23. März 2020 / 18:47 Uhr

Fußballer ohne Fußball: Drei Kicker führen für uns Tagebuch!

Fußballer ohne Fußball: Drei Kicker führen für uns Tagebuch!

Marcel Westermann
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Fußball , 1 Kreisklasse 1,  FC Ohretal, HSV Hankesbüttel
Kein Fußball: Kim Kemnitz (v. l.), Andrea Rizzo und Nicolas Müller berichten aus ihrem "neuen" Alltag. © Foto: Michael Franke
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Die Corona-Krise hat große Auswirkungen auf die Gesellschaft, auch an Fußball ist nicht zu denken. Training fällt aus, Spieltage wurden abgesagt. Daher begleiten wir in dieser Woche drei Akteure aus den Kreisen Gifhorn und Wolfsburg in ihrem "neuen" Alltag.

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Kein Sport, kaum soziale Kontakte und arbeiten im Home Office: Das Leben vieler Menschen ist derzeit eingeschränkt. Auch der Alltag der Fußballer aus der Region hat sich massiv verändert. Sowohl Kim Kemnitz von Oberligist MTV Gifhorn als auch Nicolas Müller vom FSV Vorhop/Schönewörde arbeiten inzwischen von zu Hause aus. "Letzte Woche Montag kam von unserem Bereich die Ansage, dass wir ins Home Office gehen müssen", berichtet der Anführer der Torschützenliste in der 1. Kreisklasse Gifhorn 1, der bei VW im Vertrieb tätig ist. "Wir dürfen nur unter besonderen Umständen und nach Absprache ins Büro."

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Andrea Rizzo von Lupo/Martini Wolfsburg (Oberliga) darf beim VW-Groupservice zwar noch wie gewohnt arbeiten ("Wir haben keine Möglichkeit zum Home Office"), allerdings vermisst er das Training mit seinen Jungs. "Wir trainieren seit eineinhalb Wochen nicht mehr und man weiß nicht, wie es weitergeht. Und da geht's mir nicht nur um den Sport, sondern auch um die Gespräche - das vermisse ich schon."

Ähnlich geht's auch Müller. "Wir sind eine junge Truppe und machen auch in der Freizeit viel zusammen. Das fehlt absolut. Aber damit wir uns überhaupt mal sehen, haben wir Skype-Meetings eingerichtet", so der Angreifer, dem aber nicht nur der Fußball fehlt: "Ich wollte eigentlich meinen Jagdschein machen, aber das wurde gecancelt. Jetzt lerne ich zumindest schon mal die Theorie."

Kemnitz, der bei VW in der Entwicklung arbeitet, muss wegen der Corona-Pandemie ebenfalls zurückstecken. "Ich möchte meinen Sportboot-Führerschein machen, da bereite ich mich in diesen Tagen mal auf die Prüfung vor." Also auch in den schweren Zeiten lassen sich die Fußballer etwas einfallen. Täglich berichten sie ab sofort über ihren Alltag:

Videotagebuch Andrea Rizzo

Andrea Rizzo (Lupo/Martini Wolfsburg)

Ich war am Montag zunächst ganz normal bis 14 Uhr arbeiten. Als ich zu Hause war, habe ich Mittag gegessen und mich dann ein wenig auf der Couch ausgeruht. Playstation hatte ich erst am Sonntag gezockt. Aber auch der Haushalt darf nicht zu kurz kommen. Den haben meine Freundin und ich anschließend zusammen gemacht. Ich mache das eigentlich ganz gern. Wir teilen uns das auf. Sonst ist es nur leider oft so, dass ich den Großteil des Tages unterwegs bin - arbeiten und trainieren. Daher versuche ich, das dann in meiner freien Zeit wieder auszugleichen. Später habe ich dann noch trainiert, wir müssen ja den Trainingsplan unseres Fitnesscoaches umsetzen. Da waren diesmal Kraft- und Ausdauerübungen dran. Abends haben meine Freundin und ich noch zusammen gekocht, obwohl das auch schwerer geworden ist. Man versucht, nicht mehr so oft einkaufen zu gehen, höchstens ein- bis zweimal in der Woche.

Kim Kemnitz (MTV Gifhorn)

Mein Tag hat um 7.30 Uhr mit der Arbeit begonnen, da habe ich mich bis 16 Uhr an den Laptop gesetzt. Nach dem Feierabend musste ich noch schnell meine Trainingssachen aus der Flutmulde holen. Danach wollte ich noch etwas für die Ausdauer tun und bin acht Kilometer joggen gegangen - natürlich alleine. Ich wohne in Braunschweig-Querum, da ist sehr viel Grün, da bietet sich das auf jeden Fall an, in die Natur zu gehen. Am Abend haben meine Freundin, mit der ich zusammenlebe, und ich noch was Schönes zusammen gekocht. Danach ging es auf die Couch ein bisschen Netflix gucken. Eigentlich bin ich kein großer Netflix-Fan, weil mir dafür die Zeit fehlt. Aber wenn ich die Zeit dafür habe, schaue ich auch gern mal eine Serie an. Ähnlich ist es mit dem Playstation spielen, dafür fehlt mir in der Regel auch meist die Zeit. Aber vorbei war der Tag dann noch nicht, wir wollten noch eine Runde Monopoly spielen, das machen wir ganz gern.

Videotagebuch Nicolas Müller

Nicolas Müller (FSV Vorhop/Schönewörde)

Von 7.45 Uhr bis 17.30 Uhr war ich arbeiten, so sieht bei mir jeder Tag aus. Aber der Job macht echt Bock, da ist auch viel Eigenantrieb dabei. Daher fühle ich mich auch nicht ausgelaugt, um danach noch andere Sachen zu machen. Meine Freundin und ich waren heute seit Längerem mal wieder einkaufen - der Kühlschrank gab nicht mehr viel her. Wir versuchen, in der Woche auf Fleisch zu verzichten, darüber habe ich mich schlau gelesen. Das hat sich bei uns innerhalb des letzten halben Jahres entwickelt. Aber wir kochen generell sehr gern, wollen auch immer mal wieder was Neues ausprobieren, aber da fehlt dann meist doch die Zeit. Da klaffen Anspruch und Wirklichkeit noch etwas auseinander. Am Abend habe ich dann noch den Grill repariert. Aber auch der Sport durfte nicht zu kurz kommen. Laufen wie am Sonntag geht nicht jeden Tag, das spüre ich dann schnell in den Knien. Daher habe ich noch ein paar Kraft- und Stabilisationsübungen gemacht.