22. September 2017 / 15:29 Uhr

Fußballkreis Dahme/Fläming: Teamwork am  Krankenbett beim BSC Preußen 07

Fußballkreis Dahme/Fläming: Teamwork am  Krankenbett beim BSC Preußen 07

Lars Sittig
Rührende Aktion: Trainer Michael Rickmann und Nachwuchsspieler des BSC Preußen besuchen ihren Mitspieler Benny am Krankenbett.
Rührende Aktion: Trainer Michael Rickmann und Nachwuchsspieler des BSC Preußen besuchen ihren Mitspieler Benny am Krankenbett. © Privat
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Fußballkreis Dahme/Fläming: Vier E-Jugendteams des BSC Preußen 07  Blankenfelde-Mahlow besuchen ihren verletzten Mitspieler - Trainer stolz auf seine Mannschaft.

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Die Aktion hatte auch Michael Rickmann mit viel Stolz erfüllt, der Jugendtrainer des BSC Preußen Blankenfelde-Mahlow machte aus seiner Rührung kein Geheimnis. „Ich finde wahnsinnig toll, was meine Kindermannschaft, das E-Juniorenteam des BSC 07, gemacht hat“, sagte der langjährige Coach, als der spontane Besuch ihres verletzten Mitspielers Benny im Krankenhaus beendet worden war. Der Jugendkicker befindet sich inzwischen wieder auf dem Weg der Besserung – in den Tagen nach dem Unfall aber mussten viele bange Momente überstanden werden.

Am vergangenen Wochenende hatte sich Benny in einem Punktspiel gegen den SV Siethen schwer verletzt. Der Jugendspieler, der bereits als Bambini beim BSC Preußen 07 mit dem Fußballspielen begonnen hatte und ein großer Fußballfan ist, kollidierte in einem Zweikampf so heftig mit dem gegnerischen Torwart, dass er sich einen schweren und komplizierten Bruch zuzog. „Zunächst wurde Benny mit dem Krankenwagen unter schweren Schmerzen nach Ludwigsfelde gebracht“, berichtet Trainer Rickmann, „dort konnte er nicht versorgt werden und so wurde er sogleich in die Kinderklinik nach Potsdam verlegt.“

​Dienstagstraining auf Wunsch der Nachwuchskicker abgesagt

Noch am selben Tag folgten zwei Operationen und beim BSC Preußen banges Warten. Dann die Entwarnung: „Zwei Tage nach dem Unfall konnte Benny schon wieder lachen“, sagt Rickmann erleichtert, „auch wenn die Schmerzen nicht gänzlich verflogen waren und der Schock noch tief in ihm steckte.“

E-Junioren des BSC Preußen 07 Blankenfelde-Mahlow beim Krankenbesuch.
E-Junioren des BSC Preußen 07 Blankenfelde-Mahlow beim Krankenbesuch. © Privat
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Auch die riesige Unterstützung seiner Mannschaftskameraden und der Fußballfamilie der gesamten Region hatten dem Nachwuchsakteur geholfen: „Zahlreiche Anrufe und nicht endende Genesungswünsche – auch aus anderen Vereinen, die unseren Benny von zahlreichen Fußball-Feriencamps kennen – erreichten die Eltern. Sie waren von der Anteilnahme völlig überwältigt“, berichtet Rickmann.

700. Tor des Teams durch Benny

Und: Die vier E-Junioren-Mannschaften des BSC beschlossen spontan und auf eigenen Wunsch, ihr Dienstagstraining abzusagen und stattdessen in Vereinsbussen zu einem Krankenbesuch aufzubrechen. „Und so machten sich gut 50 Kinder und Betreuer auf den Weg an das Krankenbett von Benny“, schildert Rickmann, „im Gepäck befanden sich viele Präsente. Es wurde gebastelt und gemalt, ein Trikot mit der Nummer 8 von Benny signiert und Geschenke organisiert.“ Ein unglaublicher Randaspekt: „Eigentlich sollte Benny an diesem Trainingstag für das 700. Tor des Teams – die Mannschaft besteht in dieser Konstellation bereits seit der Saison 2014/2015 und alle Tore wurden seitdem gezählt – geehrt werden“, so Rickmann, „die Ehrung wurde eben in das Krankenhaus nach Potsdam verlegt.“

Noch ein Gruppenfoto vor dem Krankenhaus: Die E-Junioren-Kicker des BSC Preußen 07.
Noch ein Gruppenfoto vor dem Krankenhaus: Die E-Junioren-Kicker des BSC Preußen 07. © Privat

Ein Unfall, der die Sicht auf die Dinge verändert hat, auch beim langjährigen Coach der Preußen: „Das zeigt einmal mehr, wie unwichtig Tore oder Siege sind. Erfolg und Niederlage rücken in den Hintergrund, ist doch die Gesundheit unserer Jungs das höchste Gut. Ich war selbst als langjähriger Jugendtrainer schwer geschockt, umso mehr freut mich die große Anteilnahme der Elternschaft und der Teamkameraden.“ Die Reaktion zeige, wie viel Sozialverhalten die Kinder im Alter von 9 bis 10 Jahren bereits entwickelt haben. „Ich bin stolz auf meinen tapferen Benny und noch stolzer auf meine Jungs, die ein fantastisches Sozialverhalten zeigen. So etwas nenne ich wirklich ein Team.“

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