05. April 2020 / 10:09 Uhr

Fußball-Nationalspielerin Pauline Bremer hält sich in Göttingen fit

Fußball-Nationalspielerin Pauline Bremer hält sich in Göttingen fit

Eduard Warda
Göttinger Tageblatt
Die ehemalige SVGerin Pauline Bremer, hier auf einem Archivbild bei einem Besuch in Göttingen, trainiert momentan in ihrer Heimatstadt.
Die ehemalige SVGerin Pauline Bremer, hier auf einem Archivbild bei einem Besuch in Göttingen, trainiert momentan in ihrer Heimatstadt. © Richter
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Der Spielbetrieb in den Profiligen ruht, das Coronavirus lässt keine Fußballspiele zu. Nationalspielerin Pauline Bremer wohnt in dieser Zeit bei ihrer Schwester in Göttingen – und versucht sich, für eine mögliche Wiederaufnahme der Saison fit zu halten.

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Was macht Pauline Bremer, Fußball-Nationalspielerin in Diensten von Manchester City, während der coronabedingten Spielpause? Sie wohnt bei ihrer Schwester in Göttingen. „Der Klub hat entschieden, dass wir zunächst natürlich alle zu Hause bleiben müssen“, sagt die 23-Jährige, deren Heimatverein die SVG Göttingen ist und die am 10. April 24 Jahre alt wird.

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„Offiziell wurde gesagt, dass die Liga am 30. April wieder startet. Natürlich müssen wir die Situation abwarten, ob das dann möglich ist“, sagt Bremer. „Demnach halte ich mich fit mit dem Plan, den wir von unserem Athletiktrainer bekommen haben.“

Mit ihrer Schwester Hannah, ihrer neuen Mitbewohnerin, die in Göttingen eine Weinbar betreibt, ist sie sich noch nicht in die Haare geraten, und auch sonst fühlt sich die Nationalspielerin in ihrer Heimatstadt wohl. „Ich habe hier in Göttingen zum Glück sehr gute Bedingungen und mache auch viel zu Hause und Drumherum, um mich einfach körperlich fit zu halten für den Fall, dass wir die Saison weiterspielen“, sagt sie.

Regelmäßiger Austausch mit den Manchester-Verantwortlichen

Zwar befindet sie sich in regelmäßigem Austausch mit den Verantwortlichen und Mitspielerinnen von Manchester City, aber genau kann sie die Situation auf der Insel nicht einschätzen. „In Manchester bin ich tatsächlich länger nicht gewesen“, sagt sie. Das hat seinen Grund: Nach dem Algarve-Cup, den sie mit der Nationalmannschaft in Portugal gespielt hat, sei sie „direkt nach Hause nach Göttingen gekommen“, berichtet sie. „Ich habe aber gehört, dass dort die Geschäfte, Cafés und Restaurants zu haben. Die Situation ist, denke ich, ähnlich wie hier.“

Im Sommer wechselt Bremer zum VfL Wolfsburg und läuft damit nach Turbine Potsdam für den zweiten Bundesligisten auf. Bis dahin gilt aber ihre Konzentration Manchester City. „Mit meinem Klub bin ich sehr oft in Kontakt, natürlich gerade mit dem Athletiktrainer, was die Pläne betrifft, aber auch mit meinem Trainer, mit der Ernährungsberatung, mit allen möglichen Leuten“, berichtet sie. „Auch die Offiziellen vom Verein versorgen uns immer wieder mit neuesten Informationen.“

Pauline Bremer und ihre Erfolge

Die Fußball-Nationalspielerin Pauline Bremer aus Göttingen wechselt im kommenden Sommer von der Insel zurück nach Deutschland – ihr Weg führt die 23-Jährige von ihrem aktuellen Verein Manchester City zum deutschen Vorzeigeklub VfL Wolfsburg. Mit Manchester holte Bremer in der vergangenen Saison den FA Women’s Cup, ihre größten Erfolge feierte sie jedoch mit Olympique Lyon, dem französischen Spitzenklub, für den sie zuvor zwischen 2015 und 2017 am Ball war: Zweimal in Folge holte sie mit Lyon das Triple aus Meisterschaft, Pokalsieg und Champions League-Triumph. 

Ihre ersten fußballerischen Gehversuche absolvierte die Stürmerin in ihrer Heimatstadt bei der SVG Göttingen 07, 2012 folgte der Wechsel zum 1. FFC Turbine Potsdam. Für die erste Mannschaft von Turbine markierte sie in der Bundesliga in 48 Spielen 14 Tore. Für die Deutsche Nationalmannschaft lief Bremer bisher bei vier Torerfolgen 21-mal auf. Mit DFB-Auswahlteams wurde sie 2012 U17-Europameisterin und 2014 U20-Weltmeisterin. 2013 wurde sie bei der U19-EM Torschützenkönigin.

Am wichtigsten sind der Göttingerin jedoch die Telefonate, die Videoanrufe und auch der Nachrichtenaustausch mit ihren Mitspielerinnen. „Wir als Spielerinnen haben natürlich auch untereinander Kontakt, vor allem über die WhatsApp-Gruppe, und versuchen, den Trainingsalltag doch irgendwie gemeinsam zu gestalten“, sagt die Stürmerin.

Der Fokus liegt momentan darauf, sich individuell fit zu halten – eine Situation, die Bremer aus Rehazeiten im Anschluss an ihre schwere Verletzung 2017 wohlbekannt ist. „Ich vermisse meine Mitspielerinnen schon sehr. Wir sind Teamsportler, und da ist es irgendwie komisch und nicht so toll, allein trainieren zu müssen. Das kenne ich ja aus Verletzungszeiten schon – fühlt sich ein bisschen so an“, sagt sie.

Bei Bedarf Trainingsideen von der Nationalmannschaft

„Von Seiten der Nationalmannschaft sind die nächsten Spiele erst mal abgesagt oder verschoben worden, und da haben wir auch noch keine weiteren Informationen, wann es da weitergehen kann“, erzählt Bremer. „Wir sind aber mit den Trainern und Athletiktrainern der Nationalmannschaft in Kontakt, die uns auch mit Plänen versorgen oder Trainingsideen geben, wenn wir sie benötigen.“

Was bleibt, ist die Hoffnung, dass die Saison doch irgendwie zu Ende gespielt werden kann. „Das hoffen wir natürlich alle“, sagt die Göttingerin. „Ich denke aber, dass die Gesundheit jetzt wirklich an erster Stelle kommt und der Fußball so ein bisschen in den Hintergrund rückt, was alle verstehen, was aber schade ist.“

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Man müsse nun sehen, „wie sich die Situation weiterentwickelt. „Hoffentlich können wir bald wieder zum normalen Ligaalltag übergehen“, sagt die frühere SVG-Angreiferin. „Ich hoffe, dass diese Zeit bald überstanden ist, dass wir alle wieder zusammen trainieren und spielen können.“