01. März 2021 / 18:41 Uhr

Beim TSV Sülfeld steht Kapitän Klamka mit seiner Familie auf dem Platz

Beim TSV Sülfeld steht Kapitän Klamka mit seiner Familie auf dem Platz

Henning Kampen
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Mit seinen Brüdern vereint: Neben TSV-Kapitän Michael Klamka (3.v.r.) spielen auch seine Brüder Marcus Senger (kl. B. M.) und Thomas Klamka (kl. B. r.) für den Wolfsburger Kreisligisten.
Mit seinen Brüdern vereint: Neben TSV-Kapitän Michael Klamka (3.v.r.) spielen auch seine Brüder Marcus Senger (kl. B. M.) und Thomas Klamka (kl. B. r.) für den Wolfsburger Kreisligisten. © Roland Hermstein/Privat
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Er ist der Kopf der Mannschaft, sein Wort hat auf dem Platz und in der Kabine Gewicht: Der Fußball-Kapitän. In der Corona-Krise ist vieles anders, er aber nicht weniger gefordert. Wie funktioniert Zusammenhalt trotz Lockdown? Wie geht Gemeinsamkeit trotz Einsamkeit? Wie geht Fitness ohne Teamtraining? Die AZ/WAZ fragt nach: Wie ist die Lage, Kapitän?

Viele Fußballer beschreiben den guten Zusammenhalt in einer Mannschaft gern so, dass es wie in einer Familie sei. Michael Klamka, der Kapitän des TSV Sülfeld, würde das auch so sagen. Und: es trifft haargenau. Er spielt mit seinen beiden Brüdern Thomas Klamka und Marcus Senger in einem Team. „Mit ihnen auf dem Platz zu stehen, zu kämpfen und zu siegen, das ist ein großartiges Gefühl. Ich denke, dass wir drei uns ein Leben lang daran erinnern werden“, sagt Klamka.

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Wie ist es, wenn Kapitän Klamka seinen Brüdern auf dem Platz Anweisungen gibt – kommt da kein Streit auf? „Nein, Streitereien gab es noch nie. Es gibt ab und zu Meinungsverschiedenheiten, aber wir versuchen uns dann trotzdem immer zu motivieren und gegenseitig besser zu machen“, sagt Klamka.

Klamka zog es immer zurück zum TSV

Der TSV-Kapitän erlernte das Fußballspielen in Sülfeld, durchlief seit der E-Jugend alle Nachwuchsmannschaften im Verein. Doch zweimal in seiner fußballerischen Laufbahn verließ der 33-Jährige seine Sülfelder Familie. 2008 zog es ihn für fünf Monate zum TSV Ehmen, anschließend kehrte der Rechtsverteidiger zurück nach Sülfeld und verließ den Verein drei Jahre später erneut. Ein Jahr und fünf Monate hielt es Klamka beim TSV Wolfsburg aus, seit 2015 spielt er wieder beim TSV in Sülfeld. „Ich war sehr ambitioniert und wollte höher spielen. Ich habe aber immer wieder schnell gemerkt, dass der soziale Aspekt, mit Freunden zu spielen, für mich wichtiger ist“, sagt Klamka.

Emotional hat er nicht nur seine beiden Brüder im Team, er hat gleich die ganze Mannschaft adoptiert. „Ich habe zehn Brüder auf dem Platz, mit denen ich mich super wohlfühle.“ Und der Einflussbereich von Familie Klamka/Senger bezieht sich nicht nur auf den Rasen. Als es auf der Trainer-Position unruhig war, ergriffen der TSV-Kapitän und sein Stiefvater Uwe Senger die Initiative, überzeugten Peter Dohmes und seinen Bruder Burkhard vom Job beim Wolfsburger Kreisligisten. „Peter und Burkhard sind Sülfelder, also haben wir bei ihnen angefragt, ob sie uns nicht trainieren möchten“, sagt Klamka.

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Auch das Familien-Ritual setzt aus

Fit halten sich die TSVer in Corona-Zeiten mit einem Mannschafts-übergreifenden Wettbewerb. Die Kreisliga-Spieler kämpfen in einer Lauf-Challenge gegen die Zweitvertretung (2. Kreisklasse), wer weniger Kilometer abspult, muss ein Grillfest ausrichten. „Ich bin guter Dinge, dass wir das Ding holen werden“, sagt Klamka, der sich vor allem den sonntäglichen Familientag zurückwünscht.„Der Sonntag war immer unser Fußball-Tag. Nach unserem Spiel haben meine Brüder und ich uns immer bei unseren Eltern getroffen, zusammen gegessen, uns über Fußball unterhalten und das Sonntag-Spiel in der Bundesliga geschaut“, so der Sülfelder Kapitän.

Die Kapitäns-Tipps für die Corona-Zeit

App-Tipp: „Die Lauf-App von Adidas. Mir gefällt, dass es die Möglichkeit gibt, es in einer Gruppe zu machen. Außerdem ist die App übersichtlich und leicht zu bedienen.“

Gesellschaftsspiele-Tipp: „Wir spielen momentan sehr viele Familienspiele, meine Favoriten sind Codenames und Activity.“

Hörbuch-Tipp: „Das Hörbuch ‘Herr Aller Dinge‘ von Andreas Eschbach. Es hat mich von Anfang bis Ende voll in seinen Bann gezogen. Es ist mein absolutes Lieblingshörbuch.“

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