23. März 2020 / 17:59 Uhr

Furchners Saisonrückblick (6): "Der Felix schuldet mir einen"

Furchners Saisonrückblick (6): "Der Felix schuldet mir einen"

Jürgen Braun
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Sebastian Furchner von den Grizzlys Wolfsburg während der Actionaufnahmen am 28.10.2018 in Wolfsburg, Deutschland. (Foto von City-Press GbR)
Keine Chance mehr, der Saison Glanz zu verleihen. Für Sebastian Furchner, die Grizzlys und die Top Ten der DEL gab es keine Play-Offs. © City-Press / Grizzlys Wolfsburg
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Eine Eishockey-Saison, die keine war! DEL-Rekordler Sebastian Furchner (über 1000 Spiele) und Kapitän der Grizzlys Wolfsburg berichtet in einer Serie über die Spielzeit der Wolfsburger Eishockey-Profis.

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Ich denke, dass wir eine bessere Platzierung verspielt haben über die 52 Spiele. Ob es die Top Sechs geworden wäre, glaube ich nicht. Auch nicht mit einer optimalen Leistung. Wenn du Neunter wirst ist nicht alles optimal gelaufen, aber auch nicht die reine Katastrophe. Wir haben halt keine Chance mehr gehabt, es noch ins Positive, vielleicht ins ganz Positive zu drehen.Die Saison ist vorbei. Wir können nun nur analysieren, was war und was ist. Was geworden wäre, wissen wir nicht.

Das letzte Training

Wie es bei mir weitergeht? Normalerweise mache ich nur ein paar Tage Pause, weil mir Sport Spaß macht. Das abrupte Saisonende wegen der Corona-Epidemie machte es mir mental einfacher. Es war so ein wenig leichter zu verkraften für mich. Ich kann nämlich immer erst abschließen, wenn nirgendwo mehr gespielt wird. Deshalb fällt mir das in diesem Jahr vielleicht ein wenig leichter, weil keiner mehr gespielt hat.

Thema Abschiede

Zum Höhi bin ich in der Kabine, wo wir auf das Ergebnis der Liga-Konferenz gewartet haben, gleich hin, als das Saisonende feststand. Aber es war für mich nicht so ein Abschied wie von anderen, denn er bleibt hier. Gegen Felix dürfte ich ja noch mal spielen, dann schuldet er mir einen, dass er einen von mir reinlässt. Nein, Spaß. Aber ich habe gesagt, ,das ist jetzt so - du denkst, ich schieß dahin und ich denk, du denkst, ich schieß dahin und schieß woanders hin, was meinste? Der Aubi mit seiner guten Laune wird fehlen in der Kabine, dass er und vor allem die Familie nun so gar keinen Abschied mehr hatten, das hat mir sehr Leid getan.

Mehr zu den Grizzlys Wolfsburg

Und wenn ich dann ins Sommertraining einsteige, dann weiß ich natürlich auch, dass das wahrscheinlich das letzte Mal wird. Ich glaube, man kann sich nicht drauf vorbereiten, auch wenn ich weiß, dass es für mich ein Endspurt wird. Was danach kommt, weiß ich noch nicht. Wir haben schon ein wenig gesprochen, der Manager und ich, aber ein klares Aufgabenfeld gibt es für mich noch nicht.Charly ist der Chef und ich würde gern von ihm und Rainer Schumacher lernen - Abläufe verbessern und auch ein Bindeglied zum Nachwuchs werden Aber das ist ja noch eine Weile hin. Ich sagte ja, dass mir das Aus diesmal mental leichter fiel, aber was dann in kurzer Folge kam, war und ist erschreckend.

Im letzten Teil:

  • Wie meine Familie und ich mit Corona umgehen
  • Was ich uns und euch allen wünsche

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