13. Juni 2020 / 07:23 Uhr

Kampf gegen Schmähgesänge und Rassismus: Minister regt personalisierte Tickets im Fußball an

Kampf gegen Schmähgesänge und Rassismus: Minister regt personalisierte Tickets im Fußball an

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Baden-Württembergs Innenminister Thomas Strobl will prüfen lassen, ob personalisierte Tickets im Profifußball ein Mittel zur Bekämpfung von Rassismus in den Stadien sind.
Baden-Württembergs Innenminister Thomas Strobl will prüfen lassen, ob personalisierte Tickets im Profifußball ein Mittel zur Bekämpfung von Rassismus in den Stadien sind. © imago images/Arnulf Hettrich
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Baden-Württembergs Innenminister Thomas Strobl (CDU) regt die Einführung personalisierter Tickets im Profifußball an, um Rassismus in den Stadien effektiver bekämpfen zu können. Trotz Videoaufnahmen seien Täter oft nur schwer zu identifizieren.

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Baden-Württembergs Innenminister Thomas Strobl regt personalisierte Tickets für Zuschauer im Profi-Fußball an, um Täter nach Schmähgesängen besser ermitteln zu können. „Es ist absolut inakzeptabel, wenn bei Fußballspielen Rassismus offen zutage tritt, wenn völlig unschuldige Menschen traktiert werden, nur weil sie anderer Herkunft oder Hautfarbe sind“, teilte der CDU-Minister auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur in Stuttgart mit. Der gewaltsame Tod des Afroamerikaners George Floyd in Folge eines Polizeieinsatzes in den USA hatte die Debatte um Rassismus auch im deutschen Fußball zuletzt verschärft. Zahlreiche Mannschaften wie auch einzelne Spieler, darunter Jadon Sancho von Borussia Dortmund, Weston McKennie von Schalke 04 und Marcus Thuram von Borussia Mönchengladbach, hatten mit verschiedenen Aktionen gegen Rassismus und Polizeigewalt protestiert.

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Die Innenminister müssten auf ihrer Konferenz vom 17. bis zum 19. Juni in Erfurt darüber sprechen, ob Eintrittskarten für Fußballspiele in den Profiligen künftig nur noch personalisiert ausgegeben werden dürften. „Das Risiko, als Täter erwischt zu werden und spürbare strafrechtliche Sanktionen auferlegt zu bekommen, war und ist eines der besten Mittel, um Straftaten zu verhindern“, sagte Strobl. Bislang könnten die Täter nur schwer ausgemacht werden.

Täter oft vermummt oder durch Transparente verdeckt

Das Ministerium erklärte, es lägen zwar meistens Videoaufnahmen der Tatverdächtigen vor. Die Täter könnten jedoch nicht oder nur schwer identifiziert werden. Manchmal seien sie vermummt, oder aufgehängte Transparente verdeckten die Personen. Eine Arbeitsgruppe solle das Thema personalisierte Tickets prüfen.

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Es geht Strobl offenbar jedoch offenbar auch um Vorfälle, die nicht rassistisch motiviert sind. Als Beispiel nannte das Ministerium das Bundesliga-Spiel zwischen der TSG 1899 Hoffenheim und dem FC Bayern München am 29. Februar in Sinsheim. Bayern-Fans hatten den Hoffenheimer Mäzen Dietmar Hopp mit Spruchbändern und Gesängen schwer beleidigt. Das Spiel in Hoffenheim wurde daraufhin zweimal von Schiedsrichter Christian Dingert unterbrochen. In den letzten 13 Minuten spielten die beiden Mannschaften nur noch symbolisch den Ball hin und her.