18. Dezember 2020 / 19:10 Uhr

Lerch blickt auf turbulentes VfL-Jahr zurück: "Wird in die Geschichte eingehen"

Lerch blickt auf turbulentes VfL-Jahr zurück: "Wird in die Geschichte eingehen"

Jasmina Schweimler
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Erfolg um Jahresende: Durch einen Sieg gegen die SGS Essen will VfL-Trainer Stephan Lerch (r.) mit einem positiven, runden Abschluss in die Winterpause gehen.
Erfolg um Jahresende: Durch einen Sieg gegen die SGS Essen will VfL-Trainer Stephan Lerch (r.) "mit einem positiven, runden Abschluss in die Winterpause gehen." © Boris Baschin
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Die Bundesliga-Fußballerinnen des VfL Wolfsburg feierten in diesem Jahr die vierte Meisterschaft in Folge sowie den sechsten DFB-Pokalsieg. Das Champions-League-Finale wurde dagegen verloren und in der bisherigen Saison kämpfte das Team mit Verletzungssorgen. Trainer Stephan Lerch blickt zurück auf ein turbulentes Fußballjahr.

Ein langes Spieljahr neigt sich dem Ende zu, nach der Bundesliga-Partie gegen die SGS Essen kommenden Sonntag (14 Uhr) verabschieden sich die Fußballerinnen des VfL Wolfsburg in die Winterpause. Trainer Stephan Lerch blickt zurück auf das ungewöhnliche Fußballjahr 2020. "Das Jahr wird als Corona-Jahr in die Geschichte eingehen", so der 36-Jährige, der sich erinnert: "Wir sind aus der Winterpause rausgekommen und haben bis zum Algarve-Cup gespielt." Das Ausmaß wurde aber erst bewusst, als die Italienerinnen vor dem Finalspiel gegen Deutschland frühzeitig abreisten.

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Das war Anfang März. "Und dann ist diese Welle über uns hereingebrochen", so Lerch, der zu dem Zeitpunkt mit einem Riss der Achillessehne zu kämpfen hatte. "Ich lag auf der Couch und habe mit meinen Kapitäninnen geredet, wie wir das angehen und handhaben. Dieses Bangen und nicht wissen, was passiert, ist hängen geblieben."

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Die Wettbewerbe wurden für einige Zeit pausiert und Hygienekonzepte ausgearbeitet. Unter strengen Auflagen rollte dann aber wieder der Ball. Mit Geisterspielen ging es weiter und der VfL konnte die vierte deutsche Meisterschaft in Folge sowie den sechsten DFB-Pokal-Triumph nacheinander feiern. Das "war ein straffes Programm, wir sind aber gut durchgekommen."

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Im Champions-League-Finale zogen die Wolfsburgerinnen gegen Rekordsieger Olympique Lyon aber mit 1:3 den Kürzeren. Und nur wenige Tage nach der Pleite verließ auch noch Starspielerin Pernille Harder den Verein und wechselte für eine Rekordsumme zum FC Chelsea. "Mit dem Dämpfer aus dem Finale und dem Abgang von Pernille in die Liga zu starten, war nicht einfach. Dazu mussten wir schnell neue Spielerinnen integrieren. Es war turbulent und ein Auf und Ab, gleichzeitig eine Herausforderung, denn wir haben dort schon einen Umbruch eingeleitet", sagt Lerch. Neben Harder verlor man mit Sara Gunnarsdottir bereits zuvor eine wichtige Schlüsselspielerin. Und auf beide, so Lerch, "war sehr viel zugeschnitten."

Die Bilanz ein paar Monate später? Der Double-Gewinner überwintert in der Champions League und steht im Achtelfinale, zog im DFB-Pokal ins Viertelfinale ein und ist in der Liga Tabellenzweiter (28 Zähler) hinter Spitzenreiter Bayern München (33 Punkte). "Zwei Etappenziele haben wir erreicht, in der Liga sind wir, meiner Meinung nach, zwei Punkte zu weit weg", so Lerch, der das Unentschieden beim SC Freiburg immer noch bedauert. Aufgrund von Verletzungspech musste das Trainerteam die Mannschaft oft neu einstellen - mit Ewa Pajor (Knie-OP), Pauline Bremer (Kreuzbandriss) und Alexandra Popp (Kapselriss im Fuß) traf es den VfL dabei vor allem in der Offensive. "Ich kann nur den Hut vor meinem Team ziehen, wie sie das alles bis hierhin gemeistert hat. Ich bin sehr, sehr stolz", so Lerch, der sich jetzt wünscht, dass "wir mit einem positiven, runden Abschluss gegen Essen in die Winterpause gehen."

Bereits am 10. Januar versammelt sich die Mannschaft wieder zum Trainingsauftakt in Wolfsburg, vorher müssen zwei negative Corona-Tests vorliegen. "Deswegen wollen wir keine Zeit verlieren und wer von Essen aus abreisen möchte, darf das. Und die, die im Bus zurück nach Wolfsburg fahren, haben hoffentlich dort eine kleine schöne Weihnachtsfeier", so Lerch.