18. Februar 2021 / 16:42 Uhr

"Räumen die Kabine und das war's!" Rot-Weiß Wolfsburg löst sein Kreisliga-Team auf

"Räumen die Kabine und das war's!" Rot-Weiß Wolfsburg löst sein Kreisliga-Team auf

Henning Kampen
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Mannschaft aufgelöst: Rot-Weiß Wolfsburg um Spielertrainer Baris Gülay (r.) wird unabhängig vom Saisonverlauf keine Partie mehr in der Kreisliga absolvieren.
Mannschaft aufgelöst: Rot-Weiß Wolfsburg um Spielertrainer Baris Gülay (r.) wird unabhängig vom Saisonverlauf keine Partie mehr in der Kreisliga absolvieren. © Roland Hermstein
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Rot-Weiß Wolfsburg zieht die Reißleine und hat seine Mannschaft mit sofortiger Wirkung aufgelöst. Offiziell ist sie noch nicht vom Spielbetrieb abgemeldet, klar ist aber, dass das Team um Spielertrainer Baris Gülay - unabhängig vom Saisonverlauf - kein Spiel mehr absolvieren wird. Gülay und zwei seiner Mitspieler schließen sich der TSG Mörse II an.

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Probleme gab es bei Rot-Weiß Wolfsburg schon länger, jetzt hat der Verein die Reißleine gezogen und die Mannschaft des Fußball-Kreisligisten mit sofortiger Wirkung aufgelöst. Offiziell ist die Mannschaft noch nicht abgemeldet, wie Wolfsburgs Spielausschuss-Vorsitzender Bernd Hartwig sagt. „Wir als Kreisverband haben die Abmeldung zur Kenntnis genommen“, sagt Hartwig. Unabhängig vom weiteren Saisonverlauf ist aber klar, dass das 3:4 gegen den ESV Wolfsburg am 25. Oktober des vergangenen Jahres das letzte Liga-Spiel für das Team um Spielertrainer Baris Gülay war.

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„Es hat einfach nicht funktioniert. Fußballerisch, keine Frage, da ist die Mannschaft gut, aber die Disziplin fehlt, so macht es keinen Sinn“, sagt Gülay. „Am Wochenende wird unsere Kabine in Mörse geräumt und das war‘s dann.“ Dass die Aufgabe für Gülay schwierig werden würde, dessen war er sich vorher bewusst.

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Helmerding und Bolduan hatten hingeworfen

In der vergangenen Saison hatte der damalige Trainer Marc Bolduan den Verein bereits nach dem dritten Spieltag verlassen, Gülay, der aufgrund eines Kreuzbandrisses als Spieler pausieren musste, übernahm das Amt. Nach der aufgrund von Corona abgebrochenen Spielzeit trainierten Frank Helmerding und sein Co-Trainer Oliver Treitl Rot-Weiß, die Zusammenarbeit hielt jedoch nur zwei Spieltage, dann schmissen auch sie hin.



Der Vorstand schlug vor, die Mannschaft nach dem Abgang von Helmerding abzumelden, „ich wollte es aber noch einmal versuchen“, so Gülay. „Ich hätte es schaffen können, da bin ich mir ziemlich sicher." Aber: "Dafür hätte ich drastischere Maßnahmen ergreifen müssen." Doch das wollte er letztlich dann doch nicht. In der laufenden Saison hatte der Spielertrainer einmal zwei seiner Spieler aufgrund von Undiszipliniertheiten kurzzeitig suspendiert.

Gülay, Rustemi und Gottfried wechseln zur TSG Mörse II

„Ich habe mir nichts vorzuwerfen, ich habe alles versucht. Das Training hatte sich gebessert, die Moral auch, aber die Disziplin fehlt und darauf lege ich sehr viel Wert. Im vorletzten Saisonspiel – einer 3:5-Niederlage beim TV Jahn – zog Gülay für sich gedanklich den Schlussstrich unter das Kapitel RW Wolfsburg. „Ich hatte gemerkt, dass ich mich verändere, das ging so nicht mehr“, sagt Gülay. „Ich werde meinen Spielern gegenüber öfter laut, aber an dem Tag wurde ich beleidigend - und das bin nicht ich. Da war mir klar, dass ich die Reißleine ziehen muss.“

Gülay bleibt der Wolfsburger Kreisliga als Spieler erhalten und selbst zu seiner ehemaligen Mannschaftskabine ist der Weg nicht weit – sie befindet sich direkt nebenan. Gülay sowie seine beiden Rot-Weiß-Mitspieler Erson Rustemi und Max Gottfried wechseln zur TSG Mörse II.