23. November 2021 / 21:51 Uhr

Furchner mit Doppelpack: Grizzlys Wolfsburg 4:2 gegen Düsseldorfer EG

Furchner mit Doppelpack: Grizzlys Wolfsburg 4:2 gegen Düsseldorfer EG

Jürgen Braun und Sven Grosche
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
copy of Die Spieler der Grizzlys Wolfsburg feiern das Tor zum 1:1 wŠhrend des Spiels zwischen den Grizzlys Wolfsburg gegen die DŸsseldorfer EG am 23.11.2021 in Wolfsburg, Deutschland. (Foto von Mathias Renner/City-Press GmbH)
Da kommt Freude auf: Die Grizzlys schlugen die Düsseldorfer EG. © City-Press Gmbh/Grizzlys Wolfsburg
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Die Grizzlys Wolfsburg festigten ihre Position in der Spitzengruppe des Eishockey-Oberhauses, schlugen am Dienstag die Düsseldorfer EG mit 4:2.

Eishockey-Erstligist Grizzlys Wolfsburg setzt sich oben fest, steckte am Dienstag einen Rückstand gegen die Düsseldorfer EG weg und gewann mit 4:2 (0:1, 3:0, 1:1). Sebastian Furchner traf vor 1260 Zuschauern doppelt, außerdem waren Spencer Machacek und Darren Archibald für die Gastgeber erfolgreich.

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Das Personal

Bei den Grizzlys gab es eine kleine Änderung bei den Feldspielern: Armin Wurm bekam eine Pause, der offensiv stärkere Janik Möser rückte für ihn rein. Und im Tor war Chet Pickard mal wieder für Dustin Strahlmeier dran.

Das Spiel

Für die Gastgeber ging es ganz schlecht los. Düsseldorf führte früh durch einen Blitztreffer: Brett Olson hatte das Bully gewonnen, Cedric Schiemenz stocherte, Tobias Eder fiel der Puck praktisch genau in die Schwungbahn des Schlägers, er fegte ihn rein - keine Chance für Pickard. Die Grizzlys schüttelten sich das aber aus dem Pelz, bauten zunehmend Druck auf. Doch sie blieben wie schon am Sonntag in Schwenningen glücklos.

Die DEG hatte kaum Zeit mit dem Puck, Wolfsburgs Forecheck passte, in der einzigen Unterzahl des ersten Abschnitts ließen die Niedersachsen nichts zu, doch weder Trevor Mingoia, der einen Machacek-Schuss abfälschte, noch Furchner oder Toto Rech bekamen die Scheibe an Marco Pantkowski vorbei. Sekunden vor der ersten Sirene gab Machacek noch einmal alles, setzte die DEG-Deckung unter Druck, scheiterte aber auch an Pantkowski. Mit Blick auf die Nullnummer am Sonntag (0:1 in Schwenningen) meinte Julian Melchiori zur ersten Pause: "Toreschießen ist eigentlich unsere Stärke, dass es mal ein Spiel nicht klappt, passiert, aber wir werden Treffer generieren."

Melchiori behält Recht

Melchiori behielt Recht. Es dauerte nur 35 Sekunden im zweiten Abschnitt, da traf Machacek, konnte nach starkem Forecheck mit Gerrit Fauser plötzlich allein aufs Tor zufahren und glich aus. 55 Sekunden später stand es 2:1. Janik Möser hatte gut geschossen, Furchner fälschte entscheidend ab. Die Gastgeber traten weiter aufs Gaspedal, hatten erst mal wieder Pech, unter anderem wurde Trevor Mingoia noch im letzten Moment von Brendan O'Donnell gestört. Erst spät meldete sich die DEG mal, Pickard war aber mächtig gefordert gegen Brett Olson und Stephen Macaulay, hielt stark. Und dann war Wolfsburg wieder da: Archibald trat über links mal an, versuchte es aus spitzem Winkel, der Puck traf die Beinschiene des Keepers - drin, 3:1.

Szenen vom Spiel Grizzlys Wolfsburg gegen Düsseldorfer EG

Szenen vom Eishockey-Spiel der Grizzlys Wolfsburg gegen die Düsseldorfer EG Zur Galerie
Szenen vom Eishockey-Spiel der Grizzlys Wolfsburg gegen die Düsseldorfer EG © Grizzlys Wolfsburg / City-Press GmbH, Boris Baschin

Zum Schluss-Abschnitt ging bei der DEG Henrik Hane in den Kasten, bald darauf gab es für Fauser eine harte Strafe, Düsseldorf nutzte die Überzahl durch Alexander Barta. Es war wieder spannend. Und wie. Wolfsburg in Überzahl, Chris DeSousa kommt zu Fall, der Konter läuft, Pickard mit Glanzparade gegen Brendan O'Donnell. Wolfsburg hatte weiter mehr vom Spiel, wurde aber eine ganze Weile nicht mehr ganz so zwingend wie im zweiten Abschnitt. Und Hane leistete sich keinen Wackler. Vier Minuten vor Schluss tauchte dann Machacek allein vor ihm auf - und scheiterte. Eine Minute später brachte Garrett Festerling nach Traum-Vorabeit von Melchiori die Scheibe nicht rein. Die DEG versuchte, den Ausgleich mit einem Extra-Angreifer zu erzwingen, dann band Furchner den Sack ins leere Netz zu. Mit seinem 298. DEL-Tor.


Nur in zwei der vorhergehenden Spiele hatte die DEG mehr als zwei Tore geschossen - und auch nur diese Spiele gewonnen. Das fünfte kam dazu. Besonders erfreulich aus Grizzlys-Sicht: Obwohl die beiden Topscorer Mingoia und DeSousa ohne Punkt blieben, trafen die Grizzlys viermal. "Wir sind froh über die drei Punkte, Düsseldorf ist eine disziplinierte Mannschaft", sagte Furchner.

Hängt Furchner Saison an?

Doppelpack von Furchner - wie viele Tore kommen noch dazu? Und wie viele Spiele für den Mann, der voraussichtlich im Spiele gegen Bremerhaven als zweiter DEL-Akteur auf 1100 Partien kommt? Hängt er noch eine weitere Saison an? Ein erster Gesprächstermin ist ganz nah. Manager Charly Fliegauf würde ihn wohl halten. Der Trainer schätzt ihn. Es hängt am Stürmer. Und der sagte gestern: „Es macht Riesenspaß, und so lange es Spaß macht, spielt das Alter keine Rolle.“

Wolfsburgs Coach Mike Stewart sagte zum Spiel: „Wir sind nach der Führung konstant geblieben, das gefällt mir, und dass wir ohne große Ups and Downs gespielt haben. Auch nach dem 2:3 sind wir aggressiv geblieben.“ 

Und mit Block auf Furchner fügte der Trainer inzu: „Ich freue mich riesig über das Empty-Net-Tor, wir haben viele enge Spiele gespielt, hatten einen Haufen Fünf-gegen-Sechs-Situationen und jetzt ist uns endlich das erste Empty-Net-Tor gelungen. Und dass Furchi das geschossen hat, gefällt mir sehr. Er zeigt jeden Tag als Kapitän, als Leader seine Qualitäten. Dass er belohnt worden ist, gefällt mir auch.“

Statistik

  • Grizzlys: Pickard - Bittner, Melchiori; Krupp, Murray; Button, Möser; Raabe - Archibald, DeSousa, Rech; Machacek, Fauser, Mingoia; Nijenhuis, Festerling, Enlund; Furchner, Pfohl, Reichel.
  • DEG: Pantkowski (41. Hane) - Zitterbart, Cumiskey; Nowak, Heinzinger; Geitner; Järvinen; Trinkberger - Fischbuch, Macaulay, Proft; Ehl, Barta, O'Donnell; Eder, Olson, Schiemenz; Postel.
  • Schiedsrichter: Hoppe/Bruggeman.
  • Zuschauer: 1260. - Strafminuten: Grizzlys 4/ Düsseldorf 4.
  • Tor: 0:1 (1:58) Eder (Schiemenz/Olson), 1:1 (20:35) Machacek, 2:1 (21:30) Furchner (Möser/Reichel), 3:1 (37:58) Archibald (Murray/Krupp), 3:2 (44:43) Barta (Nowak/Schiemenz - 5:4), 4:2 (59:40) Furchner.