05. November 2020 / 10:16 Uhr

Corona bremst Wolfsburgs Mädchenfußball-Projekt

Corona bremst Wolfsburgs Mädchenfußball-Projekt

Henning Kampen
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Wolfsburger Projekt: Reine Mädchen-Mannschaften, wie hier bei der TSG Mörse, sollen auf Wolfsburger Fußballplätzen keine Seltenheit mehr sein.
Wolfsburger Projekt: Reine Mädchen-Mannschaften, wie hier bei der TSG Mörse, sollen auf Wolfsburger Fußballplätzen keine Seltenheit mehr sein. © Privat
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Der NFV-Kreis Wolfsburg will den Mädchenfußball voranbringen. Ein geplantes Turnier musste aufgrund des Amateurfußball-Verbots auf unbestimmte Zeit verschoben werden. Die Verantwortlichen lassen sich davon nicht unterkriegen, ab nächstem Jahr soll es einen Mädchen-Spielbetrieb geben.

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Samstag sollte der Mädchenfußball beim NFV-Kreis Wolfsburg Fahrt aufnehmen, doch das Projekt wurde durch das bundesweite Amateurfußball-Verbot ausgebremst. Bis zu 50 Mädchen sollten an einem Kick-off-Turnier in Hattorf teilnehmen, rund 30 Spielerinnen waren bereits gemeldet. Ein Rückschlag für die Verantwortlichen, aber kein „Weltuntergang“, wie die stellvertretende Vorsitzende des NFV-Kreises Wolfsburg, Svenja Heling sagt. „Wir lassen uns davon nicht entmutigen, ich denke das Projekt wird ein Erfolg werden.“

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Mädchen-Spielbetrieb ab 2021 geplant

Der Mädchenfußball soll in Wolfsburg etabliert werden, ab dem nächsten Jahr plant der Kreis einen eigenen Mädchen-Spielbetrieb unter regulären Bedingungen – die Jahrgänge 2007 und jünger stehen dabei im Mittelpunkt. Das Wolfsburger Projekt läuft unter dem Slogan „Ball sucht Dribbelkönigin: Jetzt stürmen wir!“ Um für Vereine die Gründung von Mädchenmannschaften attraktiver zu gestalten, will der Kreis den Vereinen unter die Arme greifen und organisatorische Dinge übernehmen, „damit die Vereine sich auf das rein Sportliche konzentrieren können“, sagt Heling.

Vom NFV genehmigte Spieltags-Teams

Nach dem Ausfall des Turniers in Hattorf scheint eine Veranstaltung auf Rasen vor Ende der Winterpause ausgeschlossen. Für die Halle gibt es dagegen Möglichkeiten, wie Heling bestätigt. „Hallenzeiten haben wir uns ein paar reserviert, aber ich kann noch nicht sagen, ob wir da im Januar oder Februar schon etwas machen können.“

Mit den Mannschaften, die Spielerinnen für das Turnier in Hattorf gemeldet hatten, bleibt Heling im Austausch. „Wir wollen das Thema Bildung reiner Mädchenmannschaften noch einmal ansprechen. Wir stellen das Thema nicht zurück, sondern schauen, dass wir die ganzen organisatorischen Themen weiter bearbeiten.“ Auch Vereine, die noch keine reinen Mädchenmannschaften gemeldet haben, sollen vom Wolfsburger Projekt profitieren können. Der Kreis hat sich vom Mädchen- und Frauenausschuss des NFV sogenannte Spieltags-Teams genehmigen lassen. Heißt: Vereine ohne eigene Mädchenmannschaft können Spielerinnen melden, die zum Beispiel sonst bei den Jungs kicken. Diese Mädchen sollen auch in den Spielbetrieb mit eingebunden werden.


Auch, wenn der Startschuss für das Projekt Mädchenfußball vorerst verschoben wurde, werden sich die Planer um Svenja Heling keinem zeitlichen Druck aussetzen. „Wir hängen an keiner Meisterschaft und auch an keiner Aufstiegs- oder Abstiegs-Entscheidung, wenn wir so ein Event planen, dann soll es in einem Rahmen sein, in dem die Mädchen sich wohlfühlen.“ Und Wolfsburgs stellvertretende Kreisvorsitzende sieht sogar etwas Positives in der ungewollten Verschiebung: „Manchmal ist so eine schöpferische Pause auch gar nicht so schlecht, um sich wieder zu sammeln und vielleicht sogar mit neuen Ideen um die Ecke zu kommen.“