und fürs Selbstvertrauen war der Sieg in Krefeld wichtig", sagt Manager Charly Fliegauf. "Aber wir sollten ihn abhaken, sollten ihn am Sonntag veredeln, dann ist dieser Sieg mehr wert." Dass die Grizzlys zulegen müssen, sei klar, aber, so Ex-Profi Fliegauf, „Sport spielt sich zu 80 Prozent im Kopf ab, die Situation vor dem Krefeld-Spiel war eine andere als sie jetzt ist.“ Ein Blick auf die Tabelle macht klar, dass Wolfsburg zurück ist im Geschäft um Minimalziel Platz vier - und bestätigt auch des Managers Einschätzung: Erst Punkte gegen Bremerhaven geben dem Sieg in Krefeld Gewicht.