28. Juni 2019 / 08:13 Uhr

Fußball-Frauen aus Lissa bleibt bei NOFV-Meisterschaft nur Platz fünf

Fußball-Frauen aus Lissa bleibt bei NOFV-Meisterschaft nur Platz fünf

Tino Glöckner
SPORTBUZZER-Nutzer
Das durch Gastspielerinnen verstärkte Team aus Lissa hält zwar gut mit, verfehlt aber eine Medaille deutlich. USER-BEITRAG
Das durch Gastspielerinnen verstärkte Team aus Lissa hält zwar gut mit, verfehlt aber eine Medaille deutlich. © privat
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Die Ü35-Mannschaft bleibt gegen die Landes-Auswahlen diesmal sieglos. Grund sind Schwächen in der Taktik und die mangelnde Chancenverwertung.

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Bereits zum 7. Mal veranstaltete der Nordostdeutsche Fußballverband (NOFV) die Ü35-Meisterschaft der Frauen und suchte dabei den Teilnehmer an der deutschen Meisterschaft. Gastgeber war in diesem Jahr Brehna in Sachsen/Anhalt mit einem top gepflegten Vereinsgelände.

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Der SV 90 Lissa startete als Sachsenmeister und traf mit dem USV Jena zunächst auf einen alten Bekannten, denn seit nunmehr sechs Jahren treffen beide Teams aufeinander. Leider war der Leistungsunterschied noch nie so deutlich.

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Lissa begann furios und offensiv und hatte bereits nach zwei Minuten die erste gute Chance. Doch die Mannschaft agierte dabei auch etwas naiv und bot dem Favoriten aus Jena die notwendigen Räume. Schnelligkeitsnachteile offenbarten sich recht schnell und bevor sich das Team versah, stand es binnen fünf Minuten 0:2. Nun musste Lissa erst recht was tun und hielt gut dagegen, Jena ließ Lissa dabei klug kommen und stach weitere Male gnadenlos zu. Am Ende musste sich die Mannschaft dem späteren Turniersieger mit 0:5 geschlagen geben.



Gegner kontert und trifft

Nach nur einer kurzen Pause gestalteten die Lissaerinnen die Partie gegen eine Stadtauswahl Berlins recht offen und erspielten sich auch Torgelegenheiten. Doch vorne agierten die Frauen zu ungenau und hinten zu offen und wurden für diese unkluge Spielweise erneut böse bestraft. Lissa griff an, machte Räume frei und schoss aufs Tor, doch die Gegner konterten und trafen. Das war der feine Unterschied mit großer Wirkung. Dass das klare 4:0 für Berlin nicht dem Spielverlauf entsprach, interessierte nach dem Abpfiff niemanden mehr.

Gegen die Landesauswahl von Sachsen/Anhalt stellte sich Lissa dann etwas defensiver auf, hatte aber dennoch mehr von der Partie und wieder gute Einschussmöglichkeiten. Doreen Glöckner knallte den Ball an die Latte, Simone Esper vergab zweimal in aussichtsreicher Position. Doch wenn es einmal nicht läuft, dann fängt man sich auch noch kuriose Tore ein. Eine scharf hereingebrachte flache Ecke wurde zunächst abgefälscht und landete vor einer einschussbereiten Anhalterin, der Schuss wurde von einem Lissaer Bein geblockt, aber so ungünstig, dass Anett Pantel im Tor in die falsche Ecke unterwegs war und den Kullerball nicht mehr erreichen konnte. Dieses unglaubliche 1:0 war der einzige Sieg für die Sachsen-Anhalt-Auswahl und bedeutete am Ende Platz drei.

Nun wollte Lissa wenigstens nicht als Gruppenletzter nach Hause fahren und peilte einen Sieg gegen die ebenfalls noch sieglosen „Fischköppe“ an. Die Auswahl aus Mecklenburg-Vorpommern nannte sich bewusst so und trug diesen Teamnamen sogar auf den Trikots. Lissa war spielbestimmend, der Siegeswille spürbar, die Stimmung gut, aber die Chancenverwertung blieb haarsträubend.

Pech im Abschluss

Die beste Gelegenheit hatte die auch beste Lissaer Spielerin an diesem Tag. Simone Esper wurde am Strafraum wunderbar freigespielt, umkurvte erst die Abwehr und dann die Keeperin, legte den Ball dann aber wenige Zentimeter am Kasten vorbei. Wenig später schob Franka Schmidt die Kugel aus drei Metern der Hüterin in die Arme, Schüsse aus der zweiten Reihe fanden ihr Ziel ebenfalls nicht. Da Keeperin Anett Pantel mit ihren fleißigen Deckungsspielerinnen den Kasten sauber hielt, blieb beim torlosen Remis wenigstens ein Punkt hängen.

Die Spielerinnen aus Lissa waren als Vereinsmannschaft von vorn herein Außenseiter und konnten früher im Gegensatz zu allen anderen Teams nur wenige Einsatzminuten in Landes-, Regional- oder gar Bundesliga sammeln. Dennoch hielt das Team mit und wurde für seine faire und erfrischende Spielweise gelobt. Beim nächsten Mal muss aber taktisch besser agiert werden und sich die Chancenverwertung verbessern, dann wird es auch wieder was mit einer Medaille. Diesmal blieb nur Rang fünf.

SV 90 Lissa: Anett Pantel, Doreen Glöckner, Janina Brauns, Claudia Rank (alle Lissa), Christiane Fleck, Franka Schmidt, Jana Deckert, Kerstin Bloi, Gitte Schmidt, Simone Esper und Manuela Treibl (Gastspielerinnen anderer Vereine).