23. Juli 2020 / 14:54 Uhr

"Ausgerechnet Meister": Dieses Team verabschiedet sich mit dem Titel aus Gifhorn

"Ausgerechnet Meister": Dieses Team verabschiedet sich mit dem Titel aus Gifhorn

Henning Kampen
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Meister in der 1. Kreisklasse Gifhorn: Die FSG Didderse/Wipshausen.
Meister in der 1. Kreisklasse Gifhorn: Die FSG Didderse/Wipshausen. © Privat
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Seit dem 27. Juni ist die Saison beendet, der Niedersächsische Fußball-Verband hat die Spielzeit abgebrochen. Dann durfte offiziell gerechnet werden. Denn: Um die Abschlusstabelle zu ermitteln, wurden die Punkte durch die Spiele geteilt. Der Quotient gab den Ausschlag. Damit heißt es nach dieser Saison im wahrsten Sinne des Wortes: „Ausgerechnet Meister!“ Einer davon: die FSG Didderse/Wipshausen aus der 1. Kreisklasse Gifhorn.

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Im ersten Versuch haben die Damen der FSG Didderse/Wipshausen die Meisterschaft noch knapp verpasst. Das Team von Trainer Volker Hintzen lieferte sich mit dem VfR Wilsche/Neubokel ein Kopf-an-Kopf-Rennen um den Titel in der 1. Kreisklasse Gifhorn, nach einer Niederlage im direkten Duell musste sich die FSG mit Rang zwei zufriedengeben. Trotz 155 geschossener Tore! In der abgelaufenen Saison klappte es mit dem Gesamtsieg, Didderse/Wipshausen steht mit sechs Siegen und einem Remis an der Spitze. „Dass es durch den Saison-Abbruch passiert ist, ist natürlich schade, aber das Problem haben nicht nur wir“, sagt Co-Trainer Lothar Gehrke.

Ansorge ist nicht aufzuhalten

Auch in der kurzen Saison war Angreiferin Eileen Ansorge mit 23 von 39 FSG-Treffern maßgeblich am Erfolg der Mannschaft beteiligt. „Sie ist unberechenbar, kann mit beiden Füßen schießen. Eileen lässt kaum eine Torchance aus. Dazu kommen ihre Schnelligkeit und Wendigkeit“, sagt Gehrke. In der Saison davor erzielte sie gar 77 Tore, zudem 18 im Kreispokal, den Didderse/Wipshausen nach einem 3:1-Finalsieg gegen Wilsche/Neubokel gewonnen hatte.

Über 1000 Kilometer für Auswärtsspiele

Trotz der Meisterschaft wird die FSG nicht in die Kreisliga aufsteigen, da die Mannschaft nur aus 15 Spielerinnen besteht und in einer 7er-Staffel antritt. Die Mannschaft wird den Kreis Gifhorn nach dem Titelgewinn verlassen. Zu weit sind die Fahrten zu den Auswärtsspielen für die überwiegend im Kreis Peine beheimateten Akteurinnen. „Mir tut es ein bisschen weh, dass wir den Kreis Gifhorn wieder verlassen. Die Saison hat uns viel Spaß gemacht, und es waren tolle Gegnerinnen“, sagt Trainer Volker Hintzen, der die Fahrtstrecken addiert hatte und dabei auf über 1000 Kilometer kommt.

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Rückkehr nach Peine oder Braunschweig

In der kommenden Spielzeit wird die FSG wieder unter dem Namen Wipshausen/Didderse geführt werden und im Kreis Peine spielen – oder alternativ in Braunschweig, sollten nicht ausreichend Mannschaften in Peine gemeldet sein. Der Hauptgrund des Umzugs aus Peine nach Gifhorn lag darin, dass gegnerische Mannschaften in der Rückrunde der Vorsaison nicht mehr gegen die FSG angetreten waren. Sie bevorzugten es, nicht anzutreten und eine 0:5 Niederlage zu kassieren, statt im direkten Duell zweistellig von Ansorge, Luisa Gallinat und Co. abgeschossen zu werden.

Saisonziel: oberes Tabellendrittel

Trotz der noch nicht geklärten Ligazugehörigkeit möchte die FSG auch in der kommenden Spielzeit eine tragende Rolle spielen. „Ich rechne damit, dass wir um das obere Tabellendrittel spielen können. Ob wir auch um die Meisterschaft spielen können, lässt sich aber noch nicht einschätzen“, sagt Gehrke.