24. September 2018 / 11:01 Uhr

Fußball-Oberliga: VfR Neumünster nähert sich an, Eutin 08 in der Krise

Fußball-Oberliga: VfR Neumünster nähert sich an, Eutin 08 in der Krise

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Neumünsters Christoph Maliszewski (links) kann es nicht glauben, sein Abwehrversuch landet im eigenen Netz. PSV-Keeper Joe Gabriel (Mitte) ist chancenlos. Hinten schaut Bordesholms Pascal Entinger zu.
Neumünsters Christoph Maliszewski (links) kann es nicht glauben, sein Abwehrversuch landet im eigenen Netz. PSV-Keeper Joe Gabriel (Mitte) ist chancenlos. Hinten schaut Bordesholms Pascal Entinger zu. © Wottge
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Veilchen holen beim TSV Lägerdorf den ersten Saisonsieg – Eutin 08 rutscht ab – TSV Bordesholm gewinnt beim PSV Neumünster

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Tabellenschlusslicht VfR Neumünster hat in der Fußball-Oberliga mit dem ersten Saisonsieg beim TSV Lägerdorf den Abstand zu den Nichtabstiegsplätzen auf vier Punkte verkürzt. Eutin 08 rangiert noch auf einem solchen, doch der Regionalliga-Absteiger befindet sich nach dem 2:5-Debakel gegen den SV Eichede in einer handfesten Krise. Der TSV Bordesholm feierte einen 2:0-Auswärtssieg beim PSV Neumünster.

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PSV Neumünster – TSV Bordesholm 0:2

„Wir stehen hinten sauber und gut“, verriet Bordesholm-Coach Björn Sörensen die Erfolgsformel des Aufsteigers. Beim PSV entwickelte seine Elf in der Anfangsviertelstunde jedoch auch geballte Offensivpower. Nach 100 Sekunden rettete PSV-Keeper Joe Gabriel in höchster Not gegen Malte Lucht. Acht Minuten später war Gabriel machtlos, als ein Schlagelambers-Freistoß durch Freund und Feind hindurchging und an den Pfosten klatschte. Der Abpraller sprang vom Kopf des Neumünsteraners Christoph Maliszewski ins eigene Tor (10.). Das Privatduell Lucht-Gabriel ging in die Verlängerung: Erst verkürzte der Torwart gut den Winkel gegen den Bordesholmer Angreifer (13.), dann lenkte er dessen Kopfball an die Latte (23.). Der PSV wurde nur nach ein Patzer von Bordesholms Torwart Thorsten Schütt gefärhlich, Torben Czekay brachte den Abpraller aber nicht im Tor unter (42.). Erst nach dem Seitenwechsel wurde die Möller-Elf zwingender, Hasan Mercan (52.) und Czekay (55.) blieben aber glücklos. Auf der Gegenseite vollendete der überragende Felix Schlagelambers einen Konter zum 2:0 (56.). Gabriel bewahrte den PSV vor einer höheren Niederlage, parierte einen Foulelfmeter von Lucht (69.). „Unzulänglichkeiten im Passspiel haben uns nicht ins Spiel kommen lassen“, sagte PSV-Coach Thomas Möller.

PSV Neumünster gegen TSV Bordesholm in Bildern:

Neumünsters Patrick Fürst (vorne) streckt sich. Doch Bordesholms Abwehrchef Benedict Klimmek (hinten) bewahrt die Ruhe. Zur Galerie
Neumünsters Patrick Fürst (vorne) streckt sich. Doch Bordesholms Abwehrchef Benedict Klimmek (hinten) bewahrt die Ruhe. ©

TSB Flensburg – Inter Türkspor Kiel 1:1

Im Vergleich zur Vorwoche war Inter nicht wiederzuerkennen. Türkspor präsentierte sich als Einheit, baute sein Spiel besonnen, aber zügig auf, um dann über die Außen schnelle Angriffe vorzutragen. „Wir haben alles richtig gemacht“, freute sich Inter-Co-Trainer Steve Frank, dessen Abwehr stabil stand und in Torwart Justus Kaack einen sicheren Rückhalt hatte. Im Angriff fehlte aber meist der letzte Pass. Für die verdiente Führung musste ein Freistoß herhalten, den Teji Lawson-Body auf den zweiten Pfosten zog: Benjamin Petrick traf aus spitzem Winkel (41.). Als Shpend Meshekrani binnen drei Minuten noch vor der Pause zwei Gelbe Karten sah und vom Platz musste, bekam das Inter-Spiel einen Bruch. „Wir mussten viel mehr laufen und haben dennoch Räume zugelassen“, sagte Frank, dessen Team den Ausgleich kassierte, als Kaack einen Schuss von Lasse Sohrweide nur nach vorn abwehren konnte und Mats Moeller einschob (62.). Danach hatten die Kieler Glück, dass Flensburg keinen weiteren Treffer markierte. „Wir hätten uns darüber nicht beklagen können. Bei einer Halbzeit in Unterzahl müssen wir mit einem Punkt zufrieden sein“, sagte Frank.

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TSV Kropp – TSV Schilksee 3:4

Die Gäste bewiesen erneut Comeback-Qualitäten. In Kropp egalisierten die Sahre-Schützlinge erst einen 0:2-Rückstand und ließen sich auch vom 2:3 (70.) nicht beeindrucken. In der starken Anfangsphase der Gäste verzogen Berg Pekgür (6.) und Yannick Jakubowski (9.) freistehend vor Kropps Keeper Tore Wächer, nach 15 Minuten riss der Schilkseer Faden. Kropp übernahm mit langen Bällen die Spielkontrolle und schlug kurz vor der Pause mit einem Doppelpack der Ex-Schilkseer Finn Langkowski (39.) und Lars Horstinger (43.) zu. In der TSVS-Kabine wurde es laut, die Reaktion folgte prompt. Jakubowski (55.) nach Acer-Freistoß und Rezan Acer per Foulelfmeter (60.) glichen aus. Jörn Vogt schoss Kropp per Konter wieder in Front (70.). „Wir haben gezeigt, dass wir immer in der Lage sind, ein Spiel zu drehen“, freute sich Sahre über die späten Treffer von Jakubowski (83.) und Pekgür (89.).

Eutin 08 – SV Eichede 2:5

„Das ist alles nicht zu glauben“, sagte 08-Trainer Lars Callsen. Dabei flutschte es zunächst bei den Eutinern. Christian Rave verwandelte einen gegen ihn verursachten Foulelfmeter zur 1:0-Führung (22.). Zwei Minuten später legte Rasmus Tobinski nach schöner Ziehmer-Vorarbeit das 2:0 nach. Doch spätestens als Jendrik Brügmann per Kopfball auf 1:2 (30.) verkürzte, war die Verunsicherung allgegenwärtig. Eichedes Evgenij Bieche staubte zum 2:2 (35.) ab. Tim Gürntkes zu kurzer Rückpass auf Keeper Nicky Wulf zwang diesen in den Pressschlag mit SVE-Angreifer Torge Maltzahn, in hohem Bogen landete der Ball zum 2:3 (48.) im Netz. „Man nimmt sich in der Halbzeit viel vor, und 126 Sekunden später kann man alles über den Haufen werfen“, haderte Callsen. Bieche und Hendrik Wurr erhöhten auf 5:2, Eutins Gegenwehr blieb aus. Die Krise hat das Waldeck im Griff.

TSV Lägerdorf – VfR Neumünster 1:2

Die Veilchen wurden gleich doppelt kalt erwischt: Erst schlug ein Freistoß von Edward Jauk durchaus haltbar zur 1:0-Führung für die Hausherren im VfR-Gehäuse ein (7.). Nur eine Minute später musste Beytullah Bilgen mit einer Bänderverletzung vom Platz. Fortan lieferten sich beide Teams Mittelfeldgeplänkel. Tarik Alioua erlöste den VfR schließlich. Auch er profitierte von einem Torwartfehler, als sein harmloser Schuss den Weg vorbei an Lägerdorfs Keeper Matteo Chionidis ins Tor zum 1:1 fand (42.). „Der Zeitpunkt war günstig. Wir haben nach der Halbzeit mehr auf flache Pässe gesetzt. Das hat sich ausgezahlt“, sagte VfR-Coach Jörg Zenker mit Blick auf das Siegtor, das Sefa Cakir nach Schnittstellenpass von Tarik Alioua markierte (73.). „Wir sind nicht mehr ganz weit weg“, atmete Zenker durch.