07. Dezember 2020 / 19:42 Uhr

MTV Gifhorn in die Abstiegsrunde? Trainer Spies hält nichts von NFV-Vorschlag

MTV Gifhorn in die Abstiegsrunde? Trainer Spies hält nichts von NFV-Vorschlag

Henning Kampen
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Des einen Freud, des anderen Leid: Giampiero Buonocore (r.) und Lupo/Martini Wolfsburg würden bei Umsetzung des NFV-Vorschlags an der Meisterrunde teilnehmen. Michael Spies (l.) und der MTV Gifhorn dagegen an der Abstiegsrunde.
Des einen Freud, des anderen Leid: Giampiero Buonocore (r.) und Lupo/Martini Wolfsburg würden bei Umsetzung des NFV-Vorschlags an der Meisterrunde teilnehmen. Michael Spies (l.) und der MTV Gifhorn dagegen an der Abstiegsrunde. © Sebastian Preuß/Britta Schulze
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Der Niedersächsische Fußball-Verband (NFV) schickte den 20 Vereinen aus der Oberliga Niedersachsen einen Vorschlag, wie es mit der Saison im neuen Jahr weitergehen könnte. Danach müsste der MTV Gifhorn in die Abstiegsrunde, Lupo/Martini Wolfsburg würde als Tabellendritter dagegen in der Meisterrunde um den Aufstieg in die Regionalliga Nord spielen. Gifhorn-Trainer Michael Spies hält nichts von der NFV-Variante, Lupo-Trainer Buonocore spricht sich dafür aus.

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Vor der Winterpause hatten die Oberliga-Fußballer des MTV Gifhorn mit drei Siegen aus vier Ligaspielen einen positiven Lauf hingelegt, der sie in der Tabelle bis auf Rang vier hob. Als Tabellenvierter zählte der MTV eigentlich zu den Teams, die bei einem Abbruch der Qualifikationsrunde nach der Hinrunde an der Aufstiegsrunde hätten teilnehmen sollen. Doch der NFV hat eine andere Idee. Nach den noch ausstehenden Spielen der Hinrunde - bei der der MTV könnte noch auf Rang fünf abrutschen könnte - will der Verband die Qualifikationsrunde abbrechen und eine Neueinteilung vornehmen, mit sechs Teams, die in der Aufstiegsrunde spielen und zwei Abstiegsrunden mit jeweils sieben Mannschaften. Die Gifhorner müssten damit in die Abstiegsrunde.

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"Aus meiner Sicht ist es total unverständlich und ich kann mir nicht vorstellen, dass den Vorschlag viele Vereine gut finden", sagt MTV-Trainer Michael Spies. "Es wurden vorab mehrere Vorschläge vom Verband angedeutet, wie es bei einer Unterbrechung weitergehen könnte, aber dieser Vorschlag stand nie im Raum“, führt Spies fort. Aber: "Eines ist auch klar, wenn es so kommen sollte, dann müssen wir uns mit der Situation arrangieren."

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Lupo würde um den Aufstieg spielen

Für Lupo/Martini Wolfsburg würde sich als Tabellendritter nichts ändern, das Team von Trainer Giampiero Buonocore würde an der Aufstiegsrunde teilnehmen. Lupos Trainer kann sich mit dem NFV-Vorschlag „anfreunden. Wir hätten damit nicht so viele Spiele und auf die kann man sich konzentrieren.“ Der Tabellendritte war aufgrund von Corona-Fällen später in die Saison gestartet, hatte dadurch nicht die gleichen Voraussetzungen, wie andere Vereine. „Für uns wäre es eine Belohnung, nach der Quarantäne zu Saisonbeginn. Wir haben es gut gemacht und haben es uns auch verdient“, sagt Buonocore, der es als wichtig ansieht, dass die Vereine belohnt werden „die gerade oben in der Tabelle stehen“.

Rückmeldung der Vereine bis 18. Dezember

Per E-Mail unterbreitete der Spielausschuss des Niedersächsischen Fußballverbandes (NFV) um Burkhard Walden den 20 Oberliga-Vereinen einen Vorschlag, wie die Ende Oktober unterbrochene Saison 2020/2021 beendet werden könnte. "Die aktuelle Entwicklung der Corona-Pandemie lässt leider den für diese Saison geplanten Verlauf der Saison nicht so zu, wie er vor der Saison geplant war", wird Staffelleiter Walden zitiert. Der 18. Dezember ist Stichtag, bis dahin müssen sich die Teams zum NFV-Vorschlag äußern.

Die Meisterrunde soll mit jeweils ersten Drei aus den Oberliga-Staffeln Hannover/Braunschweig und Weser-Ems/Lüneburg gespielt werden. Die 14 übrigen Vereine würden in zwei Abstiegsrunden mit je sieben Teams spielen. Anders als ursprünglich geplant, sollen alle erzielten Tore und Punkte mit in die Endrunde genommen werden. "Um die sportliche Wertigkeit der bisherigen Spiele sicherzustellen", sagt Walden.

Abstiegsrunde könnte noch im Juni gespielt werden

Gemäß der Ausschreibung steigt am Saisonende der Meister direkt in die Regionalliga auf, der Tabellenzweite qualifiziert sich für die Relegation. Aus den beiden Abstiegsrunden steigen jeweils zwei bis drei Mannschaften ab. Eventuell könnte sogar noch über eine Relegation ein weiterer Absteiger gesucht werden müssen. Ähnlich wie in der Regionalliga Nord sollte auch die Aufstiegsrunde der Oberliga möglichst bis Ende Mai beendet sein. Während die Abstiegsrunden theoretisch bis Ende Juni verlängert werden könnten.

"Nach Meinung des Spielausschusses ist dies ein Vorschlag, der eine sportliche Lösung unter den gegebenen Umständen ermöglicht, und die Saison somit auch zu einem sportlichen Abschluss bringen kann", sagt Walden.