25. Oktober 2020 / 16:53 Uhr

Kemnitz-Knaller ins Derby-Glück: MTV Gifhorn lässt Lupos Serie reißen

Kemnitz-Knaller ins Derby-Glück: MTV Gifhorn lässt Lupos Serie reißen

Marcel Westermann
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Derbysieger: Der MTV Gifhorn (in Gelb) gewann mit 3:1 gegen Lupo.
Derbysieger: Der MTV Gifhorn (in Gelb) gewann mit 3:1 gegen Lupo. © Sebastian Preuß
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Der MTV Gifhorn darf sich Derby-Sieger nennen! Gegen Lupo/Martini Wolfsburg setzte sich der Fußball-Oberligist am Sonntagnachmittag mit 3:1 durch - und in der Partie war einiges geboten.

Traumtor, Handelfmeter, direkt verwandelter Freistoß, Platzverweis - das Derby in der Fußball-Oberliga zwischen dem MTV Gifhorn und Lupo/Martini Wolfsburg hatte alles zu bieten, was ein Duell zweier Lokalrivalen ausmacht. Am Ende setzte sich die Mannschaft von Trainer Michael Spies in der Flutmulde mit 3:1 (2:1) gegen die Italiener durch und ließ deren Siegesserie reißen.

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Vier Erfolge in Folge hatte Lupo zuletzt feiern dürfen - in Gifhorn war Endstation. Dabei passierte lange Zeit nur wenig. Beide Mannschaften begannen bei guter Stimmung auf der Tribüne engagiert, intensive Zweikämpfe und kleine Nickligkeiten standen an der Tagesordnung. Nach vorn gelang beiden Teams bis auf kleinere Annäherungsversuche nichts. Erst nach einer halben Stunde hatten die Gäste die Führung auf dem Fuß, doch einen Schuss von Gracjan Konieczny blockte Kim Kemnitz gerade noch so vor der Linie - Torhüter Tobias Krull wäre da wohl machtlos gewesen. "Wir sind nicht so ins Spiel gekommen wie zuletzt", merkte Lupo-Trainer Giampiero Buonocore an.

Fußball-Oberliga: MTV Gifhorn gegen Lupo/Martini Wolfsburg 3:1

Fußball-Oberliga: MTV Gifhorn gegen Lupo/Martini Wolfsburg 3:1 Zur Galerie
Fußball-Oberliga: MTV Gifhorn gegen Lupo/Martini Wolfsburg 3:1 © Sebastian Preuß

Und gerade einmal zwei Minuten später war es Kemnitz, der auf der anderen Seite für Furore sorgte. Eine Ecke von links landete am langen Pfosten beim frei stehenden Innenverteidiger, der den Ball volley nahm und unter die Latten ins Netz hämmerte - was für ein Traumtor! Da die Kugel direkt wieder aus dem Tor flog, traute Schiedsrichter Christian Mulder seinen Augen kaum, unterbrach den Jubel der Gifhorner kurz. Doch nach kurzer Rücksprache mit seinem Assistenten entschied er richtigerweise auf Tor - das 1:0 für den MTV. Doch darauf ruhten sich die Gastgeber nicht aus, sie legten nach. Mathes Hashagen zog von links in den Strafraum, zog ab und traf Dennis Jungk am Arm. Den Handelfmeter verwandelte Mario Petry in der 40. Minute sicher zum 2:0.

Doch damit noch nicht genug. Lupo kämpfte weiter, wollte sich so einfach nicht geschlagen geben - und schaffte kurz vor der Pause noch den Anschlusstreffer. Dennis Dubiel verwandelte einen Freistoß aus 20 Metern direkt unten rechts.

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Auch nach dem Seitenwechsel blieb es hektisch. Zunächst nahm Lupo-Keeper Marius Sauss einen Rückpass auf, den indirekten Freistoß parierte der Schlussmann aber von Kemnitz. Doch damit noch nicht genug: Dennis Jungk (sah beim Handelfmeter Gelb) flog nach einem Foul am eigenen Sechzehner mit Gelb-Rot vom Platz. Die nächste Chance aufs 3:1, doch Kemnitz scheiterte erneut an Sauss, der den Ball prallen ließ, auch im Nachschuss brachte Erik Weinhauer den Ball nicht im Tor unter. "Die Chance muss man einfach nutzen", betonte MTV-Trainer Spies und merkte an: "Vor allem, wenn wir einer mehr sind, müssen wir die Bälle noch mehr laufen lassen."

Danach beruhigte sich die Partie zunächst etwas, doch vorbei war sie noch lange nicht. Eine Viertelstunde vor dem Ende sorgte der zuvor eingewechselte Malte Leese mit seinem Treffer für die Vorentscheidung. Dann der Schock: Gifhorns Torschütze musste nach einem Zweikampf mit einer Fußverletzung vom Platz begleitet werden. "Er hat einen riesigen Erguss im Fuß. Bei ihm sieht es ganz schlecht aus", so Spies. Es blieb beim 3:1. "Es war super, wie wir den Gegner bearbeitet haben und wie unsere Jungs gearbeitet haben. Der Sieg ist nicht unverdient", fand Gifhorns Coach. Auch Buonocore musste anerkennen: "Der Gegner war heute hungriger. Uns haben der entscheidende Pass und die Durchschlagskraft gefehlt. Dass es an der falschen Einstellung lag, glaube ich nicht. Aber uns haben schon einige Führungsspieler gefehlt."

MTV: Krull - Moreno Silva, Kemnitz, Upmann, Hashagen - Petry (69. Dünow) - Denker (84. Wolf), Weinhauer, Igbinoba, Martinowski - C. Schröder (65. Leese/78. Benaissa).
Lupo: Sauss - Jungk, Hajdari, Schlothauer, Taric - Dubiel (77. Mertens), Chamorro (60. Breit) - Konieczny - Ebot-Etchi (77. Krecklow), Hallmann, Rizzo (90.+3 Salijevic).
Tore: 1:0 (31.) Kemnitz, 2:0 (40.) Petry (Handelfmeter), 2:1 (43.) Dubiel, 3:1 (73.) Leese.
Gelb-Rot: Jungk (53./Lupo).

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