20. Dezember 2021 / 12:51 Uhr

Saisonfortsetzung in Brandenburg: Die wichtigsten Antworten zur FLB-Entscheidung

Saisonfortsetzung in Brandenburg: Die wichtigsten Antworten zur FLB-Entscheidung

Stephan Henke
Märkische Allgemeine Zeitung
Der FLB stellt seinen Spielbetrieb vorerst ein.
Der Fußball-Landesverband will im Januar 2022 die Saison fortsetzen. © SPORTBUZZER-Montage
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Amateurfußball: Der Fußball-Landesverband Brandenburg nimmt zu diversen Themen, welche die Saisonfortsetzung im Brandenburger Fußball betreffen, Stellung. 

Am Freitagabend beschloss der Fußball-Landesverband Brandenburg (FLB) die Fortsetzung der Saison, die der FLB aufgrund der kurzfristigen Anwendung der 2G-Regel auf den Sport Ende November unterbrochen hatte. Ab Januar 2022 können wieder Pflichtspiele durchgeführt werden. Der FLB in Person von Geschäftsführerin Anne Engel, dem Spielausschuss-Vorsitzenden Wilfried Riemer und Oliver Giese, zuständig für den Spielbetrieb der Herren, stellte sich am Montagvormittag in einer virtuellen Medienrunde den Fragen der Presse. Der SPORTBUZZER fasst die wichtigsten Antworten zusammen:

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Warum hat sich der FLB für die Fortsetzung der Saison entschieden? "Wir haben zahlreiche Anfragen von Vereinen gehabt, die gesagt haben, wir wollen auch unter 2G weiterspielen", erklärte Wilfried Riemer. "Mir wurde auch gesagt, dass sich schon einige Spieler mehr geimpft haben. Es gab ein positives Feedback, dass das möglich wäre." Außerdem hätten auch einige Vereine, die eine hohe Impfquote in der Mannschaft haben, geklagt, dass diese nur nicht spielen könnten, weil andere Vereine keine hohe Impfquote haben. Der Spielausschuss habe anschließend einen Plan entwickelt, der zunächst nur für den Herren-Bereich auf Landesebene gilt. Zudem gebe es nur wenige Nachholspiele in den Ligen auf Landesebene (Brandenburgliga: 3; Landesliga Nord: 3; Landesliga Süd: 3; Landesklasse Nord: 2; Landesklasse West: 1; Landesklasse Süd: 3; Landesklasse Ost: keines, sogar ein Spiel vorgezogen).

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Wann soll wieder gespielt werden? Stand jetzt soll am 5. Februar der 13. Spieltag, am 12. Februar der 14. Spieltag und am 16. April (Ostersamstag) der 15. Spieltag nachgeholt werden (in den 16er-Staffeln). Bei den 17er-Staffeln ist der Ostersamstag ein regulärer Spieltag, deshalb sind dort noch der 26. März und der 4. Juni für das Nachholen der Spieltage vorgesehen. Nachholspiele können theoretisch ab dem 22. Januar angesetzt werden, wobei grundsätzlich natürlich die Wetterlage mitspielen muss.


Gilt weiter die 2G-Regel? Das hängt von der Verordnung der Landesregierung ab. Die aktuelle Verordnung - gültig bis einschließlich 11. Januar 2022 - sieht weiterhin 2G vor, also dass nur geimpfte oder genesene Personen sich auf dem Sportgelände aufhalten dürfen. Sollte die Landesregierung Anfang Januar eine Änderung beschließen, müsste diese angewendet werden. "Ob wir dann zu diesem Zeitpunkt 2G, 2Gplus, 3G oder einen Lockdown haben - wir wissen es nicht", meinte Riemer.

Welche Hilfestellung gibt der Verband? "Wir werden allerspätestens Anfang des Jahres die brennenden Fragen der Vereine auf unserer Homepage beantworten", kündigte Geschäftsführerin Anne Engel an. Es werde eine Handreichung geben, wie die Vereine mit der Situation umgehen sollen, Grundlage sind dabei die an den FLB eingereichten Fragen der Vereine. "Wir werden aber nicht alles bis ins kleinste Detail regeln können", sagte Riemer mit Verweis auf unterschiedliche Zuständigkeiten je nach Landkreis und dortigen Inzidenzwerten.

Wie geht man mit Zweifeln am Impfstatus um? Als Gastgeber habe man das Hausrecht auf der Sportanlage. "Der Gastgeberverein kann fordern, dass Spieler einen Nachweis bringen und nur berechtigte Spieler oder Funktionäre auf die Platzanlage lassen", sagte Riemer. Umgekehrt stehen die Gastvereine allerdings vor dem Problem, dass sie nicht den Impfstatus der Gastgeber kontrollieren können, der FLB will bis zur Wiederaufnahme der Saison klären, wie damit umgegangen werden kann. Die Vereine könnten am Sportgericht klagen, "ich kann mir das aber nicht vorstellen. Die Spieler sind untereinander so vernetzt. Zudem wäre das sträflich, dass ein Verein bewusst so in ein Spiel reingeht, das wäre ja auch ein Verstoß gegen die Hygieneordnung", sagte Riemer.

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Was passiert, wenn eine Mannschaft nicht spielfähig ist? Wenn eine Mannschaft aufgrund der 2G-Regel nicht genug Spieler habe, ist man laut Riemer "grundsätzlich relativ kulant, wenn Vereine Spielverlegungen beantragen und sich beide auf einen Spieltermin in naher Zukunft einigen". Wenn der Gegner aber nicht der Verlegung zustimme, dann werde das Spiel zum Fall für das Sportgericht.

Wie ist die Situation bei den Schiedsrichterinnen und Schiedsrichtern? Der FLB eruiere gerade, wie viele Schiedsrichter zum Re-Start am 5. Februar zur Verfügung stehen. "Im Moment sieht es für die Spielklassen auf Landesebene relativ gut aus, dass wir alle Spiele besetzen können", meinte Riemer, ergänzte allerdings, dass die Situation auf Kreisebene anders sein könnte. Sollten aufgrund der 2G-Regel zu wenige Schiedsrichterinnen und Schiedsrichter zur Verfügung stehen, sei es möglich, dass zu Spielen nicht ein Gespann anreist, sondern nur einzelne Schiedsrichter die Partie pfeifen, sagte Hartmut Lenski, FLB-Vorstandsmitglied und Vorsitzender des Fußballkreises Havelland, auf SPORTBUZZER-Nachfrage.

Gibt es Änderungen bei der Wechselfrist? Grundsätzlich nicht. Allerdings wies Oliver Giese darauf hin, dass schon vor der Saison die Spielordnung geändert worden war, wonach die Zeit der Saisonunterbrechung nicht bei dem halben Jahr Spielsperre angerechnet wird, wenn der abgebende Verein einem Wechsel nicht zugestimmt hat. Konkret heißt das: Die sechs Monate Spielsperre werden auf sieben Monate und sechs Tage erweitert, da die aktuelle Saison in Brandenburg für einen Monat und sechs Tage unterbrochen war.

Wann wird der Spielbetrieb bei Frauen, Mädchen und Jungen fortgesetzt? Die neue Regelung bezieht sich zunächst nur auf den Männerbereich. "Die Staffelstärken im Jugend- und Frauenbereich sind nicht so groß. Der Frauen- und Mädchenausschuss wird sich im Januar zusammensetzen, gleiches gilt für den Jugendausschuss. Die haben nicht so den zeitlichen Druck wie der Männerbereich", erklärte Riemer. Oliver Giese ergänzte, dass Freundschaftsspiele schon vorher erlaubt seien - und schon immer waren.

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Gab es auch andere Varianten der Saisonfortsetzung? Der Spielausschuss habe diverse Varianten diskutiert, berichtete Riemer, die aktuelle Variante habe sich als Favorit herauskristallisiert. Es stand auch zur Debatte, erst alle Nachholspiele und die wegen der Saisonunterbrechung ausgefallenen Spieltage nachzuholen. Doch dadurch wäre der Rahmenterminplan stark durcheinandergewürfelt worden, man wollte am 19. Februar für den 16. Spieltag (16er-Staffel) festhalten. Zudem seien die zweiten und dritten Mannschaften auf Kreisebene ebenfalls abhängig vom FLB-Rahmenterminplan.

Gibt es grundsätzliche Überlegungen, die Staffelstärken zu verringern, um flexibler zu sein? Der FLB hatte im Oktober eine Umfrage unter den Vereinen gestartet - unter anderem ging es dabei um die Staffelstärke und die Anzahl der Wechsel -, die gerade ausgewertet wird. Riemer gab allerdings schon einen Einblick: "Die Vereine wollen eigentlich die Staffelstärke zumindest im Landesspielbetrieb weiter beibehalten." Deshalb sei das aktuell keine Option.

Wie ist die Stimmung bei den Vereinen? "Viele sind müde, viele wollen einfach, dass wir es schaffen, eine Saison zu werten, damit nicht wieder umsonst gespielt wird. Das ist unser großes Ziel", sagte FLB-Geschäftsführerin Anne Engel. Gewertet wird die Saison, wenn mindestens 75 Prozent der Vereine einer Liga mindestens 50 Prozent der Spiele absolviert hat. Unwichtig ist dabei, gegen wen diese 50 Prozent der Spiele absolviert wurden. Heißt also, dass nicht jede Mannschaft mindestens einmal gegen jede andere Mannschaft gespielt haben muss.