29. Januar 2021 / 17:52 Uhr

Zu kurze Vorbereitung? Das sagen heimische Klubs zu den NFV-Plänen zur Saison-Fortsetzung

Zu kurze Vorbereitung? Das sagen heimische Klubs zu den NFV-Plänen zur Saison-Fortsetzung

Henning Kampen
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Wird die Fußball-Saison im Amateur-Bereich fortgesetzt? Wenn es nach dem NFV geht, ja.
Wird die Fußball-Saison im Amateur-Bereich fortgesetzt? Wenn es nach dem NFV geht, ja. © Boris Baschin
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Der NFV will die Saison sportlich beenden und hat dafür ein Arbeitspapier erarbeitet, das festlegt, wie eine Saison-Fortsetzung im Amateur-Fußball in diesem Jahr trotz der Corona-Pandemie möglich sein soll. Wir haben bei Trainern und Kreis-Verantwortlichen nachgefragt, was sie von dem Plan des Landes-Verbandes halten.

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Wie geht's im Amateur-Bereich weiter? Lange hat sich der niedersächsische Fußball-Verband (NFV) nicht dazu geäußert. Am Donnerstagabend stellte der Verband dann ein Arbeitspapier vor, das grobe Rahmenbedingungen für die Fortsetzung des Spielbetriebs benennt. Was steht unter anderem drin? Die laufende Saison soll sportlich beendet werden, die Saison könnte - wenn nötig - über den 30. Juni hinaus bis maximal zum Start der Sommerferien (21. Juli) verlängert werden und die Vorbereitungszeit mit Ball soll mindestens zwei Wochen betragen. Aber ist der Plan realistisch? Wir haben uns bei heimischen Klubs und bei Fußball-Kreis-Verantwortlichen in Wolfsburg und Gifhorn umgehört.

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Giampiero Buonocore, Trainer Lupo/Martini Wolfsburg (Oberliga): „Ich finde es legitim, dass der NFV die Saison sportlich zu Ende bringen möchte, und das sollte auch so sein. Aber zwei Wochen Vorbereitungszeit finde ich nicht gut, das ärgert mich. Es wird nicht auf die Gesundheit der Spieler geschaut. Die Spieler sind das Wichtigste, und wenn die sich verletzen, das ist nicht gut.“

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Michael Spies, Trainer MTV Gifhorn (Oberliga): „Wir freuen uns, wenn wir wieder auf dem Platz stehen und uns mit anderen Mannschaften messen können. Es ist keine lange Vorbereitungszeit, aber ich verstehe den Verband auch, weil man schnell wieder spielen möchte. Nach so einer langen Pause, in der die Spieler fast nur gelaufen sind, muss man aber in Sachen Verletzungen aufpassen.“

Willi Feer, Trainer SSV Vorsfelde (Landesliga): „Es ist für alle der gleiche Wettbewerb, es gelten für alle die gleichen Voraussetzungen. So ist es geregelt, dass alle Mannschaften ihre zwei Wochen Vorbereitung bekommen. Ich bin überzeugt, dass Spieler dann schon in einem körperlich guten Zustand zum Training kommen werden. Ich sehe es positiv, dass die Saison sportlich entschieden werden soll. Auch in den Juli hinein zu spielen, da haben wir super Voraussetzungen.“

Sajmir Zaimi, Trainer SSV Kästorf (Landesliga): „Ich finde es okay und wünsche mir einfach, dass wir die Saison sportlich fortsetzen können. Wenn wir im März wieder anfangen können, dann schaffen wir die restlichen 14 Spieltage bis Ende Juni. Bei der Vorbereitung hängt es von der Spielklasse ab. Ich weiß, dass meine Jungs sich fit halten, zwei Wochen reichen aber normalerweise nicht aus. Ich hoffe, dass wir mehr Zeit bekommen.“

Artur Krause, Trainer TSV Hehlingen (Bezirksliga): „Grundsätzlich würde ich es gut finden, wenn wir die Saison sportlich zu Ende bringen können. Wir haben die Spielzeit begonnen, auch, wenn es nur vier Spiele waren, sollte da eine sportlich faire Lösung gefunden werden. Eine Saison-Verlängerung würde ich befürworten. Die Vorbereitungszeit sehe ich als nicht gerade optimal, aber ich kann es nachvollziehen, weil man den Zeitplan sonst wohl nicht durchbekommen würde. Mit so einer Regelung hatte ich schon gerechnet.“

Ralf Schmidt, Trainer TuS Neudorf-Platendorf (Bezirksliga): „Ich frage mich, welche Leute das entschieden haben. Ich kann es nicht nachvollziehen. Wir sind noch bis zum 14. Februar im Lockdown, aber dann werden die Fußballer mit Sicherheit noch nicht wieder auf die Sportplätze dürfen. Wir haben noch 15 Spiele vor uns, das sehe ich bis Ende Juni nicht, da fängt auch schon wieder die Urlaubszeit an. Zwei Wochen Vorbereitung, das geht gar nicht. Dann passiert das, was wir auch im Pokal-Wettbewerb hatten, und die Spieler werden sich wieder der Reihe nach verletzen.“

Peter Dohmes, Trainer TSV Sülfeld (Kreisliga Wolfsburg): „Ich würde die Saison gerne sportliche zu Ende führen, sehe es aber als nicht durchführbar. Wir haben noch einige Nachholspiele, zudem wurde die Liga nicht, wie beispielsweise in Gifhorn, in A- und B-Staffel unterteilt. Bei der Vorbereitung finde ich es zwar schön, dass der NFV sich Gedanken macht, aber zwei Wochen finde ich etwas wenig.“

Sven-Arne Börner, Trainer TuS Müden-Dieckhorst (Kreisliga Gifhorn): „Ich finde es gut, es sollte das Ziel sein, die Saison zu Ende zu spielen. Die Entscheidung in Gifhorn war auf jeden Fall richtig, die Liga in Staffeln zu unterteilen. Zwei Wochen als Vorbereitung, das ist schwierig zu sagen. Man kann für sich alleine laufen und sich fit halten. Aber ich halte es für ganz schön knapp. Wenn dann aber wieder Testspiele gespielt werden dürfen, dann kann man sich auch wieder richtig auf die Saison vorbereiten.“

Timo Teichert, Spielausschuss-Vorsitzender (NFV-Kreis Gifhorn): „Der 30. Juni als Saison-Ende ist bei uns im Kreis auf allen Klassen und Ebenen möglich, es hängt allerdings davon ab, wann wieder gespielt werden darf. Wenn der NFV eine Verlängerung beschließt, das würde uns gerade bei den Alten Herren und Altsenioren zugutekommen. Zurzeit würden wir sie auch so durchbekommen, aber sollten wir im März nicht starten können, müssen wir es natürlich nach hinten schieben. Es heißt: Mindestens zwei Wochen Vorbereitungszeit mit Ball, das sind zwei Wochen nach Freigabe für den Mannschaftssport. Vielleicht schaffen wir es auch, den Mannschaften vier Wochen zu geben, das kann man zurzeit noch nicht sagen.“

Bernd Hartwig, Spielausschuss-Vorsitzender (NFV-Kreis Wolfsburg): „Man kann nicht von heute auf morgen wieder mit dem Spielbetrieb beginnen, deshalb halte ich eine Vorbereitungszeit von zwei Wochen für in Ordnung. Es ist gut, dass die Option besteht, die Saison verlängern zu können. Wir müssen aber schauen, ob und wann wir die Saison überhaupt fortsetzen können.“