24. Juni 2019 / 01:00 Uhr

Fußballgeschichte(n) der Sport– und Messestadt Leipzig

Fußballgeschichte(n) der Sport– und Messestadt Leipzig

Udo Zagrodnik
SPORTBUZZER-Nutzer
125 Jahre. Vom VfB zum 1. FC Lokomotive Leipzig. Die Geschichte des Ersten Deutschen Meisters Eine Chronik über die wechselvolle Geschichte des Leipziger Traditionsvereins.  USER-BEITRAG
"125 Jahre. Vom VfB zum 1. FC Lokomotive Leipzig. Die Geschichte des Ersten Deutschen Meisters" Eine Chronik über die wechselvolle Geschichte des Leipziger Traditionsvereins.  © Udo Zagrodnik
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Das Buch zur Geschichte des ersten deutschen Fußballmeisters ist im Umlauf und der Autor hat seine ersten Eindrücke zusammengefasst.

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Leipzig. Seit vergangenem Donnerstag (20.06.2019) ist ein neues und druckfrisches Fußballbuch im Umlauf (stark bebildert), das im großen Umfang Leipziger Fußballgeschichte(n) beinhaltet und dokumentiert. Die Autoren sind Thomas Franke, Marko Hofmann und Matthias Löffler.

" Das Werk ist vollbracht: Das Buch vom VfB zur Lokomotive ist erschienen / Probstheidaer Geschichten: Das bisher umfangreichste Buch zum ersten deutschen Fußballmeister ist nun im Fanshop erhältlich.", so mein Bericht hier im https://www.sportbuzzer.de/leipzig/, den unsereins wenige Stunden nach der Veröffentlichung schrieb. Inzwischen sind wenige Tage ins Land gezogen, und etappenweise wurde/wird der Inhalt gedanklich, innerlich verarbeitet. Mein Vater Helmut lobte das Buch insgesamt und zeigte sich bei der Papierqualität beeindruckt. Ja, Seiten ohne Glanz sind sehr vorteilhaft. Und bei ihm wurden Erinnerungen wach an seine aktive Zeit in den 1950er Jahren, Jugendfußball in seiner Heimatstadt Regis–Breitingen und danach für die Herren von Stahl Lippendorf (mit Testspielen gegen die DDR–Nationalelf). Und er erinnerte sich an Reformen, die durch politische Einflüsse kamen. Kurz gesagt: So wurden in den DDR–Bezirken die besten Sportler in die Leistungszentren (Clubs) „delegiert“ und „der große Rest“ kam in die Betriebssportgemeinschaften (BSG´s) hinter denen fortan jeweils ein Trägerbetrieb stand. In der Regel sagte der Name den Industriezweig aus.

Für mich war und ist es interessant zu lesen und aufzunehmen was vor meiner Zeit war, und das Erlebte in Erinnerung zu rufen. Der VfB Leipzig war einst ein Großverein, der mehrere Sportarten beinhaltete und viele Rekorde schrieb. So gibt es Überlieferungen, das im einstigen VfB–Stadion (den heutigen „Bruno“) in Leipzig–Probstheida teils bis zu 70.000 Zuschauer drängten. Auch war es vorgekommen, dass gefälschte Eintrittskarten im Umlauf waren. Als nach dem 2.Weltkrieg der Sport wieder das Laufen erlernte war das in Bruno Plache umbenannte VfB–Stadion (nahe dem Völkerschlachtdenkmal) Leipzigs größte Sportstätte. Sportfeste, die Ankunft der Friedensfahrer (größtes Amateur–Radrennen), Fußballspiele (national und international) und vieles mehr waren massenanziehend. Im Jahre 1956 kam das aus Volkshand neu erbaute Zentralstadion, die „100.000–Mann–Schüssel“, die fortan Austragungsstätte der größten Sportereignisse wurde. Und es kamen Jahre in denen die Politik den Sport neu ordnete (siehe oben mit Club´s und BSG´s), was im Buch (von den Autoren) ausführlich beim Namen genannt wird. In diese Zeit fällt auch der erste internationale Erfolg eines DDR–Teams. Im Mai 1966 wurde von den Probstheidaern der Internationale Fußball–Cup gewonnen. Das war mein Einschulungsjahr zur Zehn–Klassen–Schule. Im hohen Schulalter (den Siebzigern) folgten dann meine Anfänge des Liveerlebens, zusammen mit meinem Bruder Rene´ (sechs Jahre jünger) und weiteren Schulkameraden. Da hatte an Sonnabenden manche Mutter Stress, als nach der Schule innerhalb von zehn Minuten das Mittagessen gegessen wurde. Ursache war einen bestimmten Zug nach Gaschwitz zu erreichen und dann weiterzufahren mit der (herzförmigen) blau–gelben S–Bahn bis Messegelände (heute Denkmal) bzw. Marienbrunn und später war es Connewitz.

Ab dieser Epoche (über die Jahrzehnte) folgten bis ins Heute viele nationale und internationale Begegnungen, auch mit Rekorden die in der Geschichte einmalig sind und wahrscheinlich nie überholt werden können. Von Athen nach Alten, Die Fanszene von Lok Leipzig zwischen Europacup und Kreisklasse (SDV Verlags GmbH): So lautet einer der Buchtitel aus jüngeren Tagen und das zeigt die wechselvolle Geschichte des Vereins. Hier muss man einfügen, dass der DDR–Sport im Bundesdeutschen nicht die Anerkennung bekommen hat, die er verdient hätte. Die Wahrheit ist doch, das alle großen Sportnationen dopten und manche noch heute. Mit der Deutschen Wiedervereinigung und dem reihenweise Schließen von DDR–Betrieben fehlte nun vieler Orte das Geld zum Überleben. Hinzu kamen die Verbandsauflagen zu den Sportstätten ab den mittleren Amateurligen. In den alten Bundesländern war und ist die Herangehensweise eine andere. Bei einigen prominenten Vereinen stehen prominente Politiker bzw. andere mächtige Leute auf dem Plan und besorgen Großsponsoren mit frischem Geld. Doch da ist seit wenigen Jahren ein weiteres Gesamtproblem. Einzelne Vereine europaweit bekommen von den Verbänden immer mehr Prämien, steigern die Transfersummen ins unermessliche und haben Geld im Überfluss was vieler anderer Orte dann fehlt. In der Leipziger Volkszeitung ist man seit kurzem dazu übergegangen auch über über die Schattenseiten der Amateurvereine zu berichten. Gemeint sind Vereine bei denen sprichwörtlich der Schuh drückt und im Unterbau Hilfe dringend nötig ist, damit das Kartenhaus nicht zusammenbricht.

"125 Jahre. Vom VfB zum 1. FC Lokomotive Leipzig. Die Geschichte des Ersten Deutschen Meisters"

Zurück zum eigentlichen Thema, dem Fußballbuch, das beeindruckend ist und die zurückliegenden 125 Jahre ausführlich beleuchtet und dokumentiert, das Ganze auf rund 530 Seiten. In den einzelnen Epochen wird auch an viele Namen erinnert die auf dem Platz und rund rum viel bewegten und die den Fußball am Laufen hielten. Am Schlussteil ist die 125 Jahrfeier im vergangenen Jahr, ein Blick in die Gegenwart, per doppelseitiger Grafik der Block in die Zukunft und es wird an einzelne vergangene Vereinsbücher erinnert. Namensbeispiele: Ehemalige Spieler wie Manfred Kupfer, Wolfram Löwe, Henning Frenzel, Manfred Geißler (aus den Siebzigern) und andere begegnet man noch heute im Bruno auf dem Zuschauerrängen.

Dr. Fritz Fröhlich: Ein Sportsmann beiderseits der Pleiße

In diesem Zusammenhang nimmt sich der Autor die Freiheit Dr. Fritz Fröhlich zu erwähnen. In seiner Heimatstadt Regis–Breitingen erweckte er 1920 den Fußball und die Leichtathletik zum Leben, ist heutig Stadionnamensgeber in der Pleißestadt, in der man im folgenden 2020er Jahr die 100– jährigen Jubiläum vor Augen hat. Zur Geschichte der Leichtathletik kann man beim Verein ein Buch erwerben. Und von Dr. Fritz Fröhlich (1898–1961) muss die Verbindung zur Sport– und Messestadt Leipzig genannt werden. In seiner Jugendzeit studierte er erfolgreich Medizin, machte seinen Doktor und wurde Hausarzt. Er war auch aktiver Leichtathlet in Probstheida beim VfB Leipzig und begeisterte die Jugend für den Sport. Bei der 1936er Olympiade in Berlin war er Ehrengast und Sportler der Pleißestadt fuhren per Fahrrad nach Berlin. Doch schon 1925 hatte ihn ein Schicksalsschlag, eine Lähmung, ereilt und fesselte ihn an den Rollstuhl. Von da an engagierte er sich weiter (bis zu seinem Tod) für den Sport und als Hausarzt. Hervorzuheben ist noch, das er mehrere deutschlandweite Sportfeste auf den damaligen Sportplatz am Regiser Wasserwerk holte, was am neuen Standort (seit 1962) weit über dreißig DDR–offene–Sportfeste wurden.

Und es sei gestattet das der Autor eine eigene Geschichte auffrischt. Am 05./06.August 1922 war die Weihung des VfB–Stadions und es wurde eine Festwoche daraus. Einige Jahrzehnte später, am 06.August 1958 erblickte der Autor dieser Zeilen in Altenburg das Licht der Welt und war fortan Einwohner des nahen Regis–Breitingen, was er noch heute ist, und das Sport– und Heimatverbunden.

Jedes Fußballspiel hat eine Schlußphase und ein Ende.....Und dazu gehören auch Vereinssongs mit Herzblut, die sprichwörtlich unter die Haut gehen: Lokruf - Immer wieder Probstheida - YouTube und DORIAN BLACK - 'Blau und Gelb (Der 1. FC Lok wird niemals ....

Leipzig war einst eine Stadt mit großen Sporttraditionen (in vielen Sportarten) und auch eine Talenteschmiede, zu der auch die Deutsche Hochschule für Körperkultur und Sport (DHfK) genannt werden muß. Zu den großen Sportereignissen gehört auch die Friedensfahrt, die im Bundesdeutschen aus der Landschaft geschoben wurde. Die drei Autoren Thomas Franke, Marko Hofmann und Matthias Löffler (Herausgeber des Buches: 1.FC Lok Leipzig) haben Großes vollbracht, ein Meisterwerk, in dem sie uns der Fußball und mehr sehr anschaulich (von beiden Seiten der Medaille) nachvollziehen lassen. Ein Dankeschön gilt (an dieser Stelle) allen Menschen/Autoren die die Geschichte(n) bewahren, uns nahe bringen und dabei der Wahrheit sehr nahe kommen.

UDO ZAGRODNIK: Infos und Inhalte zum Autor - Sportbuzzer.de, meine Handschrift plus Fotos im Leipziger Sportbuzzer. https://www.lok-leipzig.com/, hier gibt es noch mehr Informationen zum Verein. Und nicht verpassen: Das umfangreiche Buch kann man (für 39,90 Euro) erwerben. Erste Adressen sind der Fanshop in der Schloßgasse b.z.w. auf der Homepage des Vereins, die Leipziger Volkszeitung (https://www.lvz.de/) und auserwählte Buchhandlungen.

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