24. Juli 2019 / 16:43 Uhr

Fußball-Landesliga: „Die Vereine gestalten den Spielplan selbst mit“

Fußball-Landesliga: „Die Vereine gestalten den Spielplan selbst mit“

Jan-Philipp Brömsen
Göttinger Tageblatt
Staffelleiter Thorsten Tunkel (l.) bei der Arbeit: Für die Vorbereitung des Spielplans für die Fußball-Landesliga hat der 40-Jährige eine Menge Zeit aufgewendet. Diverse Wünsche der Vereine werden dabei mit berücksichtigt.
Staffelleiter Thorsten Tunkel (l.) bei der Arbeit: Für die Vorbereitung des Spielplans für die Fußball-Landesliga hat der 40-Jährige eine Menge Zeit aufgewendet. Diverse Wünsche der Vereine werden dabei mit berücksichtigt. © Foto: Hinzmann
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Kaum ist die letzte Partie der Fußballsaison abgepfiffen, geht es in die Planung für die kommende Spielzeit. Und das betrifft nicht nur die Vereine, sondern auch den Spielausschuss, der mit der Planung des Spielplans beschäftigt ist.

Seit 2014 ist Thorsten Tunkel neben seiner Tätigkeit als Abteilungsleiter beim Landesligisten SVG Göttingen im Spielausschuss des Bezirks Braunschweig tätig. Als Staffelleiter der Landesliga hat Tunkel diverse Aufgaben, und dazu gehören nicht nur Spielverlegungen in der Saison.

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Zunächst einmal erhalten alle Vereine im Laufe der Saison einen sogenannten Rahmenspielplan. Die Termine für die neue Serie sind daher bereits frühzeitig bekannt.

Bis Anfang Juni müssen dann alle Teams auf Bezirksebene ihre Mannschaften melden und zugleich ihre Wünsche für möglicherweise spielfreie Tage angeben. Erst dann beginnt die Arbeit des Spielausschusses, und die Planung kann beginnen.

„Zunächst werden aus den 16 Teams der Landesliga Pärchen gebildet und entsprechende Schlüsselzahlen vergeben“, erklärt Tunkel, der einige Stunden in die Vorbereitung des neuen Spielplans steckt. Bei der Vergabe der Schlüsselzahlen, die bereits vorab zu einem Spielplan nur aus Zahlen erstellt wurden, werden die Wünsche der Vereine und regionale Gesichtspunkte berücksichtigt. „Wir müssen uns zunächst an der Oberliga orientieren – da darf zum Beispiel FT nicht am selben Tag ein Heimspiel bekommen wie Acosta Braunschweig in der Landesliga. Beide Sportplätze liegen nur etwa 100 Meter auseinander“, so Tunkel.

Zwölf Vereine mit Sonderwünschen

Mit Abgabe der Meldungen gab es von zwölf der 16 Mannschaften Sonderwünsche: Sportwochen, Plätze nicht verfügbar und vieles mehr. „Der TSV Landolfshausen/Seulingen hat sich zum Sportfest in Seulingen ein Heimspiel gewünscht, somit schieden ein Großteil der Schlüsselzahlen aus“, berichtet der Staffelleiter. Zudem wollen einige Vereine ihre Heimspiele am Sonnabend statt am üblichen Sonntagnachmittag austragen. Auch diese Wünsche haben letztlich Einfluss auf die Vergabe der Zahlen.

Da es bei einer 16er-Staffel keine Mannschaft gibt, die spielfrei hat, müssen solche Wünsche von Vereinen entsprechend angepasst und berücksichtigt werden. „Eigentlich war am 9. Juni Schluss, aber ich habe auch danach noch einige Wünsche akzeptiert“, berichtet Tunkel. Der Staffelleiter hat bei der Vergabe der Schlüsselzahlen unter anderem auch darauf geachtet, dass die vier Göttinger Teams nicht allesamt am selben Tag ein Heimspiel haben.


Weiteren Einfluss haben die vorhandenen Platzkapazitäten der Vereine und die Anzahl der weiteren Teams im Klub. „Ein Verein mit einer zweiten Mannschaft in der Kreisliga kann nicht die Schlüsselzahl 16 bekommen, da auf Kreisebene zumeist nur mit maximal 14 Mannschaften agiert wird“, erklärt Tunkel.

Die Vereine erhalten vor dem Staffeltag einen Rohentwurf des neuen Spielplans. „Selbst danach kommen noch Änderungen. Der I. SC 05 hatte einen Heimrechttausch mit dem SC Gitter am zweiten Spieltag beantragt – somit haben sie zu Beginn drei Auswärtsspiele.“ Letztlich bereitet Tunkel aber nur die Schlüsselzahlen vor, den eigentlichen Spielplan erstellt der Vorsitzende des Bezirksspielausschusses, Jörg Zellmar.

Vereine gestalten Spielplan selbst mit

„Manchmal wünscht man sich, dass die Vereine einfach eher ihre Termine melden – das würde die Arbeit für uns Staffelleiter oftmals erleichtern“, so Tunkel, der kürzlich auf dem Staffelltag der Landesliga seine Spielplanvorbereitungen vorgestellt hat. Er wolle damit zeigen, dass Gerüchte, ein Staffelleiter habe Einfluss auf den Spielplan, haltlos sind. „Die Vereine gestalten den Spielplan selbst mit. Wir versuchen nur, alle Wünsche zu berücksichtigen“, betont der 40-Jährige.

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Allerdings sei dies ein Entgegenkommen, was nicht so praktiziert werden müsse. „Wenn einem das negativ ausgelegt wird, kann man künftig die Schlüsselzahlen auch losen. Dann bin ich mal gespannt, wie viele Änderungen es noch gibt“, verdeutlicht der Staffelleiter.