16. Februar 2022 / 21:49 Uhr

Furchner vor magischer Marke! Wolfsburg siegt 5:0 in Augsburg

Furchner vor magischer Marke! Wolfsburg siegt 5:0 in Augsburg

Jürgen Braun
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Tyler Gaudet Grizzlys Wolfsburg, 58 bejubelt das Tor von Spencer Machacek Grizzlys Wolfsburg, 93, nicht im Bild, Olivier Roy Torwart, Augsburger Panther, 31 und Jesse Graham Augsburger Panther, 64 sind erneut geschlagen. Augsburger Panther gegen Grizzlys Wolfsburg, Eishockey, DEL, 41. Spieltag, Saison 2021/2022, 16.02.2022. Augsburger Panther gegen Grizzlys Wolfsburg, Eishockey, DEL, 41. Spieltag, Saison 2021/2022, 16.02.2022 Augsburg *** Tyler Gaudet Grizzlys Wolfsburg, 58 cheers the goal of Spencer Machacek Grizzlys Wolfsburg, 93, not in picture , Olivier Roy goalie, Augsburger Panther, 31 and Jesse Graham Augsburger Panther, 64 are beaten again Augsburger Panther against Grizzlys Wolfsburg, ice hockey, DEL, 41 game day, season 2021 2022, 16 02 2022 Augsburger Panther against Grizzlys Wolfsburg, ice hockey, DEL, 41 game day, season 2021 2022, 16 02 2022 Augsburg Copyright: xEibnerxPressefotox/xHeikexFeinerx EP_HFR
Und wieder drin: Tyler Gaudet freut sich über das 2:0 der Grizzlys. Die Wolfsburger gewannen überraschend deutlich mit 5:0 bei den Panthern. © Imago Images
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Nach zwei Niederlagen in Folge ließ Eishockey-Vizemeister Grizzlys Wolfsburg am Mittwoch keine Zweifel aufkommen, dass er auch in dieser Saison im Spitzenkampf dabei sein will. Der Tabellenzweite gewann 5:0 bei den Augsburger Panthern. Rekordgrizzly Sebastian Furchner steht zudem kurz vor einer weiteren Top-Zahl.

Nach nicht einmal drei Minuten stand es schon 2:0, der Tabellenzweite des Eishockey-Oberhauses untermauerte am Mittwoch im Nachholspiel bei schwachen Augsburger Panthern seine Ambitionen, die Grizzlys Wolfsburg gewannen nach Treffern von Sebastian Furchner, Spencer Machacek, Darren Archibald, Gerrit Fauser und Luis Schinko mit 5:0 (3:0, 2:0, 0:0). Für Furchner war es DEL-Treffer Nummer 299, nur Michael Wolf und Patrick Reimer haben bislang die 300 erreicht.

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Personal

Wolfsburg spielte fast mit dem gleichen Aufgebot wie beim 2:3 n. V. gegen Iserlohn, nur fehlte neben Dominik Bittner (Olympia) und Trevor Mingoia (schon länger verletzt) Verteidiger Janik Möser, der sich gegen Iserlohn verletzt hatte. Stürmer Jonas Enlund, der die Reise mit angetreten hatte und für den Platz im Lineup gewesen wäre, wurde noch geschont. Sein Einsatz nach Kieferbruch war als Entscheidung von Tag zu Tag deklariert gewesen. Augsburg hat Corona-Probleme, hatte zwar mehr Akteure als noch am Sonntag gegen Iserlohn an Bord, aber dafür fehlten nun andere Leistungsträger.

Das Spiel

Nicht clever genug, zu viele leichte Puckverluste - das waren Wolfsburgs Probleme beim Re-Start gewesen. Zurück zum Grizzlys-Stil hatten Trainer Mike Stewart und Manager Charly Fliegauf gefordert. Dieser Stil ist schnörkellos und zielstrebig. Und genau so starteten die Gäste auch in Augsburg. Keine zwei Minuten waren gespielt, da stand es auch schon 1:0. Furchner hatte frei aus dem Slot den Puck unter die Latte gejagt. Die Szene war typisch für den weiteren Verlauf. Augsburg, seit gut einer Woche unter einem neuen Trainer (Serge Pelletier) scheute den Körpereinsatz, war viel zu oft viel zu weit weg von den Grizzlys, wenn die sich zuvor meist einfach die Scheibe erobert und dann schnell umgeschaltet hatten. Das 2:0 nach Machaceks Schuss von der Seite kaum eine Minute nach der Führung lenkte dann zwar Jesse Graham ins eigene Netz, Tyler Gaudet stand aber auch bereit und hätte das ansonsten erledigt.

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Augsburg war meist harmlos, hatte nur im Powerplay mal Druckphasen, vor allem, als die Grizzlys über eine Minute in doppelter Unterzahl spielen mussten, aber nichts anbrennen ließen. Bei prima Kontern nach dem 3:0 kamen die Pässe von Machacek und Chris DeSousa jeweils nicht genau genug, sodass Fauser und Phil Hungerecker jeweils den nächsten Gästetreffer haarscharf verpassten. In Bayern waren wieder viele Zuschauer zugelassen. 3089 waren da, doch die in Augsburg meist lautstarke Kulisse war früh stumm, wurde kurz vor der ersten Sirene aber noch sauer auf DeSousa, nach dessen Check Brady Lamb unglücklich eine blutende Stirnwunde davontrug.

Lamb kam nach der Pause wieder, das Spiel blieb gleich. Die Panther bissig wie ein Plüschtier, Fauser erhöhte nach Julian Melchioris energischem Vorstoß recht unbedrängt auf 4:0, Gaudet schoss kurz danach nur knapp vorbei.

Ob es auch Verschleißerscheinungen wegen der Corona-Problematik waren? Jedenfalls bekam die Partie zunehmend Trainingsspiel-Charakter. Ryan Button hatte bei seinem Vorstoß kaum Begleitung, legte in Augsburgs Defensivzone ab, Schinko markierte mit seinem zweiten DEL-Tor im 14. Einsatz das 5:0. Bei Augsburg versuchte sich der eine oder andere danach mit etwas mehr Körpereinsatz, doch Wolfsburg hatte keine Mühe. Schinko fand die Gastgeber nicht so schwach, meinte zur zweiten Pause: "Das ist alles andere als ein Trainingsspiel. Wir arbeiten hart, hatten uns vorgenommen, wieder zum Grizzlys-Hockey zu kommen, schnell hinten rauszukommen und mit Tempo zum Tor zu gehen."

Die Grizzlys hatten gegen überforderte Augsburger keine Mühe, die Partie im Schlussdrittel zu verwalten, blieben bis zum Ende konzentriert. Für Keeper Dustin Strahlmeier kam es damit zum vierten Saison-Shutout und zum höchsten Auswärtssieg der Saison. "Wolfsburg hat härter gearbeitet als wir", sagte Augsburgs Coach Serge Pelletier.

Wolfsburgs Keeper Dustin Strahlmeier war zufrieden, sagte: "Wir musste eine 3:5-Unterzahl killen, das hat uns einen brutalen Schub gegeben, dann waren wir konsequent bei den Torchancen, dann ist es auch einfacher, hinten raus zu spielen."

Mehr zu den Grizzlys Wolfsburg

Am Freitag geht es in Straubing weiter

Ob es in Sachen Auf- und Abstiegsregelung Änderungen (im Vorjahr gab es keinen Absteiger) gibt, hat die DEL noch nicht verkündet, für den Aufstieg hat Frankfurt gemeldet (dafür muss man Zweitliga-Meister werden). Der Stichtag zur Einreichung der Lizenzunterlagen für die neue Saison ist vorbei. Kassel, Frankfurt und Dresden haben sich für den Fall, dass weniger als 14 DEL-Teams die Lizenzierungsprüfung bestehen, als wirtschaftliche Nachrücker in die DEL beworben, für die alle 15 aktuellen Starter ihre Unterlagen eingereicht haben. Zudem haben acht Teams auch Unterlagen für die DEL 2 abgegeben, die Grizzlys dürften nicht unter diesen Klubs sein. Ihr Vorsprung auf einen der maximal zwei Abstiegsplätze ist riesig.


Der Wolfsburger Tross bleibt gleich im Süden, am Freitag (19.30 Uhr) steht das Nachholspiel bei den Straubing Tigers an, danach sind die Grizzlys bis zum Heimspiel am Freitag darauf (19.30 Uhr) gegen Nürnberg laut aktuellem Plan spielfrei.

Statistik

  • Augsburg: Roy - Graham, Haase; Rogl, Länger; Lamb, Valentine – Saponari, Payerl, Puempel; Max Eisenmenger, Stieler, Clarke; Campbell, Nehring, Sternheimer; Miller, Magnus Eisenmenger.
  • Grizzlys: Strahlmeier - Murray, Button; Melchiori, Krupp; Wurm - Hungerecker, DeSousa, Archibald; Machacek, Gaudet, Fauser; Schinko, Pfohl, Rech; Nijenhuis, Festerling, Furchner; Reichel.
  • Schiedsrichter: Kohlmüller/Rohatsch.
  • Zuschauende: 3089 (ausverkauft). - Strafminuten: Panther 2 / Grizzlys 8.
  • Tore: 0:1 (1:49) Furchner (Melchiori/Nijenhuis), 0:2 (2:41) Machacek (Button), 0:3 (11:05) Archibald (Festerling/Melchiori), 0:4 (20:39) Fauser (Melchiori), 0:5 (25:06) Schinko (Button/Festerling).