24. Juli 2020 / 17:55 Uhr

Wer steigt in die Landesliga auf? Mörses Widerspruch abgewiesen, Berufung noch möglich

Wer steigt in die Landesliga auf? Mörses Widerspruch abgewiesen, Berufung noch möglich

Henning Kampen
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Die TSG Mörse und Trainer Thomas Orth wollen die Strukturen schaffen, um in Zukunft ohne Hindernisse in die Landesliga aufsteigen zu können.
Die TSG Mörse und Trainer Thomas Orth wollen die Strukturen schaffen, um in Zukunft ohne Hindernisse in die Landesliga aufsteigen zu können. © Gero Gerewitz
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Die TSG Mörse darf aufgrund fehlender Jugendmannschaften nicht in die Landesliga aufsteigen, gegen diese Regelung hatte der Verein Widerspruch eingelegt. Das Bezirkssportgericht hat diesen abgelehnt, bis Mittwoch hat Mörse Zeit, beim Verbandssportgericht in Berufung zu gehen.

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Die TSG Mörse war in der abgelaufenen Saison Meister in der Bezirksliga 1 Braunschweig geworden, darf aufgrund fehlender Jugendmannschaften aber nicht in die Landesliga aufsteigen. Dagegen hatte der Verein Widerspruch eingelegt, das Bezirkssportgericht lehnte diesen ab. Bis kommenden Mittwoch hat Mörse die Möglichkeit, beim Verbandssportgericht in Berufung zu gehen. Ob der Verein den Gang antreten wird, hat er noch nicht entschieden. Braunschweigs Bezirksvorsitzender Egon Trepke geht „nicht davon aus, dass es eine Genehmigung für den Aufstieg geben wird“.

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Für Mörses Trainer Thomas Orth ist die Entscheidung des Bezirkssportgerichts „keine Überraschung, wir hatten damit gerechnet.“ Mörse verfügt nur über eine eigene reine Herrenmannschaft, die 2. und 3. Herren sind Spielgemeinschaften mit dem TSV Heiligendorf. Zudem verfügt Mörse von den für den Aufstieg in die Landesliga relevanten Jugendmannschaften (A bis C, 11er-Mannschaft) nur eine C-Jugend - und auch diese ist ein Zusammenschluss aus Mörse, Heiligendorf und dem MTV Hattorf. „Sie erfüllen die Bedingungen nicht, das reicht nicht aus“, sagt Trepke.

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Mörse möchte für die kommende Saison die Grundlage schaffen, „damit wir ab der kommenden Saison aus rein sportlicher Sicht aufsteigen dürften“, sagt Orth. Zudem denkt der Verein darüber nach, einen Antrag zu stellen, damit der Paragraph 18 der NFV-Spielordnung angepasst wird, in dem beschrieben ist, wie viele Herren- und Jugendmannschaften ein Verein gemeldet haben muss. „Es betrifft ja nicht nur uns. Die ganzen Auflagen sind heutzutage nur schwer umsetzbar, vielleicht wird das mal überdacht und modifiziert“, sagt Orth. Spartenleiter Stefan Mais fügt hinzu: „Diese Regelung ist nicht mehr zeitgemäß, der NFV muss sich jedes Jahr mit Fällen wie unserem herumschlagen.“

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Foto; Boris Baschin, Wolfsburg, SPORT, Fußball-Bezirksliga, TSG Mörse - SV Calberlah, 24.08.2018, Zur Galerie
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An Paragraph 18 war die TSG bereits vor neun Jahren am Aufstieg in die Landesliga gescheitert, da ebenfalls nur eine Jugendspielgemeinschaft mit dem TSV Ehmen vorhanden war. Auch 2011 hatte der Verein einen entsprechenden Antrag auf Ausnahmegenehmigung beim NFV eingereicht – ohne Erfolg. Sollte Mörse den Weg vor das Verbandssportgericht nicht gehen, würde der Aufstieg für den SV Calberlah in die Landesliga feststehen, der Verein war in der abgelaufenen Saison Zweiter hinter Mörse geworden.