08. November 2019 / 16:05 Uhr

SC Elite II-Spieler bricht Gegner Schien- und Wadenbein: Eine Straftat?

SC Elite II-Spieler bricht Gegner Schien- und Wadenbein: Eine Straftat?

Thomas Nagel
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Fußballer von Lindener Elite II bricht Gegner das Schien- und Wadenbein.
Fußballer von Lindener Elite II bricht Gegner das Schien- und Wadenbein. © imago/Symbolfoto
Anzeige

Unsportlichkeit oder schwere Körperverletzung? Jose M. (25) vom Lindener SC Elite II trat seinem Gegenspieler vom Badenstedter FC Can Mozaik II bei einem Foul das Schien- und Wadenbein durch. Erstinstanzlich wurde der 25-Jährige zu einer Geldstrafe verurteilt – die Staatsanwaltschaft möchte eine Vorbestrafung.

Anzeige
Anzeige

Das Spiel des Badenstedter FC Can Mozaik II gegen den Lindener SC Elite II am 25. November 2018 war bereits längst entschieden. Die Hausherren führten nach einem harten Spiel in der vierten Kreisklasse mit einem bequemen 5:1 Vorsprung.

Frustfoul? Opfer muss zum dritten Mal unter das Messer

Nach Informationen der Neue Presse Hannover waren die Elite II-Spieler in der Schlussphase sauer auf den Schiedsrichter, weil dieser zuvor eine angebliche Abseitsposition nicht pfiff. Elite II-Spieler Jose M. setzte bei einem erneuten Konter der Gastgeber von Hinten zur Grätsch an - mit katastrophalen Folgen: Das Opfer wartet auf seine dritte OP, war acht Wochen lang krank geschrieben und kann immer noch nicht Fußball spielen.

In erster Instanz wurde M. wegen gefährlicher Körperverletzung zu einer Geldstrafe von 1350 Euro verurteilt. Mit 90 Tagessätzen erhielt er die Mindeststrafe, ein Eintrag ins Führungszeugnis blieb dem Fußballer damit erspart. Staatsanwaltschaft und Verteidigung waren mit der Entscheidung nicht einverstanden, gingen in Berufung – seit Donnerstag liegt der Fall im Strafraum des Landgerichts.

Mehr Berichte zu Gewalt im Fußball

Angeklagter beteuerte Unschuld

Der 25-Jährige gab an, das Abspiel seines Gegners verhindern zu wollen. Der vor das Landgericht geladene Unparteiische der Partie meinte, er könne nicht ausschließen dass der Beschuldigte hätte an den Ball kommen können. Also eher eine missglückte Attacke im Rahmen eines Spiels und keine vorsätzliche Straftat.

Dem Vorschlag der Richterin, das Verfahren einzustellen, lehnte die Staatsanwaltschaft ab. Vielleicht vor dem Hintergrund zunehmender Gewalt im Amateurfußball der letzten Jahre.

Staatsanwaltschaft will höhere Strafe

Der Spieler des FC Can Mozaik II fordert auf zivilrechtlichem Weg 12 000 Euro Schmerzensgeld. Das Problem: Eine Verurteilung würde Vorsatz bedeuten, das Schmerzensgeld würde keine Versicherung übernehmen und der Angeklagte ist mittellos. In finanzieller Hinsicht kann für das Opfer eine weiter reichende Verurteilung also auch nicht wünschenswert sein. Außerdem wäre der 25-jährige Fußballer bei einem härteren Urteil vorbestraft.

Das Urteil wird für den 28. November erwartet.

Mehr anzeigen
Hier #GABFAF-Supporter werden

Wir kämpfen für den Amateurfußball! Trage Dich kostenlos ein und Du bekommst unseren exklusiven Newsletter mit allem, was den Amateurfußball in Deutschland bewegt. Außerdem kannst Du jeden Monat 2000 Euro Zuschuss für Deinen Verein gewinnen und entscheidest mit, wofür #GABFAF sich als nächstes einsetzt.

ANZEIGE: 50% auf dein Jako Herbst-Set! Der Deal des Monats im SPORTBUZZER-Shop.

Die aktuellen TOP-THEMEN