20. März 2020 / 12:18 Uhr

Furchners Grizzlys-Rückblick (4): "Das kann man so nicht akzeptieren"

Furchners Grizzlys-Rückblick (4): "Das kann man so nicht akzeptieren"

Jürgen Braun
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
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Wieder nichts: In der langen Negativserie setzte es mit 1:3 gegen Straubing Niederlage Nummer drei in Folge. © Boris Baschin
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Eine Eishockey-Saison, die keine war! DEL-Rekordler Sebastian Furchner (über 1000 Spiele) und Kapitän der Grizzlys Wolfsburg berichtet in einer Serie über die Spielzeit der Wolfsburger Eishockey-Profis.

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Die 14. Saison der Grizzlys Wolfsburg im Eishockey-Oberhaus ist vorbei. Nach einjähriger Abstinenz mal wieder Play-Off-Eishockey - das war der Plan. Und darauf hatten sich Fans und Profis einige Wochen freuen dürfen. Aber dann war der letzte Hauptrundenspieltag auch der letzte der Saison. Furchner blickt in einer Serie zurück auf seine bemerkenswerte Saison, die extreme Höhen und extreme Tiefen, große Jubiläen, Comebacks und schmerzhafte Abgänge sah.

Das Köln-Spiel war mein 1000. in der DEL gewesen. Die Saison war noch jung. Wir hatten einen neuen Trainer, es gab eine neue Philosophie, ein paar vom alten Stamm waren im Team, Da gibt es immer ein paar Berührungspunkte am Anfang einer Saison, aber der Trainer gibt den Takt vor und nach der Philosophie gestaltet er es dann.

Ein-Mann-Forecheck bedeutete nicht, passiv zu sein

Was war seine Idee? Pat Cortina will kein so aggressives Forechecking. Wenn man es einfach sagen will: Ein-Mann-Forecheck und kein Zwei-Mann-Forecheck. Aber das heißt nicht, dass wir passiv spielen wollen. Und es ist uns in manchen Spielen nicht gelungen, da sind wir passiv geworden, das wollten wir nicht. Phasenweise haben wir es sehr gut gespielt und phasenweise überhaupt nicht gut. Warum kann ich nicht erklären. Jeder Spieler heutzutage muss alles spielen können. Wir sind gut gestartet, dann kriegt man eine gewisse Sicherheit rein. Aber die ist uns dann relativ brutal abhanden gekommen, auch die Selbstsicherheit.

Allstars der Grizzlys Wolfsburg

362 Partien mit 127 Toren für Wolfsburg. So jubelte nur einer und das oft. Wenn er getroffen hatte oder einer seiner Mitspieler auf dem Eis erfolgreich war, dann explodierte Brent Aubin so  gewaltig, wie sein Direktschuss war. Nach sieben Spielzeiten in Wolfsburg war im März 2020 klar:  der Kanadier, dessen Namen die Fans oft zur Melodie von I Love You Baby sangen, muss gehen. Zur Galerie
362 Partien mit 127 Toren für Wolfsburg. So jubelte nur einer und das oft. Wenn er getroffen hatte oder einer seiner Mitspieler auf dem Eis erfolgreich war, dann explodierte Brent Aubin so  gewaltig, wie sein Direktschuss war. Nach sieben Spielzeiten in Wolfsburg war im März 2020 klar:  der Kanadier, dessen Namen die Fans oft zur Melodie von "I Love You Baby" sangen, muss gehen. ©

"Es fühlte sich nicht an wie eine Talfahrt"

Es war seltsam, wie die Sieben-Niederlagen-Serie lief. Es fühlte sich nicht so richtig wie eine Talfahrt an. Wir hatten keinen richtigen Hänger, ordentlich gespielt, immer dran, aber nichts gewonnen. Wir haben uns zusammengesetzt, und ich habe gesagt, wir müssen doch mal rauskriegen, woran das liegt, dass wir jedes Mal mit einem Tor Unterschied verlieren, das ist doch kein Zufall. Das kann man so nicht akzeptieren. Am Schluss zählen Punkte und Siege.

Mehr zu den Grizzlys Wolfsburg

Der Weg ist wichtig, da ist das Ergebnis manchmal auch zweitrangig, aber irgendwann interessiert mich dann auch das Ergebnis und nicht die Art und Weise. Da müssen sich manchmal Dinge nicht unbedingt auf dem Eis ändern, manchmal sind es ganz kleine Dinge. Und es ging ja dann auch.

Das letzte Training

Am Ende desTages ist verloren verloren

Es war ein langer Weg da wieder raus. Wir haben in der ersten langen Negativserie nie richtig einen auf die Mütze gekriegt. Das war der Unterschied zur Vorsaison. Auch in der ganzen Saison passierte das nur einmal. Später. Beim 1:7 gegen Ingolstadt. Aber am Ende des Tages ist verloren verloren.

Im nächsten Teil:

  • Wann es richtig knallte
  • Wann wir ein richtiges Problem hätten

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