28. April 2017 / 20:31 Uhr

Dynamo Dresden schenkt beim VfL Bochum eine 2:0-Pausenführung her und verliert 2:4

Dynamo Dresden schenkt beim VfL Bochum eine 2:0-Pausenführung her und verliert 2:4

Stefan Schramm
Dresdner Neueste Nachrichten
Dynamo Dresden war beim VfL Bochum zu Gast (9) (dpa)
Leitete die VfL-Aufholjagd ein: Thomas Eisfeld (li.), hier im Zweikampf mit Dynamo-Akteur Manuel Konrad. © dpa
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Neuhaus-Elf bleibt auch im vierten Spiel in Folge ohne Sieg.

Bochum. Nach starker erster Halbzeit ist Dynamo Dresden am Freitagabend beim VfL Bochum eingebrochen und mit einer 2:4-Niederlage vom Platz gegangen. Vor 17264 Zuschauern im Vonovia-Ruhrstadion brachten Niklas Hauptmann und Akaki Gogia die Mannschaft von Trainer Uwe Neuhaus in Hälfte eins mit 2:0 in Front. Den Beginn des zweiten Durchgangs verschliefen die Schwarz-Gelben komplett, der VfL glich durch Thomas Eisfeld (50.) und Marco Stiepermann (51.) aus. Der einstige Dresdner Anthony Losilla brachte mit seinem 3:2 (70.) die Revier-Truppe auf die Siegerstraße, Görkem Saglam setzte den Schlusspunkt (88.). „Dass wir uns hier noch 4:2 abschießen lassen – da fehlen mit die Worte“, sagte Stefan Kutschke fassungslos, der zu allem Überfluss seine fünfte Gelbe Karte sah und im Heimspiel gegen 1860 München gesperrt ist.

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Dabei sah es bis zur Pause richtig gut aus für die Gäste. Nach kurzem Abtasten fuhr Dynamo einen ersten gefährlichen Angriff. Und sogleich klingelte es im Kasten von VfL-Schlussmann Manuel Riemann. Akaki Gogia setzte einem schon fast verlorenem Ball nach und bediente Niklas Hauptmann, der in die rechte Ecke zum 1:0 abschloss. Kurz danach hatte Stefan Kutschke – wieder nach einer Vorarbeit des agilen Gogia – die Chance zum zweiten Treffer des Tages, doch sein Schuss aus zwölf Metern prallte von Riemanns Bein ins Toraus ab.

Die Noten für die Dynamo-Elf in der Galerie:

(25) Marvin Schwäbe: Note 3. (@Steffen Manig) Zur Galerie
(25) Marvin Schwäbe: Note 3. (@Steffen Manig) ©

Gogia baut Führung von Hauptmann aus

Dynamo hatte die Hoheit im Mittelfeld und eroberte viele wichtige Bälle. Die Passmaschinerie der kombinationsfreudigen Gäste lief auf Hochtouren. Dagegen hatte es die Heimelf von Trainer Gertjan Verbeek schwer, im eigenen Stadion ins Spiel zu finden. Und sie leistete sich grobe Schnitzer. Als Tim Hoogland einen viel zu kurzen Rückpass auf Riemann durchließ, spritzte Kutschke dazwischen, doch der VfL-Torwart parierte (23.). Dann schlug Dynamo aber erneut zu. Gogia zog mit dem Ball nach innen und haute einfach drauf, als alle auf den Pass auf Kutschke warteten. Der Ball landete aus 20 Metern in der Torwartecke. Riemann war zwar dran, sah beim 2:0 (25.) aber gar nicht gut aus.

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Die Gastgeber arbeiteten sich währenddessen zu sehr am Berliner Schiedsrichter Lasse Koslowski ab, der an der Castroper Straße alle knappen Entscheidungen zugunsten der zunächst deutlich überlegenen Dynamos fällte. Ein Kopfball von Felix Bastians war noch die klarste Chance, zwei drei weitere Bälle erbeutete SGD-Torwart Marvin Schwäbe. So ging es für die Ruhrpott-Elf mit einem gellenden Pfeifkonzert der eigenen Fans in die Pause. „Die Kabinen hätte ich nicht tauschen wollen. Wir hätten noch höher führen müssen“, sagte Uwe Neuhaus.

BILDER vom letzten Duell in Bochum

Dynamo Dresden war beim VfL Bochum zu Gast (5) (imago) Zur Galerie
Dynamo Dresden war beim VfL Bochum zu Gast (5) (imago) ©

Nach dem Seitenwechsel wollte es Bochum wissen, präsentierte sich wie ausgewechselt und erwischte die Dresdner, die gedanklich offenbar noch in der Pause waren, mit einem Doppelschlag eiskalt. Zuerst nahm Tom Weilandt Gogia den Ball ab und schickte Thomas Eisfeld, der zum 1:2 einschoss (50.). Als die Bochumer Fans noch nicht mal fertig mit dem Jubeln waren, konnte Kreuzer Marco Stiepermann nicht stellen und der traf 42 Sekunden nach dem Anschluss völlig frei vor Schwäbe zum 2:2-Ausgleich (51.). „Ein Schlag in die Fresse“, brachte es „Lumpi“ Lambertz auf den Punkt. Kurz danach ließ Stiepermann Kreuzer erneut als aussehen, diesmal packte Schwäbe zu. Ein Kopfball von Johannes Wurtz ging knapp links vorbei (54.). „Nach diesen Fehlern spielte der Kopf Karussell“, so Neuhaus.

Ex-Dynamo Losilla dreht Partie endgültig

Nach einer Stunde hatte sich Dynamo wieder etwas gefangen du kam wieder zu einzelnen Vorstößen, doch Kutschkes Schuss landete in den Armen von Riemann. Aber dann gab es die nächste kalte Dusche: Einen Freistoß von Eisfeld legte Wurtz ab, „Lumpi“ Lambertz setzte sich auf den Hosenboden und Anthony Losilla hatte alle Zeit der Welt, sich den Ball zurechtzulegen und zum 3:2 einzunetzen. Ausgerechnet der Ex-Dynamo drehte nun endgültig das Spiel zugunsten der Bochumer.

Uwe Neuhaus brachte noch mal frischen Wind in die Offensive, doch die letzte Chance für Dynamo vergab der eingewechselte Aias Aosman, dessen Schuss Riemann entschärfte (86.). Eine weitere kollektive Schlafeinlage in der Dresdner Defensive nach einem langen Pass, den Wurtz gekonnt ablegte, nutzte der ebenfalls eingewechselte Görkem Saglam zum 4:2 (88.). Das war die Entscheidung. Die Bochumer machten mit diesen drei Punkten einen riesigen Schritt in Richtung Klassenerhalt.

„Nicht zweitligareif“

„Ganz brutal. Ich habe selten einen Sieg dümmer herschenken gesehen. Das haben wir dem Gegner auf dem Silbertablett serviert. Dafür hab ich kein Verständnis, das war nicht zweitligareif“, übte Uwe Neuhaus deutliche Kritik an seiner Mannschaft. Das Saisonende sehne der Dynamo-Trainer dennoch keineswegs herbei. „Nun müssen wir uns voll auf das Spiel gegen 1860 München fokussieren.“

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