13. Januar 2021 / 17:11 Uhr

Müdens Kapitän hat im Lockdown Yoga für sich entdeckt

Müdens Kapitän hat im Lockdown Yoga für sich entdeckt

Henning Kampen
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Batke geht neue Wege: Während des Lockdowns arbeitet Müdens Kapitän mit Yoga an seiner Beweglichkeit.
Batke geht neue Wege: Während des Lockdowns arbeitet Müdens Kapitän mit Yoga an seiner Beweglichkeit. © Sebastian Preuß/Privat
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Er ist der Kopf der Mannschaft, sein Wort hat auf dem Platz und in der Kabine Gewicht: Der Fußball-Kapitän. In der Corona-Krise ist vieles anders, er aber nicht weniger gefordert. Wie funktioniert Zusammenhalt trotz Lockdown? Wie geht Gemeinsamkeit trotz Einsamkeit? Wie geht Fitness ohne Teamtraining? Der SPORTBUZZER fragt nach: Wie ist die Lage, Kapitän?

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Laufen, Krafttraining, Radfahren. Es gibt viele Möglichkeiten, wie sich Fußballer auch ohne Mannschaftssport fit halten können. Marvin Batke vom TuS Müden-Dieckhorst hat im sportlichen Lockdown Yoga für sich entdeckt. „Das hätte ich nie gedacht, aber es bringt ziemlich viel. Ich war absolut unbeweglich, da musste ich etwas machen“, sagt der TuS-Kapitän, der sich vorstellen kann, auch seine Teamkollegen dazu zu animieren. „Das schöne am Yoga ist, man sieht schnell Fortschritte, vielleicht kann man da etwas mit der Mannschaft machen.“

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Batke ist seit der vergangenen Saison Spielführer des Kreisligisten Müden-Dieckhorst, er übernahm das Amt von Florian Grusdt, der aufgrund der Familie kürzer treten wollte. „Der Trainer hat mich zum Kapitän bestimmt und bisher hat sich noch niemand darüber beschwert“, sagt Batke mit einem Lachen. Der 29-Jährige spielt seit seinem fünften Lebensjahr in Müden, hat den Verein noch nie verlassen „und möchte auch bis zum Ende hier bleiben“.

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Sonntags um 15 Uhr schlägt das Fußballer-Herz besonders laut

Seit der Unterbrechung des Trainings- und Spielbetriebs Anfang November hat Müden auch das Sportprogramm heruntergefahren, Nachweise über Lauf- oder Fitnesseinheiten müssen Trainer Sven-Arne Börner nicht vorgelegt werden. „Alle sollen mal abschalten und durchatmen“, sagt Batke, der auch ohne Zusammenkünfte den Kontakt zu seinen Teamkollegen sucht. „Ich schreibe jedem oder rufe auch mal an, um nachzufragen, wie es so geht. Für den TuS-Spielmacher war die Sport-Pause in den ersten zwei, drei Wochen angenehm, aber „wer ein Fußballer-Herz hat, bei dem schlägt es sonntags gegen 15 Uhr besonders laut“.

Fünf Spiele ungeschlagen, davon vier Siege

Batke spielt mit einigen Teamkollegen seit der Jugend zusammen bei der TuS, die Zeit ohne Spielbetrieb fällt auch ihm schwer. „Vor allem, weil es bei uns so gut lief, das war in den Jahren davor nicht so“, sagt Batke. Einzig der Saisonauftakt gegen Spitzenreiter FC Schwülper ging verloren, seit fünf Partien ist Müden ungeschlagen, gewann davon vier. Batke: „Der Blick geht bei uns endlich mal nach oben, die Hinrunde hat echt Spaß gemacht.“

Mit der Rückkehr zum Spielbetrieb rechnet Müdens Kapitän nicht vor April, bis dahin will er sich mit intensiven Läufen fit halten. Jeden zweiten Tag stehen für Batke zwischen fünf und 25 Kilometer auf dem Tagesplan. Vor der Rückrunde will Müdens Nummer Zehn auch seine Mitspieler wieder in Bewegung bringen – auf der Laufbahn und vielleicht sogar der Yoga-Matte.

Die etwas anderen Kapitäns-Tipps in der Corona-Krise

Serien-Tipp: Suits. Die Loyalität, die man auch seinem Verein gegenüber haben sollte, gepaart mit Risiko und Glück. Wie da alle zusammenhalten, finde ich super.

Musik-Tipp: Fynn Kliemann. Seine Musik kann man immer hören und die Musik bringt mir Freude.

Podcast-Tipp: Alleine ist schwer. Der Podcast der Hummels-Brüder. Sie stellen sportlichen Themen super dar und haben dabei einen tollen Humor.