23. Dezember 2020 / 22:32 Uhr

Ein Leben ohne den SV Barnstorf? Das ging für Kapitän Piepers nur ein halbes Jahr

Ein Leben ohne den SV Barnstorf? Das ging für Kapitän Piepers nur ein halbes Jahr

Henning Kampen
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Fit halten mit Wander-Touren: Statt auf Laufeinheiten setzt Barnstorfs Kapitän Gerrit Piepers auf Ausflüge in den Harz mit Freundin Sarah.
Fit halten mit Wander-Touren: Statt auf Laufeinheiten setzt Barnstorfs Kapitän Gerrit Piepers auf Ausflüge in den Harz mit Freundin Sarah. © Boris Baschin/Privat
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Er ist der Kopf der Mannschaft, sein Wort hat auf dem Platz und in der Kabine Gewicht: der Fußball-Kapitän. In der Corona-Krise ist vieles anders, er aber nicht weniger gefordert. Wie funktioniert Zusammenhalt trotz Lockdown? Wie geht Gemeinsamkeit trotz Einsamkeit? Wie geht Fitness ohne Teamtraining? Der SPORTBUZZER fragt nach: Wie ist die Lage, Kapitän?

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Für ein halbes Jahr kehrte Gerrit Piepers seinem SV Barnstorf in seiner Fußballer-Karriere den Rücken, doch dann zog es ihn wieder zurück. Das ist bereits acht Jahre her, seit gut zwei Jahren ist der Innenverteidiger Kapitän des Bezirksliga-Aufsteigers. Piepers übernahm als Vizekapitän das Amt von Christian Ogos, der aus Altersgründen kürzergetreten war.

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Der 29-Jährige sieht sich als perfektes Bindeglied zwischen den jungen, hungrigen Spielern und den erfahrenen, „die auch immer noch hungrig sind“, wie Piepers mit einem Lachen anmerkt. Seine Stärken als Kapitän sieht der Abwehrmann darin, dass er alle Mitspieler gleich behandelt und sich für das Gemeinwohl des Teams einsetzt. „Ich spreche Dinge an, die nicht in Ordnung sind.“ Wenn ein Spieler im Training beispielsweise übermotiviert zu Werke geht, „dann nehme ich ihn zur Seite und frage, was los ist". Zudem hat der Kapitän ein gutes Verhältnis zu Trainer Angelo Allegrino. „Wir kennen uns gut und vertrauen uns.“

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Ex-Trainer Winkelmann holte Piepers nach Tappenbeck

Die damals für ihn ungeliebte Innenverteidiger-Position zog Piepers 2011 für ein halbes Jahr weg aus Barnstorf, er folgte Trainer Jörg Winkelmann zum SV Tappenbeck und durfte fortan im von ihm favorisierten defensiven Mittelfeld spielen. Nach Winkelmanns Entlassung ging Piepers dann zurück nach Barnstorf, wo er aufgewachsen war und in der Jugend bei der JSG Barnstorf/Nordsteimke/Hehlingen mit dem Fußballspielen begonnen hatte. "Ich hatte er vermisst, mit meinen Kumpels in Barnstorf zusammenzuspielen, die ich schon jahrelang kannte", sagt Piepers.

Inzwischen hat Piepers sich mit der Position des Innenverteidigers arrangiert, die für ihn „mit der damaligen überhaupt nicht vergleichbar ist. Damals ging es darum, Zweikämpfe zu gewinnen und Bälle hinten herauszuschlagen. Heute wird man als Innenverteidiger mehr in das Spiel eingebunden, das macht mehr Spaß.“


Ausflüge in den Harz

In der Corona-Pause halten Piepers und seine Teamkollegen den Kontakt über Whatsapp aufrecht. Sonst greift er auch mal zum Hörer und fragt nach, wie es den Mitspielern geht. Dafür sorgen, dass sich jeder fit hält, muss der Mannschaftsführer aber nicht. „Ich muss die Jungs nicht motivieren, jeder hat da selbst genug Ehrgeiz.“

Piepers hält sich selbst mit Krafttraining und Wandern in Form, mit Freundin Sarah unternimmt er Ausflüge in den Harz. „Ich versuche, jeden Tag auf meine 10.000 bis 12.000 Schritte zu kommen. Für stumpfes Laufen bin ich nicht der Typ, das mache einmal die Woche.“ Seit März befindet sich der Logistik-Planer im Homeoffice, da vermisst er die sozialen Kontakte zu seinem Heimatverein. „Gerade, sich auf dem Fußballplatz mit den Jungs zusammen zu quälen, das fehlt mir momentan sehr.“

Die etwas anderen Kapitäns-Tipps in der Corona-Krise

Podcast-Tipp: Gemischtes Hack. Felix Lobrecht und Tommi Schmitt treffen absolut meinen Humor.

Film-Tipp: Mir gefallen die Superhelden-Filme von Marvel. Ich mag daran die vielen Action-Szenen und auch den Humor zwischendurch.

Spiele-Tipp: Das Kartenspiel Wizard. Dabei geht es darum, seine Stiche vorherzusagen. Dieser Mix aus Strategie und Glück, das macht mir viel Spaß.