11. Mai 2021 / 14:37 Uhr

Fürstenwalde-Fluch hat für den FSV 63 Luckenwalde Bestand

Fürstenwalde-Fluch hat für den FSV 63 Luckenwalde Bestand

Sport Lucki
Märkische Allgemeine Zeitung
FSV-Kapitän Marcel Hadel (h.) im Pokalhalbfinale bei Union Fürstenwalde.
FSV-Kapitän Marcel Hadel (h.) verlor zum dritten Mal in dieser Saison mit den Luckenwaldern ein Pflichtspiel gegen Union Fürstenwalde. © Oliver Schwandt
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Regionalliga Nordost: Große Enttäuschung beim FSV 63 Luckenwalde nach der erneuten Niederlage im Landespokal gegen Union Fürstenwalde. Trotz positiver Vorzeichen wurde eine weitere Chance nicht genutzt. 

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Der Stachel der Enttäuschung sitzt beim FSV 63 Luckenwalde zum Wochenstart noch tief. "Mehr als schade, aber so ist es im Fußball", sagt Marcel Hadel, Kapitän des Regionalligisten aus dem Fläming, über das erneute Aus seiner Mannschaft im AOK-Landespokal gegen Union Fürstenwalde zusammen. Bereits im Vorjahr waren die Luckenwalder in der Vorschlussrunde am selben Gegner gescheitert. Vorigen Sonntag setzte Ligakontrahent Fürstenwalde erneut das Stoppschild im Halbfinale: Mit 1:3 musste sich der FSV 63 auswärts an der Spree geschlagen geben.

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Dabei hatten sich die Luckenwalder nach Hadels Worten auf ihr erstes Pflichtspiel des Jahres optimal vorbereitet. Die Mannschaft war vom Trainerteam bestens eingestellt. "Es kommt aber auf die 90 Minuten an. Wenn man in dieser Zeit nicht abliefert, dann sind Final-Träume ausgeträumt", sagt Hadel. Die Gründe für die erneute Niederlage der Luckenwalder Fußballer gegen Union Fürstenwalde sind für den FSV-Kapitän vielschichtig. Da waren die Platzverhältnisse. Die sind in Fürstenwalde unterirdisch gewesen. "Der schlechte Platz hat unserem Spiel nicht wirklich gut getan", erklärt Hadel. Die Luckenwalder haben versucht, Fußball zu spielen, doch das ging am Sonntag gründlich schief. Gefragt waren andere Tugenden: Kampf und Wille. "Ehe wir das begriffen hatten, lagen wir schon wieder 1:3 zurück", so Hadel.

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Auch die erneute 1:0-Pausenführung der Luckenwalder hat dem Team nicht gut getan."In der zweiten Halbzeit wurde uns wieder gezeigt, wie man über den Kampf ein Pokalspiel gewinnt", zieht Hadel Bilanz. Dabei sprachen die Vorzeichen eindeutig für die Luckenwalder. In Unions Umfeld soll es brodeln. Sponsoren schränken ihr Engagement ein, die Hälfte des Kaders und der Trainer Matthias Maucksch werden den Verein im Sommer verlassen, heißt es.



In Luckenwalde sind dagegen scheinbar alle zufrieden. Vielleicht auch ein Grund dafür, dass die FSV-Fußballer am Sonntag nicht bissig genug agierten. "Eine geile Stimmung in der Mannschaft hilft eben nichts, wenn wir sie nicht in den entscheidenden Momenten auf den Platz bringen können", meint der Luckenwalder Kapitän. "Es wurde wieder eine große Pokalchance vertan", ist Hadel enttäuscht. "Vor allem aber können wir offenbar Fürstenwalde nicht. Gegen diese Mannschaft haben wir in den letzten drei Spielen immer zur Pause geführt und in der zweiten Halbzeit die Begegnung aus der Hand gegeben. Wir sind alle ein bisschen genervt, weil wir wirklich einen guten Plan hatten, aber eben keinen Plan B."

Eine mannschaftsinterne Auswertung soll es in dieser Woche geben. Für die Luckenwalder Regionalligafußballer ist die Saison nach dem Pokalaus jedoch nun wohl endgültig beendet. Ab 14. Juni werden sie dann unter ihrem neuen Cheftrainer Michael Braune mit der Vorbereitung auf die Meisterschaftsserie 2021/22 beginnen.

In Bildern: Der FSV 63 Luckenwalde verliert mit 1:3 bei Union Fürstenwalde.

Der FSV 63 Luckenwalde verliert nach 1:0-Pausenführung noch mit 1:3 bei Union Fürstenwalde. Zur Galerie
Der FSV 63 Luckenwalde verliert nach 1:0-Pausenführung noch mit 1:3 bei Union Fürstenwalde. © Oliver Schwandt

Ebenfalls enorm geärgert über das erneute Pokalaus der Luckenwalder gegen Union Fürstenwalde hat sich Thomas Mill, der im Präsidium des FSV 63 für die Organisation und den Spielbetrieb verantwortlich ist. Er konnte am Sonntag nicht vor Ort dabei sein, sondern verfolgte das Spiel im Krankenhausbett am Smartphone. Mill musste sich über das Wochenende notgedrungen den Blinddarm entfernen lassen. Mittlerweile konnte er das Krankenhaus wieder verlassen, aber das Spiel der Luckenwalder in Fürstenwalde hat nicht wesentlich zum Heilungsprozess beigetragen. Im Gegenteil: "Ich war schon ganz schön angefressen", sagt Mill. "Es war ein Spiegelbild des letztjährigen Halbfinales, nur dass wir am Sonntag ein Tor weniger bekommen haben." Für ihn heißt es jetzt: business as usual. Die heiße Phase der Vorbereitung des Landespokalendspiels am 29. Mai in Luckenwalde beginnt. In dieser Woche fand bereits eine erste Sicherheitsberatung im Seelenbinder-Stadion mit Vertretern der im Finale stehenden Vereine Union Fürstenwalde und SV Babelsberg 03 statt.

Detlef Weber-Hermenau versorgt als Doc Detti die Fotografin, die im Halbfinale zwischen Union Fürstenwalde und dem FSV 63 Luckenwalde vom Ball am Kopf getroffen wurde.
Detlef Weber-Hermenau versorgt als Doc Detti die Fotografin, die im Halbfinale zwischen Union Fürstenwalde und dem FSV 63 Luckenwalde vom Ball am Kopf getroffen wurde. © Oliver Schwandt

Auf einen Endspiel-Einsatz hofft indes Detlef Weber-Hermenau. Der als Doc Detti in Brandenburgs Fußballerkreisen bekannte medizinische Mannschaftsbetreuer stand am Sonntag in Diensten der Luckenwalder. "Ich habe seit längerer Zeit auch zum FSV 63 einen sehr engen, freundschaftlichen Kontakt", so Weber-Hermenau. Er kann sich vorstellen, dass sein Engagement "speziell auch für diesen tollen Verein nicht nur auf das Pokalhalbfinale beschränkt sein wird". Doc Detti erklärt: "Ich habe vor, beim Pokalfinale zwischen Fürstenwalde und Babelsberg 03 ebenfalls dabei zu sein - idealerweise vereinsübergreifend für beide Teams." Am Sonntag bekam Weber-Hermenau insgesamt eher wenig zu tun. Für ihn war es ein ruhiger Nachmittag. Seine Hilfe benötigte allerdings eine Fotografin. Die bekam in Höhe der Mittellinie einen Ball an den Kopf und wurde daraufhin von Doc Detti medizinisch versorgt. Es blieb für ihn bei dem einen Einsatz. Schlimmer verletzt hatte sich die Fotografin nicht.

Vom Pokalaus der FSV-Elf war auch ihr temporärer Mannschaftsbetreuer enttäuscht. "Für mich waren die Luckenwalder vor allem in der ersten Halbzeit das spielerisch bessere Team", sagt Doc Detti. "Hätten sie nach der Führung noch ein, zwei Tore nachgelegt, wäre das Spiel wohl ganz anders ausgegangen. Nach der Pause hat der FSV durch individuelle Fehler die Gastgeber stark gemacht, zum Schluss hat Fürstenwalde dann verdient gewonnen."

Ansonsten konnte Detlef Weber-Hermenau seinem Einsatz auf der Luckenwalder Bank viel Positives abgewinnen. "Seit langem habe ich auf einem Fußballplatz mal wieder nette Menschen und viele Freunde treffen können", sagt Doc Detti.