27. April 2020 / 21:26 Uhr

Fußball-Vereine in MV: Mehrheit ist für Saison-Abbruch

Fußball-Vereine in MV: Mehrheit ist für Saison-Abbruch

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Der Ball ruht in den Fußball-Amateurligen von MV.  Viele Vereine sind gegen eine Saison-Fortsetzung.  
Der Ball ruht in den Fußball-Amateurligen von MV. Viele Vereine sind gegen eine Saison-Fortsetzung.   © Bernd Weißbrod/dpa
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Bis Dienstag können die Fußball-Amateurvereine in MV abstimmen, ob die Spielzeit sofort beendet oder ab September fortgesetzt wird. Die zweite Variante wollen nur wenige.

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Rostock. Saison abbrechen oder fortsetzen? Der Landesfußballverband (LFV) von Mecklenburg-Vorpommern hat den Amateurvereinen per Umfrage diese Frage gestellt. Bis Dienstag kann abgestimmt werden. Die meisten Vereine von der Verbandsliga bis zur Kreisklasse haben sich für einen Abbruch entschieden, wie die SPORTBUZZER-Umfrage zeigt.

FC Anker Wismar (Verbandsliga): Philipp Unversucht, Kapitän und Leiter der Geschäftsstelle: „Das Präsidium, der Aufsichtsrat und die sportliche Leitung sind sich einig, die Saison mit dem Tabellenstand der ersten Halbserie zu beenden. Alle Mannschaften haben da ja schon gegeneinander gespielt. Somit gibt es auch ein sportliches Bild. Wir sind für einen sauberen Abschluss.“

Rostocker FC (Verbandsliga): Christian Blanck, Abteilungsleiter: „Wir haben noch keine finale Entscheidung getroffen. Die Tendenz geht in Richtung Abbruch. Mit einigen unserer Mannschaften wollen wir aufsteigen. Deswegen frage ich unsere Trainer einzeln ab, wie sie die Situation bewerten. Ich bin sehr gespannt, was der Verband am Ende entscheiden wird.“

SV Pastow (Verbandsliga): Gerald Worzfeld, Abteilungsleiter: „Wir sind uns einig, dass die Saison abgebrochen werden soll. Im Moment stehen die persönlichen Prämissen vor dem Fußball. Die erste Halbserie könnte gewertet werden. Die Mannschaften, die vorne stehen, werden als Staffelsieger anerkannt. Über die Abstiegssituation kann man sicherlich diskutieren.“

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FSV Kühlungsborn (Verbandsliga): Robert Schwanitz, Abteilungsleiter: „Wir plädieren für einen Abbruch der Spielzeit. Momentan weiß keiner, wann genau es wieder losgehen kann. Sollte die Saison fortgesetzt werden, müssten so viele Dinge geklärt werden – das ganze Ausmaß wäre noch gar nicht absehbar.“

SV 90 Görmin (Verbandsliga): Peter Schütz, Präsident: „Wir haben uns für den Abbruch ausgesprochen. Nach derzeitigem Stand kann niemand garantieren, dass die Spiele wie avisiert im September fortgesetzt werden können. Selbst wenn es so kommen sollte, haben wir in der Verbandsliga noch elf Spieltage offen, wodurch sich die nächste Spielzeit massiv verschieben würde – das kann nicht die Lösung sein.“

FC Schönberg (Landesliga West): Wilfried Rohloff, Vereinschef: „Wir sind einstimmig für Variante eins, das heißt, die Saison wird vorzeitig beendet. Das wäre die beste Lösung, auch wenn wir nun als Tabellenführer vom Landesfußballverband wegen des Aufstiegs in die Verbandsliga abhängig sind. Wenn die Saison im September fortsetzt würde, hätte das für das nächste Jahr gravierende Folgen. Deshalb lieber im September die neue Saison 2020/21 beginnen.“

FSV Bentwisch (Landesliga West): Michael Lau, Präsident: „Wir sind für einen Abbruch, weil es die fairste der zwei Varianten wäre. Noch kann keiner voraussehen, wie es mit dem Fußball weitergeht. Mit den Spielertransfers, die wir zuletzt getätigt haben, zeigen wir auch, dass wir in Richtung neue Saison blicken.“

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PSV Wismar (Landesliga West): Marco Rohloff, Trainer: „Der PSV Wismar hat sich für keine der beiden Varianten ausgesprochen. Die Entscheidung trifft doch am Ende sowieso der Landesfußballverband. Uns ist es egal.“

Greifswalder FC II (Landesliga Ost): Daniel Gutmann, Sportlicher Leiter: „Wir haben für den Abbruch gestimmt. Wir denken nicht, dass es im Spielbetrieb auf Landesebene unbedingt notwendig ist, am derzeitigen Stand der Saison festzuhalten. Trotzdem wird es Mannschaften geben, die aufsteigen wollen oder die aus finanziellen Gründen unbedingt absteigen müssen. Daher muss der Verband im Falle eines Abbruchs umgehend mit den Vereinen in den Dialog treten, um weitere Regelungen auszuarbeiten.“

TSV 1860 Stralsund (Landesliga Ost): Heiko Gernetzki, stellv. Abteilungsleiter Fußball: „Drei Viertel unserer Trainer haben sich für einen Abbruch ausgesprochen. Wir würden uns freuen, wenn die Saison auf Basis des aktuellen Standes oder der Hinrundentabelle gewertet wird.“

SV Blau-Weiß Baabe (Landesliga Ost). Peter Scheibel, Presseverantwortlicher: „Wir sind für die Durchführung der Saison.“

FSV Blau-Weiß Greifswald (Landesliga Ost): Detlef Reiter, Präsident: „Wir stimmen für die Fortsetzung, weil wir derzeit auf einem Abstiegsplatz liegen. Der Abbruch wäre zwar vernünftiger, aber es ist ja noch unklar, welche sportlichen Konsequenzen diese Entscheidung hätte. Meiner Meinung nach hätte der Verband schon vor der Umfrage festlegen müssen, wie und ob die Saison bei Abbruch gewertet wird.“

SV Barth (Landesklasse I): Denis ­Ulbricht, Trainer: „Der Verein hat beide Optionen zur Kenntnis genommen und sich für eine Fortsetzung des Spielbetriebs entschieden. Die Modelle, die der Verband vorschlägt, wirken jedoch unklar und werden noch so einige Reibungspunkte aufbringen.“

FC Insel Usedom (Landesklasse II): Roman Maaßen, Trainer: „Noch haben wir die Entscheidung nicht getroffen. Bei uns sind die Meinungen geteilt. Die einen sagen, dass sie die Spielzeit gern abbrechen würden, um pünktlich mit der neuen starten zu können. Andererseits haben wir in dieser Saison auch viel investiert und hätten noch Chancen auf den Meistertitel, weshalb sich manche eine Fortsetzung wünschen. Da wir viele polnische Spieler haben und in diesem Fall wahrscheinlich ohne Mannschaft dastehen würden, bin ich für den Abbruch.“

Mulsower SV (Landesklasse III): Andi Matthews, Trainer: Der Verein hat intern über die möglichen Optionen abgestimmt. Ich persönlich tue mich schwer damit, eine Entscheidung zu treffen. Es ist zu wünschen, dass am Ende eine gewisse Gerechtigkeit herrscht. Es sollte klar sein, dass der Verband uns nicht schaden möchte.“

VfL Blau-Weiß Neukloster (Landesklasse III): Heiko Rose, Trainer: „Wir sind noch in der Findungsphase. Die Tendenz geht zum Abbruch. Es gibt keine Garantie, dass am 1. September weitergespielt werden kann.“

FC Seenland Warin (Landesklasse III): Thomas Gebhardt, Vereinschef: „Dazu sagen wir nichts. Wir haben uns für eine Variante entschieden, behalten diese aber für uns.“

SG Groß Stieten (Landesklasse IV): Maximilian Groth, Trainer: „Uns ist es egal. Die perfekte Lösung gibt es nicht. Von der Tabelle her ist es für uns nicht relevant (4. Platz/d. Red.). Hauptsache, es gibt bald eine Entscheidung.“

FSV Testorf Upahl (Landesklasse IV): Heiko Damrau, Vereinschef und Manager: „Es weiß doch keiner, wie es weitergehen soll. Wir sind für einen Schlussstrich.“

Einheit Grevesmühlen (Kreisoberliga): Thomas Haese, Trainer: „Die Sache ist aus meinem Kopf. Ich beschäftige mich damit nicht mehr.“

Mecklenburger SV (Kreisoberliga): Ralf Kollmorgen, Trainer: „Wir können die Spiele gar nicht mehr nachholen. Wir sind keine Profis, sondern viele von uns sind täglich arbeitsmäßig unterwegs. Da gibt es keinen Spielraum für ein Spiel in der Woche.“ Grevesmühlener FC (Kreisoberliga): Sven Kruggel, Trainer: „Wir sind für Abbruch. Bis September kriegen wir das doch nicht mehr hin.“

1. FC Binz (Kreisoberliga): Ralf Reinbold, Vorsitzender: „Wir sind für den Abbruch. Es sollte aber möglichst versucht werden, die Meister zu küren. Sei es Stand Halbserie oder Finalturnier, sofern demnächst wieder gespielt werden darf. Das gilt vor allem im Nachwuchsbereich.“

TSV Sagard (Kreisoberliga): Frank Meyer, Trainer: „Wir haben für Abbruch gestimmt. Lieber ein Ende mit Schrecken, als ein Schrecken ohne Ende. Wenn man die Saison noch weiterspielt und damit den Start der nächsten Saison verzögert, sind gleich zwei Spielzeiten durcheinandergebracht.“

Velgaster SV (Kreisoberliga): Tino Bellin, Spielertrainer: „Wir sind für einen Saisonabbruch, denn es wird wohl nicht machbar sein, die Spiele nachzuholen. Wir werden die getroffenen Regelungen bezüglich Auf- und Abstieg akzeptieren. Wie die aussehen sollten, darüber müssen sich andere den Kopf zerbrechen und das verantworten.“

SV Bad Kleinen (Kreisliga): Philipp Pfeifer, Trainer: „Persönlich bin ich hin- und hergerissen. Einerseits würde ich gerne weiterspielen, andererseits sollten wir das wegen der Corona-Krise lassen.“

Stimmen aufgezeichnet von Peter Preuß, Horst Schreiber, Alexander Kruggel, Johannes Weber und Ben Brümmer