22. Mai 2020 / 19:14 Uhr

Jugendfußball: Rückkehr auf den Rasen, aber noch ist die Zukunft ungewiss

Jugendfußball: Rückkehr auf den Rasen, aber noch ist die Zukunft ungewiss

Henning Kampen
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
U15-Co-Trainer Mats Wehmann trug während des Trainings einen Mundschutz.
U15-Co-Trainer Mats Wehmann trug während des Trainings einen Mundschutz. © Uwe Beckmann
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Nach der Corona-Pause hat der Kinder- und Jugendfußball in Wolfsburg und Gifhorn den Trainingsbetrieb wieder aufgenommen. Die Trainer stehen dabei vor ungewohnten Herausforderungen, die Umsetzung verläuft dabei reibungslos - auch bei den ganz Kleinen.

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Wie oder ob die Saison im Jugendfußßball weitergeht, ist ebenso ungewiss, wie die Situation bei den Herren. Die Varianten werden am 23. Mai auf dem Jugendverbandstag besprochen, es wird wohl auf Möglichkeiten, wie in der ersten Findungsphase bei den Senioren (Abbruch der Saison mit mit Wertung der Spielzeit unter Berücksichtigung der Quotientenregelung mit Auf- und Absteigern, Abbruch der Saison mit Wertung der Spielzeit unter Berücksichtigung der Quotientenregelung mit Auf-, aber ohne Absteiger, Annullierung der Saison oder Fortsetzung der Saison) hinauslaufen. Am Samstag wird ein dementsprechender Antrag des Verbandsjugendausschusses erwartet, die Entscheidung wird jedoch erst auf dem DFB-Bundestag fallen, bestätigte Walter Fricke, Vorsitzender des DFB-Jugendausschusses.

Die Jugendmannschaften in den Kreisen Wolfsburg und Gifhorn bereiten sich trotz der noch ungewissen Zukunft auf eine mögliche Saisonfortsetzung vor - wie auch Christian Wimmer mit seiner U13 des MTV Gifhorn. Vor der Rückkehr auf den Rasen musste Wimmer sein Training aufgrund der Corona-Pandemie und den einhergehenden Hygienemaßnahmen umstellen. "Ich habe erstmal geschaut, wie kann man den Platz unter den Maßnahmen sinnvoll aufteilen, welche Abstände sind einzuhalten, auch zwischen den Übungen", sagt Wimmer.

Intensive Vorbereitung: Aha-Momente vermeiden

Er baute bereits zwei Tage vor Trainingsbeginn allein auf dem Sportplatz zur Veranschaulichung zwei bis drei Übungen auf und überlegte, was es zu beachten gab. Nach einem Passspiel dem Ball hinterherlaufen - war aufgrund einer möglichen Missachtung der Abstandsregel nicht möglich. Wimmer baute Wartezonen ein oder auch Barrieren aus Stangen und Flatterband, damit die Spieler herumlaufen mussten. Ein Aspekt, der für ihn im Vordergrund stand: "Wie kann man die Übung für die Jungen einfach verpacken, ohne dass sie jetzt super viel über Abstand nachdenken müssen. Die Regelungen sind ihnen natürlich eh präsent aus den vergangenen Wochen", sagt Wimmer, der selbst am Tag der Wiederaufnahme des Trainings nicht in die Falle tappen wollte, "damit es bei der Durchführung nicht zu Problemen kommt oder diese Aha-Momente hat und man merkt: 'Das geht so gar nicht.'“

Unterschriften zur Absicherung, 100 Prozent Trainingsbeteiligung

Zwei Tage darauf fand das Training statt und die Schützlinge von Wimmer setzten die Regeln "tadellos" um. Alle kamen mit Mundschutzen zum Training, hielten die Abstände ein und befolgten die Vorgaben des Vereins, der sich im Vorfeld rechtlich abgesichert hatte, um Probleme vorzubeugen. An die Eltern wurden Merkblätter verteilt, wie sie und ihre Kinder sich vor der Rückkehr ins Mannschaftstraining zu verhalten haben. "Jeweils ein Elternteil musste ein Formular unterschrieben, dass die Informationen bei ihnen und den Kindern angekommen sind. Sie durften auch erst ins Training, nachdem das Formular unterzeichnet abgegeben wurde", sagte Wimmer.

Alle 17 Kinder, die in Wimmers Kader stehen, standen am ersten Trainingstag wieder auf dem Rasen. Auf der Sportanlage wurden von Wimmer und seinen Assistenten Hula Hoop Reifen im Abstand von zwei Metern ausgelegt, damit die Spieler ihre Sporttaschen in ihre "Home-Zone" ablegen konnten. Die Freude über das Wiedersehen war groß bei den Elf- bis Zwölfjährigen und es wurde sich angeregt unterhalten - natürlich unter den gegebenen Vorgaben. "Sicherlich wären sich der eine oder andere gern in den Arm gefallen oder hätte sich per Handshake begrüßt, aber jeder versteht, dass es zum aktuellen Zeitpunkt so nicht möglich ist", sagt Wimmer.

Training U13 MTV Gifhorn Zur Galerie
Training U13 MTV Gifhorn © Uwe Beckmann

Auch die Jüngsten verhielten sich vorbildlich

Sven Schimak trainiert beim SV Barnstorf die G-Jugend, Kinder im Alter von fünf bis sechs Jahren. Auch der Umgang mit den "Bambini" war kein Problem. "Wir haben den Trainingsumfang ein wenig verkleinert, sie können halt kein Fußball im klassischen Sinne spielen. Die Kinder waren sehr diszipliniert und haben sich an die festgelegten Regeln gehalten", sagt Schimak, der vom Vorstand des Vereins zum Hygiene-Beauftragten ernannt worden war. Auch die Eltern waren bei der An- und Abreise des Nachwuchses vorbildlich. "Sie waren pünktlich da und haben sich selber mit dem nötigen Abstand hingestellt, das werden wir auch so beibehalten, sagt Schimak, der die Wideraufnahme des Trainingsbetriebs für die Kinder richtig und wichtig findet: "Es ist gut, wenn die Kinder mal wieder von zu hause wegkommen und wieder etwas mit Gleichaltrigen machen können. Sie sind froh, dass sie wieder kicken können."