04. Juni 2021 / 18:41 Uhr

Fußballkreis Prignitz/Ruppin: Cup-Teilnahme ist freiwillig

Fußballkreis Prignitz/Ruppin: Cup-Teilnahme ist freiwillig

Marius Böttcher
Märkische Allgemeine Zeitung
Mike Schläger hofft, dass der Spielbetrieb in der Region weiterläuft.
Mike Schläger hofft, dass der Spielbetrieb in der Region weiterläuft. © Marius Böttcher
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Der nordwestlich in der Mark gelegene Fußballkreis will den Pokalwettbewerb 2020/21 fortsetzen – Stahl Wittstock schickt zur neuen Saison eine Reserve in den Spielbetrieb.

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Es kommt Arbeit auf den Vorstand und die Gremien des Fußballkreises Prignitz/Ruppin (FKPR) zu – der Ablauf der Meldefrist hat den Startschuss für das Rotieren hinter den Kulissen gegeben. Erneut kommen die Verantwortlichen ihren Vereinen aber entgegen: Vom 1. Juni als Stichtag, wie er im DFBnet vorgegeben ist, weicht der nordwestlich in der Mark gelegene Fußballkreis ab. „In puncto Spielklassenwechsel gewähren wir wieder bis zum 30. Juni Zeit. Die Erfahrung der letzten Jahre hat gezeigt, dass sich auch nach dem 1. Juni noch viel bewegt, Spieler sich für einen Wechsel entscheiden und die Vereine dann doch eine Etage tiefer antreten wollen“, erklärt Mike Schläger, Vorsitzender des FKPR, auf SPORTBUZZER-Nachfrage.

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Für den hiesigen Fußballkreis sei dies „gut zu händeln“. Zwar sei man flächenmäßig keine kleine Region, im Vergleich zu Oberhavel/Barnim oder dem Havelland aber mit deutlich weniger Mannschaften im Spielbetrieb aktiv. „Bis vor ein paar Jahren mussten wir die Staffeln immer noch mal ummodeln, so gehen wir diesem Szenario aus dem Weg“, betont Schläger. Man ist gewillt, die höchste Kreisspielklasse, die Kreisoberliga, mit 14 Teams an den Start zu bekommen. „Diese Staffelstärke ist ideal, das werden auch die Verantwortlichen im Nachbarkreis Oberhavel sehen, die ja unbedingt auf 16 Teams aufstocken wollen“, betont der 52-Jährige.

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Die MSV-Reserve, mit einem halben Dutzend Kickern aus der Brandenburgliga-Mannschaft verstärkt, bezwingt den Neu-Landesligisten mit 3:1 (1:1). Tim Kleeßen, Leon Schiermeyer und Rafael Conrado Prudente erzielten vor 754 Zuschauern die Tore für den Gastgeber, den zwischenzeitlichen Ausgleich besorgte Jan-Paul Platte. Zur Galerie
Die MSV-Reserve, mit einem halben Dutzend Kickern aus der Brandenburgliga-Mannschaft verstärkt, bezwingt den Neu-Landesligisten mit 3:1 (1:1). Tim Kleeßen, Leon Schiermeyer und Rafael Conrado Prudente erzielten vor 754 Zuschauern die Tore für den Gastgeber, den zwischenzeitlichen Ausgleich besorgte Jan-Paul Platte. © Marius Böttcher

Froh ist der FKPR-Vorstand, dass es trotz der Corona-Pandemie keine Abmeldungen gab. Entgegen der Entwicklungen in der jüngeren Vergangenheit freute man sich sogar über eine Neuanmeldung: Stahl Wittstock wird ab der Saison 2021/22 eine zweite Mannschaft ins Rennen schicken. Offen ist noch, ob der PSV Röbel in der Altherren-Kreisklasse B kicken darf. „Der Verein hat einen Antrag gestellt“, informiert Schläger, „der Spielausschuss hat nichts dagegen, wir befragen aber aktuell die Vereine und warten deren Rückmeldungen ab“.



Ursprünglich hatte auch der SV Stüdenitz mit einer zweiten Herrenmannschaft geliebäugelt, musste jene Pläne aber über Bord werfen, wie Trainer André Ehlert auf Nachfrage bestätigte: „Von der Anzahl der Spieler her wäre es möglich gewesen. Aber da ich mich nicht auch noch darum kümmern kann und wir keinen neuen Trainer gefunden haben, blieb uns keine andere Wahl. Letzte Woche hatten wir Spielersitzung, da wurde es mitgeteilt.“ Mit der Reserve des SV Rhinow/Großderschau bleibt auch ein „Grenzgänger“ im FKPR. In der Frauen-Kreisliga verschwindet dagegen der FSV Havelberg. Die Sachsen-Anhaltinerinnen werden im nächsten Spieljahr keine Mannschaft mehr aufbieten können“, erklärte Staffelleiterin Marlene Knoll.

Pokalpartien im Juli

Eine klare Haltung vertritt der Fußballkreis auch in Sachen Pokalwettbewerbe der Saison 2020/21 – diese sollen bei den Herren, den Altherren (Ü35), den Alt-Senioren (Ü50) und den Frauen zu Ende gespielt werden. „Natürlich geht das nur, wenn die Mannschaften auch wollen, die Teilnahme ist freiwillig“, sagt Mike Schläger. Die erste Resonanz fällt positiv aus, viele Teams haben ihre Zusage gegeben. Wer nicht teilnehmen möchte, soll dem FKPR bis zum 13. Juni eine Rückmeldung per DFBnet-Postfach geben.

Um den Teams eine gewisse Vorbereitungszeit zu gewährleisten, sind die Spieltermine erst im Juli vorgesehen. Die Viertelfinals sind für das zweite Juli-Wochenende geplant, eine Woche später findet die Vorschlussrunde statt. Wiederum eine Woche später sollen die Endspiele der Oldies (Ü35 und Ü50) sowie der Frauen stattfinden. Ende Juli werden dann die Gewinner im Oberen und Unteren Pokal der Herren ausgespielt. „Die Finalorte richten sich dann nach den Teilnehmern, da schauen wir, dass es geografisch Sinn ergibt“, so Schläger. Da macht sich der Prignitz/Ruppin-Vorsitzende aber keine Sorgen: „Wir haben überall im Kreis tolle Sportanlagen.“

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Eine Anekdote, die ihn schmunzeln ließ, gab Mike Schläger noch zu Protokoll: „Ein Teilnehmer des Oberen Pokals hat den Antrag gestellt, dass man im Landespokal an den Start gehen würde, wenn der Kreispokal nicht ausgespielt werden kann.“ Beachtung muss man der Anfrage aber nicht mehr schenken – der Kampf um den freien Platz im FLB-Cup findet auf dem grünen Rasen statt.