19. März 2020 / 16:14 Uhr

Fußballlehrer-Prüfungen abgesagt: Darum kann VfL-Coach Ziehl trotzdem höherklassig arbeiten

Fußballlehrer-Prüfungen abgesagt: Darum kann VfL-Coach Ziehl trotzdem höherklassig arbeiten

Marcel Westermann
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Ziehl
Fußballlehrer-Prüfungen abgesagt: VfL-Trainer Rüdiger Ziehl (l.) muss sich gedulden.
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Das grassierende Coronavirus beeinflusst auch die Fußball-Regionalliga: Der VfL Wolfsburg II hat mindestens bis zum 19. April Spielpause, der Trainingsbetrieb ruht. Aber nicht nur für die Mannschaft, auch für Trainer Rüdiger Ziehl hat die Pandemie Auswirkungen – eigentlich hätte der 42-Jährige in diesen Tagen seine schriftlichen Fußballlehrer-Prüfungen abgelegt.

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Doch daraus wird nichts. „Am Donnerstag wurde alles bis Ostern abgesagt“, berichtet Ziehl, der bis Dienstag noch an zwei Hausarbeiten gesessen hatte. Aber was bedeuten die abgesagten Prüfungen für die Zukunft des Coaches? VfL und Trainer werden über den Sommer hinaus nicht weiter zusammenarbeiten, das hatte der Klub Ende Januar bekannt gegeben. Ziehl muss sich einen neuen Verein suchen, bleibt aber entspannt: „Es ist zwar schwierig zu planen, aber sobald man in dem Kurs drin ist, darf man höherklassig trainieren. Die Abschlussprüfung ist kein Kriterium.“

So ist es derzeit auch bei den Zweitligisten Holstein Kiel, wo Ole Werner aus der U23 zu den Profis befördert worden war, und beim Karlsruher SC, bei dem Christian Eichner den Sprung vom Co-Trainer zum Chefcoach gemeistert hat. Beide legen derzeit ebenfalls ihre Fußballlehrer-Prüfungen ab.

Regionalliga: VfL Wolfsburg II - VfB Lübeck

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Regionalliga: VfL Wolfsburg II - VfB Lübeck © Roland Hermstein

Diese Saison beendet Ziehl jedenfalls noch mit dem VfL II. Aber wie es in Zeiten von Corona weitergeht, weiß auch er nicht. „Die Idee war, dass wir am Montag zusammen mit den Profis wieder trainieren, aber ob es dazu kommt, wird man die kommenden Tage sehen“, so der Coach, dessen Mannschaft es bislang gut geht. „Ich habe nicht jeden Tag Kontakt zu den Spielern, aber es ist selbstverständlich, dass sich jemand meldet, wenn es ihm schlecht geht.“

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Und wie nutzt der Coach jetzt die fußballfreie Zeit? Vor allem mit der Familie. „Ich war laufen und wir waren mit den Kindern Fahrrad fahren. Solange wir dürfen, werden wir rausgehen, aber Menschenmassen meiden“, sagt Ziehl und ergänzt: „Man muss abwarten – das gilt für jeden Einzelnen.“

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