24. November 2021 / 22:21 Uhr

FLB hat entschieden: Saison in Brandenburg wird bis zum Jahresende unterbrochen

FLB hat entschieden: Saison in Brandenburg wird bis zum Jahresende unterbrochen

Christoph Brandhorst
Märkische Allgemeine Zeitung
Der FLB stellt seinen Spielbetrieb vorerst ein.
Der Krisenstab des Fußball-Landesverbandes Brandenburg hat am Mittwoch per Videokonferenz getagt. © SPORTBUZZER-Montage
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Fußball-Landesverband Brandenburg: Der Krisenstab des Verbandes hat am Mittwochabend per Videokonferenz beschlossen, den Spielbetrieb bis einschließlich 31. Dezember auszusetzen.

Die Entscheidung ist gefallen: Der Fußball-Spielbetrieb in Brandenburg pausiert mindestens bis zum Jahresende! Zu diesem Entschluss kam das Präsidium des Fußball-Landesverbandes (FLB) in Abstimmung mit den Fußballkreisen und dem FLB-Krisenstab nach einer Videokonferenz. Darüber informierte der Verband am späten Mittwochabend. Der Trainingsbetrieb unter Einhaltung der geltenden 2G-Bedingungen stehe den Vereinen frei, hieß es weiter. Zuvor hatte bereits der Nordostdeutsche Fußballverband (NOFV) seine Amateurspielklassen mit Ausnahme der Regionalliga unterbrochen.

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"Damit werden ab sofort bis zum 31.12.2021 keine Spiele mehr durchgeführt und alle bis dahin angesetzten und noch nicht absolvierten Pflichtspiele durch den Verband abgesetzt", informierte der Verband in einer Mitteilung und schreibt zur Begründung: "Der Verband stuft eine ordnungsgemäße Durchführung des Spielbetriebes und der damit einhergehenden kurzfristigen Organisation zur Einhaltung der 2G-Regelung durch die Vereine als unzumutbar ein."

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Der Spielbetrieb werde, "abhängig von den jeweiligen Rahmenterminkalendern auf Landes- und Kreisebene im Januar bzw. Februar wieder starten, sofern es die Witterungsverhältnisse zulassen", teilte der Landesverband mit. Gegebenenfalls werde auch dann noch die 2G-Regelung gelten. Daher verknüpft der FLB seine Nachricht auch mit einem Appell, sich impfen zu lassen: "Nutzen Sie die Zeit der ,Fußballpause', um sich und andere zu schützen, aber auch, damit bessere Voraussetzungen für den zukünftigen Spielbetrieb zu schaffen. Nur gemeinsam, mit Verständnis und Solidarität, wäre ein weiterer großer Schritt zur Bekämpfung dieser Pandemie getan!"

FLB-Präsident Jens Kaden: "In der Kürze der Zeit unzumutbar"

"Zunächst bleibt festzustellen, dass uns die Möglichkeit gegeben war, unter veränderten Rahmenbedingungen in allen Altersklassen und Spielebenen des Verbandes, den Fußballsport auch weiter betreiben zu dürfen. Dennoch kann ich hierzu meine Enttäuschung nicht verbergen, dass wiederum eine Entscheidung der politischen Ebene getroffen worden ist, ohne den Verband im Vorfeld mit einzubeziehen bzw. Gehör zu verschaffen", wird FLB-Präsident Jens Kaden zitiert. Bedingt durch die Kurzfristigkeit, ab der diese Maßnahmen gelten, sei der erlaubte Spielbetrieb erschwert, was auf den unterschiedlichen Impfstatus der Spielerinnen und Spieler sowie der Schiedsrichterinnen und Schiedsrichter zurückzuführen sei, so Kaden weiter. "Für die fast 100.000 Mitglieder und den vielen weiteren ehrenamtlichen Unterstützern, die Woche für Woche das Training und für die Wochenenden die Spiele organisieren, ist es mit dieser kurzen Vorlaufzeit zum anstehenden Spielwochenende weder möglich noch verantwortbar, die nunmehr geltenden Bestimmungen im jetzigen Status quo umzusetzen bzw. diese Hürde auf die Vereine zu übertragen." Es stünden Nachfragen im Raum und Erläuterungen würden fehlen, moniert Kaden. Es sei "schlicht und ergreifend unzumutbar, es durch die ehrenamtlich geführten Vereine in der Kürze der Zeit bestimmungsgerecht und vertretbar umzusetzen", sagt der FLB-Chef. "Dieser Sorge sind wir uns bewusst, gleichwohl darüber noch die Sorge über die Gesundheit der Menschen und der gemeinsame harte Kampf gegen den Virus steht!"

Am Dienstag hatte die Brandenburger Landesregierung eine aktualisierte Umgangsverordnung verabschiedet, die auch für Freiluftsportarten die Anwendung der 2G-Regel (also nur Geimpfte oder Genesene) voraussetzt. FLB-Geschäftsführerin Anne Engel hatte daraufhin angekündigt, dass sich der Krisenstab des Landesverbandes am Mittwoch mit der neuen Verordnung auseinandersetzen werde. Eine Generalprobe für die neue Verfahrensweise gab es am Mittwochabend nicht mehr: Das ursprünglich angesetzte Nachholspiel in der Landesliga Nord zwischen dem FC Schwedt und dem FC 98 Hennigsdorf wurde wegen der unklaren Lage vorsorglich abgesagt.

In Brandenburg gilt die Regelung, dass die Saison in einer Liga nur sportlich gewertet werden kann, wenn mindestens 75 Prozent der Teams die Hälfte der Spiele absolviert haben. Die Hoffnung, dass dies gelingt, will man nicht aufgeben. Die beiden vorigen Spielzeiten waren abgebrochen worden. Die Saison 2019/20 war im März 2020 zunächst unter- und später gänzlich abgegebrochen worden. Seinerzeit durften die Tabellenführer nach Anwendung der Quotientenregel aufsteigen, Absteiger gab es nicht. Die Folgesaison 2020/21 pausierte bereits ab Anfang November 2020 wegen erneut stark steigender Corona-Fallzahlen - und wurde anschließend auch nicht wieder aufgenommen. Die Auf- und Abstiegsregelung wurde ausgesetzt.


Freiwillige Fortsetzung in Mecklenburg-Vorpommern, Winterpause in Bayern

Bei Brandenburgs Nachbarn in Mecklenburg-Vorpommern wird die Saison auf Landesebene bis auf Weiteres "auf dem Prinzip der Freiwilligkeit" fortgesetzt, wie der dortige Fußball-Landesverband am Mittwoch mitteilte. Vereine und Teams, die ihre Spiele unter Maßgabe der "2G- oder 2G-plus-Regel nicht gewährleisten können oder wollen", haben die Chance, Partien bis 48 Stunden vor Anpfiff abzusagen. "Wir befürworten als Landesfußballverband die Aufrechterhaltung des Spielbetriebs. Die neue Verordnungslage lässt dies für den Amateurfußball an der frischen Luft auch grundsätzlich zu. Wir respektieren allerdings ebenso die Besonderheiten, die Vereine oder Mannschaften mit Blick auf die eigene Situation und aktuellen politischen Entscheidungen daran hindern können, regulär am Spielbetrieb teilzunehmen. Das wird daher auch ohne weitere Sanktionen toleriert“, erklärt LFV-Präsident Joachim Masuch in einer Verbandsmitteilung.

Der Fußball- und Leichtathletik-Verband Westfalen (FLVW) hat sich zu einer normalen Fortsetzung der Spielzeit unter 2G-Gesichtspunkten entschieden. "Nach Abwägung der Möglichkeiten haben wir uns dazu entschieden, den geimpften Spielerinnen und Spielern weiter die Möglichkeit zu geben, ihrem Sport nachzugehen", konstatiert FLVW-Präsident Gundolf Walaschewski auf der Verbandshomepage.

Der Bayerische Fußball-Verband (BFV) hatte am Mittwoch dagegen die vorzeitige Winterpause ausgerufen. Etwa 95 Prozent der bayerischen Amateurfußballer hätten ihre Halbserien nach Verbandsangaben aber ohnehin bereits abgeschlossen. In Bayern gilt seit kurzem die 2G-plus-Regel für Sportler und Zuschauer. In Städten und Kreisen mit einer Corona-Inzidenz über 1000 herrscht generelles Sportverbot. Sachsen hatte den Spielbetrieb in allen Altersklassen bereits am 10. November unterbrochen, Thüringen hatte die Saison im Männer-, Frauen- und Nachwuchsbereich am 19. November bis mindestens 1. Januar ausgesetzt. Sachsen-Anhalt hatte den Spielbetrieb zunächst für zwei Spieltage (19.-21. November und 26.-28. November) ausgesetzt.