30. April 2022 / 19:43 Uhr

Weide und Kratzert verpassen den Siegtreffer: SVG spielt gegen Bersenbrück nur 0:0

Weide und Kratzert verpassen den Siegtreffer: SVG spielt gegen Bersenbrück nur 0:0

Andreas Fuhrmann
Göttinger Tageblatt
Harter Kampf: Luis Riedel (hinten links, verdeckt) und Yannis Fischer (rechts) von der SVG Göttingen im Kopfballduell mit Patrick-Emmanuel Papachristodoulou vom TUS Bersenbrück.
Harter Kampf: Luis Riedel (hinten links, verdeckt) und Yannis Fischer (rechts) von der SVG Göttingen im Kopfballduell mit Patrick-Emmanuel Papachristodoulou vom TUS Bersenbrück. © Helge Schneemann
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Die SVG hat das wichtige Duell in der Abstiegsrunde der Fußball-Oberliga gegen den TUS Bersenbrück nicht gewinnen können. Das 0:0 im heimischen Stadion am Sandweg war zwar leistungsgerecht – am Ende aber zu wenig für die Erkner-Elf, die kurz vor Schluss zwei Riesenchancen vergab.

Es war das erwartet enge Spiel, und am Ende fand es keinen Sieger. Die SVG Göttingen ist im wichtigen Heimspiel in der Abstiegsrunde der Fußball-Oberliga nicht über ein 0:0 gegen den direkten Konkurrenten TUS Bersenbrück hinausgekommen. Damit verpasste es die Erkner-Truppe, den Abstand zu den Nichtabstiegsrängen zu verkürzen.

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Die Schwarz-Weißen bestimmten die ersten Minuten der Partie, pressten früh und wollten die Gäste erst gar nicht ins Spiel kommen lassen. Mit Erfolg: Die SVG war anfangs leicht feldüberlegen und verbuchte nach einer Ecke in der 10. Minute die erste Chance. Die starke Flanke von der rechten Seite nach kurz ausgeführter Ecke fand allerdings keinen Abnehmer.

SVG Göttingen - TUS Bersenbrück 2021/22

Enge Kiste: Die SVG Göttingen verpasst gegen den TUS Bersenbrück den Befreiungsschlag. Zur Galerie
Enge Kiste: Die SVG Göttingen verpasst gegen den TUS Bersenbrück den Befreiungsschlag. © Helge Schneemann

Im Gegenzug kassierten die Hausherren allerdings beinahe das 0:1. Bersenbrück konterte nach einem schnell ausgeführten Freistoß im Mittelfeld blitzschnell über die starke rechte Seite. Der Angreifer der Gäste zog nach innen und legte den Ball aus spitzen Winkel vorbei an SVG-Torwart Dennis Henze. Doch Patrick Hofmann klärte den Ball für seinen geschlagenen Torhüter kurz vor der Linie. Aufatmen im Stadion.

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Bersenbrück übernimmt das Kommando

Die SVG schien beeindruckt – und die Gäste waren jetzt voll im Spiel, ließen Ball und Gegner laufen. Auch offensiv war Bersenbrück auf den Geschmack gekommen – und verbuchte in der 14. Minute die nächste Großchance. Nach einer Volleyabnahme aus elf Metern zentraler Position tauchte SVG-Torwart Henze aber blitzschnell ab und kratzte das Kunstleder noch von der Linie. Ganz starke Aktion der Nummer eins.

Erst in der 18. Minute konnten sich die Gastgeber etwas frei schwimmen. Nach einem langen Schlag gelangte der Ball über Umwege zu Kapitän Steffen Doll, der sich zum Strafraum durchtankte. Dort aber spitzelte ihm ein Abwehrspieler der Gäste das Leder im letzten Moment vom Fuß. Doll kam bei der Aktion zu Fall, der Schiedsrichter stand allerdings gut und entschied sofort auf Weiterspielen. Die SVG hingegen forderte Elfmeter.

Auch wenn der Vorstoß nicht zum Erfolg führte, die SVG war jetzt wieder besser im Spiel, agierte auf Augenhöhe. Die besseren Chancen hatten aber weiterhin die Gäste. Nach einem Foul auf der rechten Seite kassierte Yannis Fischer die erste gelbe Karte des Spiels. Der folgende Freistoß wurde von Henze geklärt. Den Abpraller jagte ein Spieler der Gäste in den wolkenbehangenen Göttinger Abendhimmel.

SVG Göttingen fordert Elfmeter

In der 39. Minute wurde es dann noch einmal hitzig. Doll sollte einen gegnerischen Spieler rund 30 Meter vor dem SVG-Tor gefoult haben – diese Meinung hatte der Schiedsrichter indes fast exklusiv. Vielmehr war es der Kapitän der Gastgeber, der gefoult worden war. SVG-Trainer Dennis Erkner beschwerte sich lautstark – was ihm die gelbe Karte einbrachte. Den folgenden Freistoß konnte der TuS indes nicht nutzen. So ging es mit einem 0:0 in die Kabinen.

Der Beginn der zweiten Hälfte war geprägt von Nickeligkeiten – und Fouls. In der 47. Minute war es Ricardo Moreno Morales, der den gelben Karton sah. Wenig später traf es auch Patrick-Emmanuel Papachristodoulou vom TuS nach einem taktischen Foul, in der 65. Minute dann Mitspieler Moritz Waldow. Fußballerisch war das in dieser Phase ganz magere Kost – auch wenn es weiter spannend blieb.

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In der 77. Minute brachte Gäste-Trainer Farhat Dahech Nico Meyer – und der Spieler mit der Nummer 20 hätte beinahe nach einer Ecke mit seiner ersten Ballberührung das 1:0 für seinen Klub erzielt. Der Kopfball strich aber knapp über die Latte. Damit aber wurde es noch einmal unterhaltsam am Sandweg.

Wenig später wechselte Erkner Florian Evers aus und mit Ali Ismail volle Offensiv-Power ein. Dann war es aber ein Abwehrspieler, der die SVG fast in Front gebracht hätte. Nach einer missglückten Freistoß-Variante war die Chance für die SVG schon fast vertan, aber der Abpraller landete beim mit aufgerückten Andre Weide, und er fackelte nicht lange. Doch zum Entsetzen aller SVG-Fans fischte der Gästetorhüter den strammen Schuss noch aus dem rechten unteren Eck.

Weide und Kratzert mit Großchancen

Die Partie wogte jetzt hin und her. Beide Mannschaften wollten den Sieg. Erkner brachte für Fischer mit Julian Kratzert einen weiteren Stürmer. Doch es war Bersenbrück, das eine vielversprechende Doppelchance verzeichnete. Auch ein Freistoß der Gäste aus halbrechter Position verfehlte das Tor der SVG nur knapp. Kratzert hatte dann die letzte Chance des Spiels, doch Bersenbrücks Torwart parierte auch diesen Schuss glänzend.

Am Ende blieb es beim 0:0, einem leistungsgerechten Ergebnis, das aber eher Bersenbrück hilft als der SVG. Für die Schwarz-Weißen ist dieser eine Punkt klar zu wenig. Die Erkner-Truppe versuchte zwar alles, viel mehr war an diesem Tag aber einfach nicht drin.

Der SVG-Trainer sprach nach der Partie von einem sehr intensiven Spiel. Beiden Teams habe man angemerkt, dass es erst einmal darum gegangen sei, keinen Gegentreffer zu kassieren. Mit etwas Glück hätte man das Spiel auch gewinnen können, dieses Glück fehle der SVG aber derzeit, sagte Erkner.

Ihm sei es von Beginn an vor allem darum gegangen, wie sich sein Team verkauft. „Wir wussten, dass Bersenbrück besser Fußball spielen kann als wir“, erklärte Erkner. Aber seine Mannschaft habe kämpferisch voll dagegen gehalten, habe absoluten Willen gezeigt, und damit sei er hundertprozentig zufrieden.