23. April 2021 / 15:19 Uhr

Fußballkreis Havelland: Offener Brief und Aufstiegshoffnungen bei einigen Vereinen

Fußballkreis Havelland: Offener Brief und Aufstiegshoffnungen bei einigen Vereinen

Mirko Jablonowski
Märkische Allgemeine Zeitung
Spiel um Platz 3: Fußballkreis Havelland - Fußballkreis Dahme/Fläming 3:1. Tore: 0:1 Christopher Henkel (14.), 1:1 Yavuz Cakmak (24.), 2:1 Dennis Muth (27.), 3:1 Kevin Lösch (40.).
Symbolbild. © Benjamin Feller
Anzeige

Fußballkreis Havelland: Ende März hatte der Fußball-Landesverband Brandenburg die Saison 2020/21 abgebrochen, die acht Fußballkreise schlossen sich dieser Entscheidung an. Offiziell gibt es bis auf den MSV Neuruppin als Quotientenerster der Brandenburgliga weder Auf- noch Absteiger. Dennoch spekulieren einige Mannschaft darauf, in der kommenden Saison eine Liga höher an den Start gehen zu können.

Anzeige

Mit dem Ende März verkündeten Saisonabbruch durch den Fußball-Landesverband Brandenburg (FLB) wurde coronabedingt die zweite Spielzeit in Folge nicht regulär zu Ende gespielt. Anders als 2019/20 hatte sich der FLB dieses Mal dazu entschieden, die Aufstiegsregelung komplett auszusetzen, nachdem es in der Vorsaison zumindest Aufsteiger gab. Einzige Ausnahme bildet dabei der MSV Neuruppin, der nach der Anwendung der Quotientenregelung als Tabellenerster der Brandenburgliga aufsteigt und zukünftig in der Oberliga agiert.

Anzeige

Im Fußballkreis Havelland, der sich wie die anderen sieben Großkreise der Entscheidung des Landesverbandes anschloss, war der Frust nach der getroffenen Entscheidung vor allem bei den Teams groß, die bis Ende Oktober 2020 fleißig punkteten und vom Aufstieg träumten. Zu diesen Mannschaften zählt auch der SV Viktoria Potsdam. Der liegt nach acht absolvierten Spielen auf dem zweiten Platz der 1. Kreisklasse A, der am Ende einer regulären Spielzeit zum Aufstieg in die Kreisliga berechtigen würde. Darauf hoffen die von Sven Thoß trainierten Kicker trotz des FLB-Beschlusses noch immer und wandten sich in Person des Vereinsvorsitzenden Dieter Gohlke mit einem offenen Brief an den Fußballkreis Havelland.

In BIldern: Das sind die Torfabriken des Fußballkreises Havelland 2020/21.

Das sind die Torfabriken des Fußballkreises Havelland 2020/21. Zur Galerie
Das sind die Torfabriken des Fußballkreises Havelland 2020/21. ©

In diesem macht sich der Verein dafür stark, dass durch die „ Bildung einer Abschlusstabelle nach der aus dem letzten Jahr bekannten Quotienten-Regel aufstiegsberechtigte Mannschaften“ bei Interesse aufsteigen sollten. Je nach Meldung zu den einzelnen Staffeln könnte man - auch ohne Teams nach den wenigen absolvierten Spielen absteigen lassen zu müssen - die Kreisoberliga auf 18 und die Kreisligen auf 16 beziehungsweise 17 Teams aufstocken. Am Beispiel der 1. Kreisklasse A würde so zum Beispiel neben Viktoria Potsdam auch die zweite Mannschaft des TSV Chemie Premnitz in die Kreisliga aufsteigen. Aus dieser wären der SV Hohennauen und der SV Falkensee-Finkenkrug II mögliche Aufsteiger in die Kreisoberliga. „Wir denken, unser Vorschlag bietet die Möglichkeit, Mannschaften mit einem Aufstieg zu belohnen, die sich unter schwierigsten Bedingungen sportlich haben empfehlen können, ohne dabei andere Mannschaften zu benachteiligen“, wirbt Viktoria Potsdam für seinen Vorschlag, der dem Fußballkreis bekannt ist.

„Das Schreiben ist bei uns eingegangen“, bestätigt der Spielausschussvorsitzende Hartmut Domagala. „Erstmal sind wir über jeden Hinweis dankbar und zusammen mit den Vereinen dazu da, Lösungen zu finden und nicht nur zu sagen, was alles nicht geht.“ Die zweite Premnitzer Mannschaft habe ihren Aufstiegswunsch in einer Mail an den Fußballkreis ebenfalls geäußert. Kreisligist Blau-Weiß Beelitz um Trainer André Kather warb dafür, die aktuellen Staffeln beizubehalten, die bisherigen Ergebnisse nicht verfallen zu lassen und diese mit in die nächste Spielzeit zu übernehmen. „Man würde also die Saison 2020/21 auf die Saison 2021/22 ausweiten und nicht die bisher erspielten Ergebnisse ,wegschmeißen’“, heißt es von Beelitzer Seite.

Hartmut Domagala will erst einmal die Meldungen der Mannschaften zum 1. Juni abwarten und dann gucken, welche Möglichkeiten der Staffeleinteilungen sich in der Praxis ergeben. Wenn beispielsweise Mannschaften aus der Kreisoberliga abmelden würden, könnten aufstiegswillige Teams aus der Kreisliga nachrücken. „Wir müssen dann bestmöglich und flexibel auf die Situation reagieren“, sagt er und verweist auf das Beispiel aus dem vergangenen Sommer, als Juventas Crew Alpha sein Kreisoberliga-Team sogar erst Anfang August zurückzog und Blau-Weiß Damsdorf den frei gewordenen Platz in der höchsten Spielklasse des Kreises einnehmen konnte.