04. Januar 2021 / 15:15 Uhr

Ohne Corona wäre Fallerslebens Kapitän Laux nicht mehr da

Ohne Corona wäre Fallerslebens Kapitän Laux nicht mehr da

Henning Kampen
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Vorbild auf und neben dem Platz: Johannes Laux geht in den Spielen wie auch der Vereins-internen Challenge mit vollem Einsatz voran.
Vorbild auf und neben dem Platz: Johannes Laux geht in den Spielen wie auch der Vereins-internen Challenge mit vollem Einsatz voran. © Britta Schulze/privat
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Er ist der Kopf der Mannschaft, sein Wort hat auf dem Platz und in der Kabine Gewicht: Der Fußball-Kapitän. In der Corona-Krise ist vieles anders, er aber nicht weniger gefordert. Wie funktioniert Zusammenhalt trotz Lockdown? Wie geht Gemeinsamkeit trotz Einsamkeit? Wie geht Fitness ohne Teamtraining? Der SPORTBUZZER fragt nach: Wie ist die Lage, Kapitän? 

Den Bachelor in Fahrzeugtechnik hat Johannes Laux in der Tasche, der 23-Jährige wollte Wolfsburg verlassen und ein Master-Studium im Fach Nachhaltiges Wirtschaftsmanagement an der Universität in Oldenburg beginnen. Aber: "Corona hat mir einen Strich durch die Rechnung gemacht“, sagt Laux. Also entschied sich der Kapitän des Fußball-Bezirksligisten VfB Fallersleben gegen ein neues Umfeld und studiert stattdessen Umweltingenieurwesen an der Universität in Braunschweig.

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Laux spielt seit der C-Jugend in Fallersleben, vor gut dreieinhalb Jahren wurde er zum Kapitän gewählt. Die Herren-Mannschaft war zuvor tief gefallen, stürzte von der Landesliga bis in die Kreisliga ab. Laux und seine Teamkollegen aus der A-Jugend rückten auf und übernahmen direkt Verantwortung. „Weil wir eine eingeschworene Truppe waren, haben wir gesagt, dass wir zusammenbleiben. Das haben wir bis heute auch nicht bereut“, sagt Laux, der auch in den Jugendmannschaften schon die Spielführer-Binde getragen hatte.

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Challenge gegen pinke Shirts

Als Kapitän ist der zentrale Mittelfeldspieler in dieser Zeit, in der das Mannschaftstraining verboten ist, weniger gefordert, was Laux aufgrund seines Studiums auch genießen kann, „um mal runterzufahren“. Doch sportliche Betätigung muss bei den Bezirksliga-Kickern sein, deshalb wurden sie von Trainer Lars Ebeling in Vierer-Gruppen eingeteilt. Pro Woche muss einer der Spieler eine vorgegebene Übung – wie Kniebeugen, Liegestütze oder Balljonglieren – absolvieren und davon ein Video an den Trainer senden, der die Punktevergabe vornimmt. „Ich bin verwundert, wie die Jungs sich teilweise reinhängen, aber vielleicht möchte auch nur niemand Letzter werden“, sagt Laux mit einem Schmunzeln.

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Das Sieger-Team der Challenge bekommt einen Verzehrgutschein über 150 Euro, für den zweiten Platz gibt's einen über 100. Den Drittplatzierten werden eine Woche lang von dem Team auf Platz vier, das nach dem nächsten Spiel zudem ein Frühstück organisieren muss, nach dem Training die Schuhe geputzt. Die Letzten müssen auf dem nächsten Mannschaftsabend jeweils ein pinkes T-Shirt tragen und zudem eine Woche lang bei Training.

Ob und wann es mit dem Training überhaupt weitergeht, das wissen weder Laux noch seine Teamkollegen. Dass er im Laufe des nächsten Jahres nicht mehr Kapitän des VfB sein wird, ist dagegen wahrscheinlich. „Ich werde wohl wegziehen, darüber habe ich auch schon mit unserem Trainer gesprochen“, sagt Laux. Aber unabhängig davon ist klar: Den nächsten Mannschaftsabend inklusive Teamkollegen in pinken Shirts wird Laux sich sicherlich nicht entgehen lassen wollen.

Die etwas anderen Kapitäns-Tipps in der Corona-Krise

Serien-Tipp: Das Damengambit. "Eine Kurz-Serie, die man schnell schauen kann. Genau das Richtige, um Abwechslung vom Studium zu haben, ohne, dass man damit zu viel Zeit verbringt.“

Podcast-Tipp: Gemischtes Hack und Baywatch Berlin. "Die Leute, die da reden, finden genau die richtige Mischung aus Humor und ernsten Themen. Damit kann ich mich sehr gut ablenken.“

Web-Tipp: Virtuelle Online-Treffen. "Sie sind lustiger, als man es sich vorstellt. Auf der Website wonder.me kann man sich in eigene Räume zurückziehen und Spiele spielen. Es ist wie eine Party, nur halt online.“