15. März 2020 / 17:08 Uhr

Fußballkreis Havelland erwartet Pause mindestens bis Ostern

Fußballkreis Havelland erwartet Pause mindestens bis Ostern

Axel Eifert
Märkische Allgemeine Zeitung
In der Brandenburgliga waren die Falkenseer Kicker in den letzten Spielen vor der Corona-Unterbrechung im Aufwind. Würde die Saison nach der aktuellen Tabelle oder nach der Hinrunde gewertet, müssten sie das erste Mal aus der Liga absteigen.
In der Brandenburgliga waren die Falkenseer Kicker in den letzten Spielen vor der Corona-Unterbrechung im Aufwind. Würde die Saison nach der aktuellen Tabelle oder nach der Hinrunde gewertet, müssten sie das erste Mal aus der Liga absteigen. © Tanja M. Marotzke
Anzeige

Verantwortliche glauben nicht an schnellere Beruhigung der Lage - Verschiedene Szenarien um Auf- und Abstieg denkbar.

Anzeige
Anzeige

Im Fußballkreis Havelland ruht derzeit in allen Spielklassen der Ball. Der Spielbetrieb bei den Männern, Junioren, Frauen, Juniorinnen, Senioren und in den Freizeitligen ist erst einmal bis zum nächsten Wochenende (22. März) ausgesetzt. Das gilt fast allerorten auch für den Trainingsbetrieb in den Vereinen. Die Ausschüsse und Ausbilder haben ihre Tätigkeit ebenfalls eingestellt.

Ein Ende dieser Ruhephase sei gegenwärtig nicht abzusehen, heißt es in einer am Wochenende veröffentlichten Information des Fußballkreises Havelland. „Wir gehen für unseren Kreis davon aus, das mindestens bis Ostern kein Spielbetrieb mehr stattfindet. Sollte sich die Lage eher beruhigen, umso besser. Wir glauben aber nicht daran“, wird in der Erklärung weiter geschrieben.

Mehr aktuelle News zum Thema

Über Wertungen, Ansetzungen und gegebenenfalls andere Spielmodelle hätten sich die Verantwortlichen im Fußballkreis aktuell noch keine Gedanken gemacht, heißt es weiter. Irgendwelche Spekulationen seien jetzt nicht hilfreich. „Die Vereine vor Ort müssen nun viele Probleme lösen. Dafür wünschen wir allen die notwendige Ruhe und Gelassenheit und das richtige Wort zur rechten Zeit.“ Der Fußballkreis werde sich melden, wenn es etwas Neues gibt.

Natürlich wollen die Funktionäre, Trainer, Spieler und auch Fans der Vereine wissen, ob und wie es nach der zunächst auf zwei Wochenenden begrenzten Zwangspause auf Landes- und Kreisebene weitergehen kann. Besonders groß ist das Interesse natürlich bei denjenigen, die sich gute Chancen auf den Aufstieg in eine höhere Spielklasse ausrechnen können, und auch bei denen, die aktuell in den Kampf um den Klassenerhalt verwickelt sind.

Viele offene Fragen bei den Osthavelland-Vereinen

Aus dem Osthavelland sind beispielsweise der SV Falkensee-Finkenkrug in der Brandenburgliga, Grün-Weiss Brieselang in der Landesliga Nord und Eintracht Falkensee in der Landesklasse nach Kräften bemüht, den Abstieg aus ihren Spielklassen zu vermeiden. Im Fußballkreis steht Blau-Gelb Falkensee in der Kreisoberliga noch ohne Niederlage in dieser Saison an der Spitze der Tabelle und möchte gern den Aufstieg in die Landesklasse schaffen. Das Ziel, eine Klasse höher zu kommen, haben auch der SV Falkensee-Finkenkrug II in der 1. Kreisklasse und Grün-Weiss Brieselang II in der 2. Kreisklasse. Die Verantwortlichen in diesen Vereinen möchten schon gern wissen, wie mit ihren Mannschaften verfahren wird, wenn die Saison aus Termingründen nicht zu Ende gespielt werden kann.

Verbindliche Aussagen von den dafür zuständigen Gremien gibt es noch nicht. Noch weiß ja keiner, wie lange die Zwangspause am Ende wirklich gehen wird. Gedankenspiele zu Auf- und Abstiegsfragen gibt es einige. Sie sind zum Teil schon in die Öffentlichkeit getragen worden, obwohl sie erst noch an den entsprechenden Stellen diskutiert werden müssen.

Einige Gedankenspiele schon veröffentlicht


Eine Variante wäre es, der Spielbetrieb wird so lange ausgesetzt, bis sich die Corona-Krise beruhigt hat. Dann werden alle ausgefallenen Spiele nachgeholt. Die Rahmenpläne der nächsten Saison müssten dann angepasst werden. Eine weitere Möglichkeit wäre es, die Saison wird abgebrochen und die aktuelle Tabelle (oder die nach Abschluss der Hinrunde) wird zur Entscheidungsgrundlage genommen. In diesem Fall würden sich sicherlich viele Mannschaften im Kampf um Meisterschaft oder Klassenerhalt benachteiligt fühlen.

Denkbar wäre auch, dass bei einem Saisonabbruch Mannschaften, die nach aktuellem Stand die Aufstiegsplätze einnehmen, in die höhere Liga rücken. Es gibt keine Absteiger, die Anzahl der Mannschaften in den Staffeln wird entsprechend erhöht. Oder die Saison wird abgebrochen und alle Spiele werden annulliert. Die neue Saison beginnt dann mit der gleichen Staffelzusammensetzung wie 2019/2020. Es gibt keine Auf- und Absteiger. Problem wäre es dann, dass die besten Mannschaften um ihren Lohn gebracht würden. Denkbar wäre es aber auch, dass nach einem Saisonabbruch die Entscheidung über Auf- und Abstieg in Relegationsturnieren fällt.