29. Dezember 2021 / 17:29 Uhr

Mission Klassenerhalt: Wie der SC Hainberg und TSV La/Seu die Liga halten wollen

Mission Klassenerhalt: Wie der SC Hainberg und TSV La/Seu die Liga halten wollen

Jan-Philipp Brömsen
Göttinger Tageblatt
Tim Krellmann (TSV La/Seu) und Joschka Bettermann (SC Hainberg) trennten sich im Derby 0:0. Beide Teams kämpfen in der Fußball-Landesliga um den Ligaverbleib.
Tim Krellmann (TSV La/Seu) und Joschka Bettermann (SC Hainberg) trennten sich im Derby 0:0. Beide Teams kämpfen in der Fußball-Landesliga um den Ligaverbleib. © Helge Schneemann
Anzeige

Die Hinrunde in der Fußball-Landesliga ist gespielt, die Teams befinden sich in der Winterpause. Anlass genug, die Situation der vier Vertreter aus der Region zu analysieren. Im ersten Teil widmen wir uns den beiden Teams aus dem Tabellenkeller: SC Hainberg und TSV Landolfshausen/Seulingen.

So richtig in Weihnachtsstimmung waren aufgrund der sportlichen Situation beide Klubs nicht: Beide Teams müssen ihren Fokus wohl oder übel auf die Mission Klassenerhalt richten. Daher sind die Trainer mit der jeweiligen Punkteausbeute auch alles andere zufrieden und erhoffen sich eine erfolgreichere Rückserie – teilweise mit verändertem Personal.

Anzeige

TSV Landolfshausen/Seulingen (13 Spiele/ Platz 16/ 10 Punkte/ 10:23 Tore)

Die bisherigen Spiele: Nach einem 1:1 zum Auftakt gegen Germania Lamme unterlag der TSV beim SC Gitter, einem direkten Konkurrenten um den Ligaverbleib, mit 0:1. Deutliche Pleiten gegen Vahdet Braunschweig (0:3) und beim I. SC Göttingen 05 (1:6) folgten. Nach vier Spielen stand gerade einmal ein magerer Punkt auf der Habenseite. Mitte September konnte der TSV den ersten Saisonsieg feiern. Ein 2:1 gegen BSC Acosta bescherten den ersten „Dreier“. So richtig Auftrieb sollte dieser Sieg nicht geben, denn gegen Vorsfelde und die Reserve von Eintracht Braunschweig folgten wieder zwei Niederlagen. Danach errang die Elf von Trainer Florian Jünemann mit zwei Remis und einem Sieg in Calberlah fünf wichtige Punkte in Folge. Nach drei weiteren Niederlagen konnte der TSV ein etwas überraschendes 1:1 beim I. SC 05 holen.

Teamvorstellung TSV Landolfshausen/Seulingen, Saison 2021/22

Teamvorstellung TSV Landolfshausen/Seulingen, Saison 2021/22 Zur Galerie
Teamvorstellung TSV Landolfshausen/Seulingen, Saison 2021/22 © Pförtner

Die Trainer-Analyse: „Dass wir nur zehn Tore erzielt haben, zeigt ein Teil unseres Problems“, sagt TSV-Coach Florian Jünemann, der zudem die Personalsituation im bisherigen Saisonverlauf anspricht. „Wir hatten viele Torchancen. Ab und zu war die Bude einfach wie zugenagelt. Die Abwehr steht gut. 23 Gegentore sind akzeptabel“, so Jünemann.


Dennoch sieht der Trainer eine positive Entwicklung im Team. Man sei einen Schritt weitergekommen. Allerdings habe sich die Mannschaft oftmals von selbst aufgestellt. „Es waren nie alle Spieler an Bord“, beklagt er. Zudem habe es einige unnötige Niederlagen, beispielsweise beim direkten Konkurrenten SC Gitter, als der TSV mit 0:1 verlor, gegeben. „Solche Schlüsselspiele muss man einfach gewinnen. Auch das Spiel in Vahdet Salzgitter dürfen wir nicht verlieren.“

Moral und Einstellung seien gut, daher glaubt Jünemann auch an den Turnaround nach der Winterpause. „Wir schätzen die Situation realistisch ein – es wird brutal schwer. Dennoch ist es absolut realistisch, dass wir mit unserem Kader die Liga halten können“, ist Jünemann überzeugt.

Berichte aus dieser Saison über den SC Hainberg und den TSV La/Seu

Der Ausblick: Bei der „Mission Klassenerhalt“ werden dem TSV Lennart Skubinn und Simon Haarmann (beides Studenten) helfen. Zudem kommt Marius Münter zurück, der ein halbes Jahr in den USA studierte . „Dann haben wir insbesondere in der Offensive mehr Möglichkeiten“, hofft Trainer Jünemann. Der Kader habe ausreichend Qualität und die Abstände seien noch sehr eng. Am 7. Januar bittet der Coach zum Trainingsauftakt. Dem SSV Nörten-Hardenberg und I. SC Göttingen 05 traut Jünemann den sicheren Klassenerhalt zu. „Bei Hainberg und uns wird es eng. Da steht es Spitz auf Knopf.“

SC Hainberg (12 Spiele/ Platz 14/ 12 Punkte/ 14:23 Tore)

Die bisherigen Spiele: Im ersten Spiel der Saison kam es zum Stadtderby gegen den I. SC Göttingen 05 – und die Elf von Trainer Lukas Zekas kassierte eine 0:3-Niederlage. Einem Heim-Remis gegen den MTV Isenbüttel (2:2) folgte der erste Saisonsieg beim 3:1-Auswärtssieg in Lamme. In den beiden folgenden Heimspielen gab es für den SCH ebenfalls ein Remis. Zwischendurch holten sich die Göttinger noch eine Niederlage bei Vahdet Braunschweig (0:3) ab.

Nullnummer im Landesliga-Duell zwischen dem SC Hainberg und dem TSV Landolfshausen/Seulingen. Zur Galerie
Nullnummer im Landesliga-Duell zwischen dem SC Hainberg und dem TSV Landolfshausen/Seulingen. © Swen Pförtner

Der nächsten Niederlage beim Spitzenteam SSV Vorsfelde folgte der erste Heimsieg – 1:0 gegen BSC Acosta hieß es nach 90 Minuten. Der zweite Sieg auf eigenem Platz wurde gegen Calberlah (2:1) eingefahren. Aus Lengede und Schöningen brachten die Hainberger keine Punkte mit. Das abschließende 2:3 gegen den SSV Nörten sollte jedoch Mut geben. Dort zeigte die Zekas-Elf eine stabile Leistung, an die es anzuknüpfen gilt.

Die Trainer-Analyse: „Zunächst einmal muss ich sagen, dass es für alle Teams nach der Corona-Zwangspause schwierig war. Wir haben direkt mit dem Derby gegen 05 gestartet. Dort waren wir noch nicht auf dem Niveau“, sagt SCH-Coach Lukas Zekas, der in seinem Team „sehr viel Potenzial“ sieht. Die Remis gegen Isenbüttel und Gitter bemängelt der Übungsleiter jedoch. „Das war ärgerlich. Diese Punkte fehlen einfach“, so Zekas. Die Spiele vor der Zwangspause seien sehr gut gewesen. „Wir haben oft den Takt vorgegeben und hatten auch wieder mehr Spieler zur Verfügung. Schade, wir hätten gerne noch weitergespielt“, analysiert der SCH-Trainer. Der Weg sei gut und die relativ kurze Winterpause sei für das Team ein Vorteil. Den Weg zum Klassenerhalt sollen künftig auch Claudius Weingert (6er, Außenspieler) und Torwart Malte Kinzke mitgestalten.

„Unser Fokus liegt auf den ersten drei Spielen“

Der Ausblick: Am 8. Januar bittet Zekas seinen Kader zur Rückrunden-Vorbereitung. Der Coach bot Individualtraining bis Weihnachten an. „Es wurde gut angenommen. Wir waren immer acht bis zehn Spieler“, so Zekas. Der Fokus müsse sich bei allen Spielern nach der Pause auf Fußball richten. Der Kader hingegen schrumpft nach Abgängen, unter anderem von Lukas Pampe, auf rund 22 Spieler. „Unser Fokus liegt auf den ersten drei Spielen. Da wollen wir gut vorbereitet sein“, hofft Zekas.

Im zweiten Teil der Serie widmen wir uns dem SSV Nörten-Hardenberg und dem I. SC Göttingen 05, den beiden weiteren regionalen Vertretern in der Fußball-Landesliga.