09. September 2020 / 17:40 Uhr

Lupo nach Corona-Fällen zurück im Training: "Ein bisschen wie Dynamo Dresden"

Lupo nach Corona-Fällen zurück im Training: "Ein bisschen wie Dynamo Dresden"

Henning Kampen
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Trainer Giampiero Buonocore hat noch zehn Tage Zeit, um sein Team auf den Saisonstart vorzubereiten.
Trainer Giampiero Buonocore hat noch zehn Tage Zeit, um sein Team auf den Saisonstart vorzubereiten. © Britta Schulze
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Fußball-Oberligist ist nach zwei positiven Corona-Fällen innerhalb der Mannschaft und anschließender Quarantäne zurück ins Mannschaftstraining gekehrt. Trainer Giampiero Buonocore sieht sein Team vor einer schwierigen, aber nicht aussichtslosen Saison.

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Das Corona-Virus ist das alles beherrschende Thema, Fußball-Oberligist Lupo/Martini Wolfsburg hatte es direkt erwischt. Mitten in der Saisonvorbereitung waren zwei Kicker positiv auf das Virus getestet worden, sieben Spieler begaben sich auf Anordnung des Gesundheitsamtes in häusliche Quarantäne.

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Die ersten beiden Spieltage wurden verlegt, die gesamte Mannschaft setzte zwei Wochen mit dem Team-Training aus. Eine optimale Vorbereitung sieht anders aus. Am Dienstag feierte Lupo die Rückkehr auf den Trainingsplatz, eine Hand voll Spieler fehlte dabei noch. „Sie fühlten sich noch nicht so wohl. Bei einigen werden noch Tests gemacht, ob sie starten dürfen. Dabei geht es nicht um Oberliga-Fußball - ich will, dass meine Spieler gesund sind“, sagt Trainer Giampiero Buonocore.

Die Fitness seiner Spieler war laut Buonocore auf einem richtig guten Level, „dann kommt so eine Hürde auf uns zu, die man natürlich nicht vorhersehen kann. Es ist für uns ein Rückschlag.“ Die Spieler bekamen Fitness-Pläne an die Hand, die in den eigenen vier Wänden absolviert werden sollten, doch Spielformen konnten somit nicht trainiert werden und die Spieler in Quarantäne durften das Haus nicht verlassen, um Läufe zu absolvieren. Buonocore: „Wir haben einen Plan B vorbereitet und die restliche Zeit wollen wir nutzen, um uns so gut es geht auf den Start vorzubereiten. Wir können jetzt nicht rumheulen."

Mental eine schwierige Situation

Auch mental sei die ungewollte Auszeit nicht spurlos an seinen Spielern vorbeigegangen, bestätigte der Lupo-Coach: „Für manche war es schwierig. Wir sind alle Menschen, und wer sich nicht wohl oder fit fühlt, der kommt langsam wieder rein. Wir wollen da vernünftig sein. Ein paar Spieler haben diese Sachen auch im Kopf, mit den nächsten Trainingseinheiten wird sich das aber, denke ich, auflockern.“ Buonocore zieht Parallelen zu einem Schüler, der nach längerer Krankheit wieder zum Unterricht erscheint. „Wenn man Lernstoff verpasst hat, dann hat man Ängste, das nicht wieder aufholen zu können.“

Viel Zeit bis zum Duell bei FT Braunschweig bleibt nicht, um gut auf das erste Liga-Spiel am 19. September vorbereitet zu sein, sah sich Co-Trainer Michael Müller den kommenden Gegner vorab an. Buonocore selbst schaute beim Saisonauftakt des MTV Gifhorn vorbei, der dem Liga-Neuling SV Ramlingen-Ehlershausen 0:3 unterlag. „Ich kannte sie als Aufsteiger noch nicht, aber in der Oberliga kann eh jedes Team jedes andere schlagen“, sagt Buonocore. Für Lupo werde es dagegen schwer, das Niveau der Konkurrenten von Beginn an zu 100 Prozent abrufen zu können.

"Ein bisschen wie Dynamo Dresden"

Mit fünf Liga-Spielen in 14 Tagen müssen die Wolfsburger von Beginn an voll da sein. „Um wieder reinzukommen, ist das nicht gerade optimal. Wir sind auch nicht auf dem gleichen Stand wie andere Mannschaften, das muss man ganz klar sagen“, so Buonocore. "Wir sehen uns da ein bisschen wie Dynamo Dresden."

Die Sachsen mussten in der vergangenen Zweitliga-Saison nach Corona-Fällen innerhalb der Mannschaft acht der verbliebenen neun Liga-Spiele im Drei-Tage-Rhythmus absolvieren. „Da hat man auch gesehen, dass es schwierig ist. Wir können nichts herbeizaubern“, sagt Buonocore. Dresden stieg ab, dass sein Team dasselbe Schicksal erleidet, befürchtet Lupos Trainer nicht: „Wir können das durch unsere Mentalität kompensieren. Wir müssen einfach Hunger darauf haben, so schnell wie möglich Punkte zu holen, dann kommen wir gut rein.“