04. Oktober 2021 / 14:22 Uhr

"Müde und glücklich": Fußballschule von Hannover 96 zu Gast beim SV Prohner Wiek

"Müde und glücklich": Fußballschule von Hannover 96 zu Gast beim SV Prohner Wiek

Horst Schreiber/Niklas Kunkel
Ostsee-Zeitung
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Zweitliga-Feeling für Fußballtalente von der Ostseeküste: Vier Trainer der Fußballschule von Hannover 96 lösten den #GABFAF-Gewinn des Klubs aus Mecklenburg-Vorpommern ein und begeisterten die Kicker mit anspruchsvollem Training.

Diese Aktion ist Teil des Amateurfußball-Bündnisses #GABFAF. Infos auf gabfaf.de.

Luca Funk hatte sich mächtig ins Zeug gelegt. Der Neunjährige wollte beim Trainingscamp von Hannover 96 auffallen und zeigen, was er am Ball kann. "Beim Abschlussturnier können wir uns richtig zeigen", blickte der Kicker des SV Prohner Wiek nach der Vormittagseinheit voller Vorfreude voraus. Wenn er dann ein Angebot für die Kaderschmiede in Hannover bekommt, würde Luca ganz bestimmt nicht nein sagen. "Klar gehe ich nach Hannover! Dann steigen wir auf, gewinnen die Bundesliga und spielen Champions League!" Der Enthusiasmus von Luca und den anderen 44 Kickern, die am Camp des Zweitligisten teilnahmen, war riesig. Der SV Prohner Wiek hatte die einmalige Einheit unter Leitung von vier Trainern der 96-Fußballschule bei einer #GABFAF-Aktion gewonnen.

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"Den Plan von Luca würden wir unterschreiben", sagte Arne Kübek lachend. Kübek ist Leiter der 96-Fußballschule und fuhr mit drei Kollegen und etlichen Toren, Stangen, Hütchen, Leibchen und Bällen von Freitag bis Samstag aus Niedersachsen an die Ostseeküste. Bei Events außerhalb der Hannover-Region geht es Kübek nicht unbedingt ums Scouting, sondern um die "Begeisterung für Fußball", sagt der 28-Jährige und ergänzt augenzwinkernd: "Wenn die Kids hier oben nach dem Camp dann einen zweiten Lieblingsklub neben Hansa Rostock haben - umso besser."

Fotos vom Tagescamp der 96-Fußballschule beim SV Prohner Wiek:

Der SV Prohner Wiek kickt im Tagescamp der Fußballschule von Hannover 96. Zur Galerie
Der SV Prohner Wiek kickt im Tagescamp der Fußballschule von Hannover 96. © Niklas Kunkel

250 bis 350 solcher Tageseinheiten veranstalten Kübek und seine Mitstreiter pro Jahr. Die Prohner Talente haben sich in diversen Spielformen wie Funino, Eins-gegen-Eins und Turnieren gemessen, wurden von den Coaches vor koordinative Aufgaben gestellt und durften bei verschiedenen Stationen wie Speedschießen ihre Werte vergleichen. Die Übungen sind stets nach dem Vier-Phasen-Modell (wahrnehmen, verstehen, entscheiden, ausführen) konzipiert. Der Leitfaden fußt auf der Annahme, dass Fußballer besser in der Wahrnehmung, im Verstehen und in der Entscheidungsfindung geschult werden sollten, weil in diese Phasen die meisten Fehler passieren. "Hoffentlich nehmen sie vor allem den Schwung mit ins eigene Training - das ist nach der Corona-Zeit das Wichtigste", erklärt Kübek und schiebt mit einem Lachen hinterher: "Wenn sie heute Abend müde und glücklich ins Bett fallen, ist für heute alles gut."

"Je besser die Breite trainiert ..."

Vor allem im "96-Revier" arbeitet der Zweitligist eng mit den Amateurvereinen zusammen. Neben der Sichtung von Talenten, die in einer gemeinsame Datenbank erfasst werden, wollen die Profis auch den Übungsleitern der kleinen Vereine helfen. "Unser Ziel ist die Breitensportförderung und der Spaß am Fußball. Je besser die Breite trainiert, desto besser die Sichtung", betont Kübek.

Der Aufwand lohnt sich. 80.000 Kinder sehen Kübek und seine Coaches jedes Jahr. 40 Prozent der aktuellen U15 von Hannover 96 waren einmal bei einem Camp der Fußballschule. Und vielleicht führt der Weg von Luca Funk eines Tages auch von der E1 aus Prohn in die U15 von Hannover 96.

Das Angebot, sich etwas abzugucken, nimmt Tino Dell dankend an. Er war für die Bewerbung bei der #GABFAF-Aktion verantwortlich und zeigte sich begeistert, wie gut die Gäste aus Hannover organisiert waren: "Es läuft sehr professionell und man merkt sofort, dass die Trainer gut geschult sind. Sie erreichen die Jungs und man sieht, wie Kindertraining heutzutage aussehen sollte." Dell war auch froh, dass alle Kinder die Teilnehmen wollten, mitmachen konnten. So stand beim Training je eine Gruppe aus den F-Junioren, der ersten und zweiten E-Junioren und den D-Junioren auf dem Platz.


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