27. März 2020 / 07:45 Uhr

Geduld gefordert: Zimmermann und Cherundolo müssen auf ihren Fußballlehrer warten

Geduld gefordert: Zimmermann und Cherundolo müssen auf ihren Fußballlehrer warten

Christoph Hage
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Jan Zimmermann (links) und Steven Cherundolo müssen sich noch ein wenig in Geduld üben, ehe sie die Prüfung zum Fußballlehrer ablegen können.
Jan Zimmermann (links) und Steven Cherundolo müssen sich noch ein wenig in Geduld üben, ehe sie die Prüfung zum Fußballlehrer ablegen können. © Florian Petrow/imago images/Sportfoto Rudel
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Jan Zimmermann und Steven Cherundolo sind in der Region bestens bekannt - und werden immer mal wieder mit einem Job bei Hannover 96 in Verbindung gebracht. Beide sind im aktuellen Fußballlehrer-Lehrgang eingeschrieben, doch durch die Corona-Pandemie ist der zurzeit auf Eis gelegt.

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In einer Fahrgemeinschaft haben sich Steven Cherundolo, Jan Zimmermann und Rüdiger Ziehl (VfL Wolfsburg II) unzählige Male über die A2 auf den Weg in die Hennes-Weisweiler-Akademie nach Hennef gemacht. Haben gelacht, gefachsimpelt, daheim unzählige Stunden gebüffelt und Mitte März ihre Hausarbeiten abgegeben. In wenigen Wochen hätte das Trio seine Prüfungen abgelegt. Dann hätte es drei Übungsleiter in Deutschland mehr mit dem höchstmöglichen Trainerschein gegeben, also etwa 950.

Lehrgang liegt auf Eis

Die Corona-Pandemie hat jedoch dafür gesorgt, dass aus der Zukunftsform ein Konjunktiv geworden ist. Der 66. Fußballlehrer-Lehrgang des Deutschen Fußball-Bundes liegt auf Eis

Den Fußball an sich, ihre Vereine, den Lehrgang und über Hannover 96 könne man ja ohnehin lange sprechen – es habe genug Gesprächsstoff gegeben, sagt Cherundolo. „Wir haben uns gegenseitig entertaint.“ Zuletzt war immer wieder über eine mögliche Rückkehr von Hannovers berühmtestem US-Bürger zu den Roten spekuliert worden.

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Seit seinem Abschied vom VfB Stuttgart Anfang Oktober 2018 konzentrierte sich der Abwehrspieler, der zwischen 1999 und 2014 insgesamt 370 Spiele für 96 absolvierte, auf den Lehrgang, von dem er Kurssprecher ist. Er hospitierte bei der 96-Reserve sowie Borussia Dortmund – und wird nun ausgebremst.

"Gesundheit geht vor"

Abschlussfahrt und -feier sind abgesagt worden. „Mir wäre es lieber gewesen, den Lehrgang unter anderen Umständen zu Ende zu bringen, aber die Gesundheit geht vor“, sagt Cherundolo. „Ich sehe das relativ nüchtern, es gibt jetzt andere Prioritäten.“ Der 41-Jährige hofft, dass er dem Fußball noch lange erhalten bleiben wird, „in welcher Rolle auch immer“.

Auch Zimmermann hat seine Hausarbeit über sein Praktikum bei 96 sowie seine Spielphilosophie bereits abgegeben. „Die meiste Zeit ist man gerne da“, sagt der 40-Jährige. „Die Themen Ernährung und Fitness waren zäh für mich. An einem Mittwochnachmittag ...“ Nach seinen Anfängen beim 1. FC Germania Egestorf/Langreder vor zehn Jahren ist er seit dem 10. Dezember 2018 beim TSV Havelse. Sein Vertrag läuft noch bis 2021.

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„Ich investiere viel Zeit, sehe das schon auch als eine Idee, das als Beruf auszuüben, will mir alle Möglichkeiten offenhalten“, sagt Zimmermann, „und dann schauen wir mal.“ Zuletzt war darüber spekuliert worden, dass der selbstständige Versicherungsmakler die Nachfolge von Christoph Dabrowski bei der 96-Reserve antreten könnte. Auch in diesem Jahr sei schon viel geschrieben worden, sagt Zimmermann. „Ich hätte bestimmte Aufgaben schon machen können, zuerst will ich aber den Fußballlehrer machen.“

Physische Anwesenheit teilweise notwendig

Daniel Niedzkowski, Leiter des Fußballlehrer-Lehrgangs, sagt: „Wir prüfen derzeit die weitere Ausgestaltung. Dabei hilft uns, dass wir seit 2019 den Lehrgang teils auch online durchführen können.“ Für die Trainer sei die Verzögerung „formal unkritisch“, da sie seit Beginn der Ausbildung ohnehin auf „Fußballlehrer-Status“ arbeiten würden. „Für den Start der Prüfungsphase müssen wir uns noch ein wenig in Geduld üben, da hierbei zum Teil die physische Anwesenheit notwendig ist“, so Niedzkowski.

Wann sich das Trio also wieder gemeinsam ins Auto setzen kann, ist unklar. Es wird weitergehen, und das dürfte in diesen Tagen doch für alle Bereiche des Lebens gelten.

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