30. März 2021 / 12:57 Uhr

Nach dem Saisonabbruch in Brandenburg: Das müssen Sie jetzt wissen

Nach dem Saisonabbruch in Brandenburg: Das müssen Sie jetzt wissen

Christoph Brandhorst
Märkische Allgemeine Zeitung
Die Punktspielrunde ist in Schleswig-Holstein abgesagt worden. Die Pokale bei den Herren und Frauen sollen allerdings ebenso ausgetragen werden mögliche Regionalliga-Aufstiegsspiele und der „Derby-Cup“. Auch Freundschaftsspiele und Blitzturniere sollen stattfinden.
Die Fußballsaison 2020/21 wird in Brandenburg nicht fortgesetzt. © imago images/Hanno Bode
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Der Landesverband hat die Fußballsaison 2020/21 in Brandenburg vorzeitig abgebrochen. Wie wird jetzt mit Auf- und Abstieg umgegangen? Wie geht es im Landespokal weiter? Und wann soll die neue Saison starten? Der SPORTBUZZER hat die Antworten auf die wichtigsten Fragen.

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Jetzt herrscht Gewissheit: Die Fußballsaison 2020/21 wird in Brandenburg nicht fortgesetzt. Das hat der Vorstand des Fußball-Landesverbandes Brandenburg (FLB) am Montagabend beschlossen. Zuletzt stand zumindest der Abschluss einer einfachen Runde im Raum - doch auch daraus wird nun nichts. Hoffnung gibt es für die Pokal-Wettbewerbe.

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  • Wie ist die Entscheidung gefallen? Der Vorstand des FLB, zu dem auch die Vorsitzenden der acht Fußballkreise gehören, hat den Saisonabbruch am Montagabend per Telefonschalte beschlossen. Die spielleitenden Stellen – also der Spielausschuss um dessen Vorsitzenden Wilfried Riemer, der Frauen- und Mädchenausschuss sowie der Jugendausschuss – hatten zuvor eine Beschlussvorlage erarbeitet. „Die Bestätigung vom Vorstand am Montag fiel einstimmig aus“, berichtet Riemer.
  • Gibt es Auf- und Absteiger? Grundsätzlich nicht. „Die Auf- und Abstiegsregelungen der Spielzeit 2020/2021 werden außer Kraft gesetzt“, heißt es vom Verband. Es gibt weder Auf- und Absteiger, noch Meister oder Staffelsieger. Es gibt nur eine Ausnahme: „Sollte der NOFV ein Aufstiegsrecht in seine Spielklassen einräumen, benennt der FLB eine aufstiegsberechtigte Mannschaft. Diese wird in diesem Fall unter Anwendung der Quotientenregelung festgestellt“, teilte der FLB mit. Und nach Quotientenregel liegt der Zweite MSV Neuruppin (2,29) in der Brandenburgliga vor dem eigentlichen Spitzenreiter 1. FC Frankfurt (2,13).

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  • Sonderfall Neuruppin – wann darf der MSV aufsteigen? „Die Entscheidung liegt beim Nordostdeutschen Fußballverband“, so Riemer. Lässt dieser Aufsteiger aus den Landesverbänden zu, „dann wäre es aufgrund der Quotientenregelung Neuruppin“, bestätigt der Spielausschuss-Chef des FLB.
  • Sind Härtefallanträge wie im Vorjahr zu erwarten? Damit rechnet Wilfried Riemer nicht. „Die Regelung ist eindeutig“, stellt er klar. Im vorigen Jahr seien die Voraussetzungen andere gewesen. Da habe es in einigen Fällen eine sehr geringe Differenz zwischen den Erst- und Zweitplatzierten gegeben. „Aber in diesem Jahr steigen ja auch die Ersten nicht auf.“
  • Was bedeutet das für die Staffeleinteilung der neuen Saison? Die Zusammensetzung der Spielklassen soll – vorbehaltlich der Mannschaftsmeldung, die bis zum 1. Juni erfolgen müssen – aus dem Spieljahr 2020/21 übernommen werden. Eine Veränderung steht jedoch bereits fest: Durch den Rückzug des FC Strausberg in die Landesliga gibt es dort schon ein Team mehr. Zuletzt waren beide Landesliga-Staffeln mit je 17 Teams besetzt, also hatte je ein Team pro Spieltag frei. „Das wäre also kein Problem, dann würde eine Staffel mit 18 Mannschaften spielen“, erläutert Riemer.
  • Wie entscheiden die Fußballkreise? Die acht Kreisverbände sind in dem FLB-Beschluss ausdrücklich berücksichtigt. Der Abbruch gelte „für alle Alters- und Spielklassen des Verbandes und seiner Fußballkreise“, heißt es. Dass alle den Entschluss mittragen, darüber habe schon vorher Einigkeit geherrscht.
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  • Wie geht es im Landespokal weiter? Dieser ist vom Abbruch ausgenommen und soll, je nach behördlicher Verfügungslage, zu Ende gespielt werden – so wie es auch 2020 der Fall war. „Den Landespokal versuchen wir innerhalb der nächsten zwei Monate sportlich zu beenden“, sagte FLB-Geschäftsführerin Anne Engel am Dienstag. Wilfried Riemer weist jedoch auf die geltenden Fristen hin. „Ab dem 6. August soll ja schon die 1. Runde im DFB-Pokal ausgespielt werden.“ Bis dahin muss also ein Brandenburger Teilnehmer feststehen. Ein Abschluss des Wettbewerbs soll also vor dem 30. Juni erfolgen. Derzeit stehen die Viertelfinals aus. „Da sind wir tatsächlich im Vergleich zu anderen Landesverbänden weit“, bemerkte Engel. Andererseits müsse auch berücksichtigt werden, dass durch die Auswirkungen der Corona-Pandemie einige Vereine schon fünf Monate nicht trainieren konnten. Im Berliner Pokal sind im aktuellen Wettbewerb erst zwei Runde ausgespielt. In Brandenburg noch dabei: Die Regionalligisten Union Fürstenwalde, Babelsberg 03, Energie Cottbus und Luckenwalde, Ludwigsfelde aus der Oberliga sowie die Brandenburgligisten aus Neuruppin, Wernsdorf und Frankfurt (Oder). „Wir werden alle acht zeitnah zu einer Videokonferenz einladen und gemeinsam beraten, wie wir die Sache angehen“, kündigt Spielausschuss-Chef Riemer an.
  • Werden die Vereine zur Überbrückung der langen Zwangspause unterstützt? Ob es finanziell weitere Möglichkeiten gibt, die rund 670 Brandenburger Vereine zu entlasten, will der FLB jetzt prüfen. Heimspielabgaben von 40 000 Euro sind den Vereinen bereits erlassen worden. „Natürlich sind viele Einnahmen weggebrochen“, sagte Engel mit Hinweis auf entgangene Eintrittsgelder oder Catering-Einnahmen.
  • Wann soll die Saison 2021/22 beginnen? Der Rahmenterminplan steht seit Anfang Februar fest. Demnach steht am Wochenende 7./8. August die Auftaktrunde im Landespokal auf dem Programm. Eine Woche später, am 14./15. August, sollen die Punktspiele in den Landesspielklassen starten. Nach Meinung von Wilfried Riemer gibt es durch die Pokal-Spieltermine – je einer im September, Oktober und November – auch genügend Puffer, sollte es zu weiteren Corona-Ausbrüchen in den Mannschaften kommen. „Da sind ja dann schon nicht mehr alle Teams dabei, die Termine könnten also für Nachholspiele genutzt werden“, so der Finowfurter.