22. November 2020 / 21:08 Uhr

Nach vorzeitiger Winterpause: Potsdamer Fußball-Teams schlagen Playoffs in Brandenburg vor

Nach vorzeitiger Winterpause: Potsdamer Fußball-Teams schlagen Playoffs in Brandenburg vor

Stephan Henke
Märkische Allgemeine Zeitung
Bornim-Trainer Janko Müller gibt Anweisungen vom Spielfeldrand.
Bornim-Trainer Janko Müller kann sich zur Fortsetzung der Saison einen Playoff-Modus vorstellen. © Benjamin Feller
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Der Fußball-Landesverband Brandenburg (FLB) hat am Freitag eine Verlängerung der Corona-Pause beschlossen. Doch wie geht es weiter? Die SG Bornim und Fortuna Babelsberg bringen Playoffs ins Spiel, um die Saison zu beenden.

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Die Entscheidung des Fußball-Landesverbands Brandenburg (FLB), vorzeitig in die Winterpause zu gehen, trifft bei den Vereinen in Potsdam überwiegend auf Verständnis. „Wenn man die Zahlen der Infizierten sieht, ist das keine große Überraschung gewesen. Es wäre vermessen gewesen, zu denken, dass es im Dezember weitergeht“, meinte etwa Janko Müller, gemeinsam mit Mathias Alex Trainer des Landesklasse-Teams der SG Bornim. Auch Ingo Hecht, Coach des Brandenburgligisten Werderaner FC, war wenig überrascht. „Aber wenn es dann tatsächlich so ist, ist es noch viel schlimmer, als wenn man nur darüber redet“, sagte Hecht, der hofft, dass die Saison im Januar fortgesetzt werden kann und der FLB sich flexibel zeigt, was Spieltage und Verlegungen betrifft.

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Der Landesverband hatte am Freitagabend bekanntgegeben, dass bis zum 31. Dezember keine Spiele mehr auf Landes- und Kreisebene ausgetragen werden. Ursprünglich war die Saison-Zwangspause bis zum 30. November angedacht. „Mit diesem Entschluss möchten wir auch unseren Vereinen eine gewisse Planungssicherheit geben und ermöglichen allen Mannschaften eine vorgezogene Winterpause“, fasste FLB-Präsident Jens Kaden das Ergebnis der Videokonferenz des Vorstands zusammen.

Mehr zur Saison-Pause

Wann die Saison fortgesetzt wird, steht noch nicht fest. „Ich habe die Befürchtung, dass wir im Januar nicht anfangen dürfen und auch nicht im Februar“, sagte Müller. Im Nachhinein habe man in Bayern vieles richtig mit der Entscheidung gemacht, bis zum Sommer 2021 die angefangene Spielzeit 2019/20 zu Ende zu spielen, meinte Müller. „Es stellt sich die Frage, wie man die Saison jetzt zu Ende bringt“, sagt er.

Für ihn hätte eine Playoff-Runde Charme, in welcher nach der Hinrunde die besten acht Teams um den Titel spielen und die schlechtesten acht um den Klassenerhalt. Die Quotientenregel, die beim Saisonabbruch im Mai angewendet wurde, sieht er dieses Mal kritisch, da viele Spiele ausgefallen seien. *„Aber zu 100 Prozent kann man es eh niemandem Recht machen“, sagt Müller, der sich eine frühzeitige und transparente Entscheidung über den Modus wünscht. *


Kritik an unterschiedlichen Regelungen

Playoffs sind auch der Vorschlag von David Karaschewitz, das hatte er schon im Sommer ins Spiel gebracht. „Diesen Weg könnte man gehen, wenn nach Beendigung der Hinrunde noch Möglichkeiten bestehen. Playoffs hätten einen Anreiz für viele Vereine, die unter der aktuellen Situation sehr zu kämpfen haben“, sagte der Trainer vom Landesligisten Fortuna Babelsberg.

Er kritisiert allerdings die unterschiedliche Handhabung der verschiedenen Länder. „Nicht nur für mich, sondern auch für viele Kinder ist es nicht nachvollziehbar, warum in Berlin weiterhin trainiert wird und in Brandenburg nicht“, sagte Karaschewitz.