10. Juni 2020 / 11:23 Uhr

"Fußball-Geilheit" ist zurück: Zwochau meldet erstes Testspiel in Nordsachsen an

"Fußball-Geilheit" ist zurück: Zwochau meldet erstes Testspiel in Nordsachsen an

Johannes David und Steffen Enigk
Leipziger Volkszeitung
Vorreiter: Die Zwochauer, hier mit Tobias Ohme (l.) und Nick Legner (r.), haben als erstes nordsächsisches Team ein Testspiel nach der Corona-Pause angemeldet.
Vorreiter: Die Zwochauer, hier mit Tobias Ohme (l.) und Nick Legner (r.), haben als erstes nordsächsisches Team ein Testspiel nach der Corona-Pause angemeldet. © Alexander Prautzsch
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Endlich darf auch abseits der Profi-Ebene wieder richtig gekickt werden. Bei den Clubs der Nordsachsenliga sorgt das durchaus für Betriebsamkeit. Der SV Zwochau war am schnellsten, bittet bereits am 20. Juni zum ersten Testspiel nach der Coronapause. Andere Konkurrenten wollen nachziehen.

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Zwochau. Gerade erst hat der Verband wieder Testspiele erlaubt, schon traut sich der Erste in Fußball-Nordsachsen aus der Deckung. Nach mehr als drei Monaten Pause hatten die Männer des SV Zwochau die schnellste Reaktionszeit und setzten für den 20. Juni, 14 Uhr, die Rückkehr auf den Rasen an. Gegner wird der SC Syrau aus der Vogtlandliga sein, der stand dort bei Saisonabbruch übrigens auf Rang zwei. Also ein ordentlicher Gradmesser für den Neunten der Nordsachsenliga und Kreispokal-Halbfinalisten. Die Freude, dass es endlich wieder losgeht, schäumt auch jenseits der Mühle vielerorts nahezu über.

Keine Sommerpause in Zschortau

Etwa beim zweiten Pokal-Halbfinalisten aus dem Altkreis, der SG Zschortau. Seit drei Wochen trainieren die Männer der SGZ wieder, nun sollen schnurstracks die nächsten Schritte folgen. „Wir wollen schleunigst einen Testgegner kriegen, haben schon Anfragen bekommen. Jetzt planen wir das durch, um in den Wettbewerbsmodus zu kommen“, berichtet Trainer Christian Mörschke. Deswegen verzichten die Zschortauer auch auf eine Sommerpause. „Die Pause war lang genug und hat einigen offensichtlich auch nicht gut getan“, sagt der Coach mit Blick auf das ein oder andere Kilo Übergewicht und ergänzt: „Wir müssen den Spagat schaffen zwischen guter Laune und Ambition. Irgendwann legen wir den Hebel nach vorne und tun etwas für die Grundlagen-Ausdauer.“

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Bislang scheint der Spagat bestens zu funktionieren. Die Trainingsbeteiligung ist „immens hoch“, betont Mörschke. „Die Jungs sind fußballgeil. Aber das ist ja auch klar. Es gibt schließlich gerade wenig Alternativen.“ Noch jedenfalls.

Auch im Osten des Landkreises schläft die Konkurrenz nicht. Blau-Weiß Wermsdorf, Zwochaus Gegner im Halbfinale, möchte topfit sein, um sich den Traum vom Endspiel zu erfüllen und dort vielleicht einen der größten Erfolge der jüngeren Vereinsgeschichte zu feiern. „Natürlich wollen wir jetzt auch ins Finale und werden alles dafür tun“, sagt Trainer Dierk Kupfer. Durchgeplant hat er die Zeit bis zum Halbfinale (wohl Anfang August) und dem am 5. September folgenden Saisonstart aber noch nicht. „Dazu muss ich erst mal mit meinem Co-Trainer und der Mannschaft sprechen.“ So ist noch nicht klar, wie lang die Sommerpause dauert. „Vielleicht ziehen wir im Training auch durch“, so Kupfer, „nach der langen Pause sind die Jungs ohnehin heiß. Wir werden Mannschaften für Testspiele ansprechen.“

Mügeln peilt Podestplatz an

Schon bald könnte in Wermsdorf ein freundschaftlicher Kick gegen den SV Mügeln-Ablaß über die Bühne gehen, der für beide Teams als Abschluss der alten Saison gelten soll. „Zuletzt waren wir in Mügeln zu Gast und wurden dort gut beköstigt, jetzt wollen wir uns revanchieren“, meint Kupfer verschmitzt, „ich hatte schon Kontakt zum Präsidenten der Obstländer.“

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Ring frei ohne Ring: Die Boxer des ESV Delitzsch trainieren auf dem Freiplatz. Zur Galerie
Ring frei ohne Ring: Die Boxer des ESV Delitzsch trainieren auf dem Freiplatz. ©

Der heißt Arne Schütze, freut sich bereits auf das Spiel und will nun zeitnah einen Termin vereinbaren. „Alle freuen sich doch, wieder Fußball spielen zu können, und wir wollen auch durch Tests schnell in den Rhythmus kommen“, versichert Schütze. Nach Rang sieben in dieser Saison peilen die Mügeln-Ablasser, die unter Trainer Matthias Streit einen Höhenflug hinlegten und immer noch ungeschlagen sind, ab September einen Podestplatz an und rechnen dabei auch mit starken Wermsdorfern. „Wir werden uns gründlich vorbereiten, aber nicht die ganze Zeit durchackern. Es wird bei uns auch eine kurze Sommerpause geben“, so Schütze.

Oschatz hofft auf Nordsachsenliga

Ein weiterer im Bunde der Nordsachsenligisten ist Wacker Dahlen, das nur auf Rang zehn landete und zurück in obere Regionen möchte. „Die Jungs wollen unbedingt wieder ran“, weiß Präsident Markus Kollrich. Der Vorstand erstelle gerade ein Hygiene-Konzept und werde sich am Freitag mit dem Team zusammensetzen. Dann sollen die Grob-Planungen bis Anfang September festgeklopft werden. „Wir wollen aber die Zeit nutzen und würden gern noch vor unserer Sommerpause Testspiele bestreiten“, erklärt Kollrich.

Ob der FSV Oschatz bald Derbys gegen Dahlen, Wermsdorf und Mügeln vor der Brust hat, ist noch unklar. Der Kreisliga-Spitzenreiter kam wegen der Quotienten-Regelung nur als Zweiter ins Ziel. Das reicht normalerweise für den Aufstieg, doch diesmal hat der Verband wegen des Corona-Abbruchs anders entschieden. Trainer Steffen Wiesner kann nur hoffen, dass sich nach Ablauf der Vereins-Meldefrist am 15. Juni doch noch ein Platz in der Nordsachsenliga für die aufstiegswilligen Oschatzer ergibt. „Sonst nehmen wir eben einen neuen Anlauf.“ So oder so will er top-vorbereitet in die neue Saison gehen. „Wir werden noch bis Ende nächster Woche intensiv trainieren, danach vier Woche Pause machen und in der zweiten Juli-Hälfte wieder starten, dann natürlich auch mit einigen Testspielen“, sagt Wiesner. So eilig wie die Zwochauer haben es offenbar nicht alle.