20. Januar 2019 / 21:00 Uhr

Futsal-Kreismeisterschaften: Ahlhorner SV holt sich die Krone

Futsal-Kreismeisterschaften: Ahlhorner SV holt sich die Krone

Ralf Kilian
Weser-Kurier
Hallenkreismeisterschaften in Hatten-Sandkrug
Geplant: 20.01.2019, 10:00 bis 16:30
Hallenkreismeisterschaften in Hatten-Sandkrug Geplant: 20.01.2019, 10:00 bis 16:30 © Ingo Moellers
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Kreisligist setzt sich im Finale nach Sechsmeterschießen gegen den Harpstedter TB durch

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Die Kreisligakicker vom Ahlhorner SV haben sich eine Woche nach dem Erfolg beim Turnier des SV Baris Delmenhorst den Titel bei den zweiten Futsal-Kreismeisterschaften geholt. Im Finale gewann der ASV nach Sechsmeterschießen mit 4:3 (1:1, 1:0) gegen den Harpstedter TB und wurde damit Nachfolger des SV Tur Abdin Delmenhorst. Der Titelverteidiger hatte mit seinem sang- und klanglosen Vorrunden-Aus ein beispielloses Favoritensterben eingeleitet. Oberligist SV Atlas Delmenhorst schloss die Zwischenrunde am Sonntag mit null Punkten ab, im Halbfinale wurden dann mit dem VfL Wildeshausen und dem FC Hude die letzten Clubs eliminiert, die auf Bezirksebene unterwegs sind.

Ein kläglicher Toreschnitt von nur 1,8 Treffern pro Partie spricht allerdings dafür, dass Futsal noch nicht wirklich von allen angenommen wird. „Futsal ist nicht so meins“, sprach Ganderkesees Trainer Stephan Schüttel eine Meinung aus, die viele teilen. Das gilt sowohl für die Spieler, die sich sehr schwer taten, Torchancen herauszuspielen als auch für die Schiedsrichter, deren unterschiedliche Linie vielfach bemängelt wurde. Auch wenn das Turnier wohltuend fair verlief, gab es immer wieder Diskussionen mit den Unparteiischen über Regelfragen und die Bewertung von Zweikämpfen. Stimmung unter den gut 200 Zuschauern kam auch deshalb kaum auf, wobei die Veranstalter der TSG Hatten-Sandkrug einen guten Job machten und diesmal auch der Zeitplan weitgehend eingehalten wurde. Die Überschreitung von fast 30 Minuten gingen auf das Konto der immer wieder aufflammenden Diskussionen.

Diskussionen um Regelauslegung

Trotzdem gab es keinen Zweifel am Verdienst des neuen Titelträgers. Ahlhorns Trainer Servet Zeyrek musste sich vor dem Endspiel zur Arbeit verabschieden, deshalb übernahm sein Co Engin Akcay das Jubeln: „Es standen die beiden besten Mannschaften im Finale, Harpstedt hätte den Sieg genauso verdient gehabt. Aber wir haben über das gesamte Turnier nur zwei Gegentore bekommen und kein Spiel verloren.“ Besonders defensiv ließ der Kreisligist ganz wenig anbrennen, agierte enorm diszipliniert und fuhr brandgefährliche Konter. Torwart Frank Gerdes wurde erst im Sechsmeterschießen des Endspiels richtig gefordert und holte sich den Versuch von Onno Bolling. In der regulären Spielzeit über zweimal zehn Minuten hatte der spätere Sieger durch Bartosz Drozdowski das 1:0 vorgelegt, Jonas Pleus gelang in der zweiten Hälfte der Ausgleich. Im Entscheidungsschießen führte Harpstedt durch Mel Siegenthaler und Pleus zweimal, Ahlhorn glich durch Bassal Ibrahim und Liridon Stublla jeweils aus. Nach Gerdes` Parade gegen Bolling vollstreckte Mirsad Stublla zum Turniersieg. „Normal versenkt Onno mit seinem Pferdeschuss jeden Ball. Insgesamt ist Sechsmeterschießen natürlich Glückssache, ich fand uns spielerisch definitiv besser“, trauerte HTB-Trainer Jörg Peuker dem verpassten Sieg nach.

Atlas scheitert sang- und klanglos

Die Gruppenspiele der Zwischenrunde begannen mit der frühzeitigen Verabschiedung des Oberligisten SV Atlas, der mit einer namhaften Truppe angetreten war. „Diesen Sonntag können wir komplett abhaken, wir haben uns nicht verkauft wie die höchste Mannschaft“, sprach Rouven Heidemann, der den SVA gemeinsam mit Marco Büsing coachte, klare Worte. „Wir haben uns zu viel mit den Schiris beschäftigt. Futsal liegt uns scheinbar nicht“, fügte er hinzu. Dazu kam nach dem Fußbruch von Jannik Vollmer am Sonnabend auch noch ein wahrscheinlich gebrochener Arm bei Marvin Osei. Der gebrauchte Sonntag begann mit einem 0:2 gegen den VfL Wildeshausen, es folgten Pleiten gegen den SV Baris Delmenhorst (1:3), den FC Hude (nach Führung 1:2) und und den TSV Großenkneten (0:1).

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Nicht hochklassig, aber trotzdem dramatisch war der Kampf um die beiden Halbfinalplätze. Der FC Hude errang ungeschlagen Platz eins und profitierte vom 2:0 im Auftaktspiel gegen Baris. Auch Wildeshausen blieb mit acht Zählern ohne Niederlage, musste allerdings im letzten Gruppenspiel gegen Baris bis zur letzten Sekunde zittern, zumal Baris-Trainer Önder Caki den Torwart herausnahm und mit fünf Feldspielern zum Angriff blies. Letztlich blieb es beim 0:0. „Mit sieben Punkten auszuscheiden, ist ärgerlich. Schade, dass wir uns nicht selbst belohnen konnten“, haderte Caki etwas mit der Chancenverwertung. Die Parallelgruppe war von den Namen her etwas schwächer besetzt, brachte am Ende jedoch die Finalisten hervor. Auch das war eine Millimeterentscheidung, weil hinter den ungeschlagenen Ahlhornern (acht Punkte, 5:0 Tore) Harpstedt nur aufgrund des besseren Torverhältnisses vor dem VfL Stenum landete. Im abschließenden Spiel hätte der Bezirksligist gegen Harpstedt ein 3:0 gebraucht, traf aber nur einmal durch Fynn Dohrmann. „Wenn kurz danach der Pfostenschuss von Paul Fuhrken drin gewesen wäre, hätte ich den Torwart herausgenommen und wir hätten vielleicht das dritte Tor gemacht“, meinte Trainer Thomas Baake. „Zudem haben wir gegen Wardenburg 18 Sekunden vor Schluss den Ausgleich kassiert und gegen Ahlhorn zwei späte Kontertore. Wir hätten es locker schaffen können, wenn wir unser ansonsten gutes Spiel bis zum Ende durchgezogen hätten“, ergänzte er.

Ausdrücklich lobte Baake den Gegner aus Harpstedt, der im Halbfinale gegen Hude durch Nils Klaassen ein blitzsauber herausgespieltes 1:0 vorlegte. Nico Faulhaber gelang der Ausgleich und als Magnus Ellermann in der letzten Minute für eine Notbremse Rot sah schwamm der HTB mächtig. Doch insbesondere der überragende Torwart Hendrik Reineberg rettete sein Team ins Sechsmeterschießen, wo Siegenthaler und Pleus mit ihren Treffern kurzen Prozess machten. Reineberg parierte gegen Andy Brinkmann, Torben Hellemann scheiterte am Pfosten. „Wir haben seit langem mal wieder die zweite Runde erreicht, deshalb bin ich voll zufrieden“, bilanzierte Hudes Coach Ralph Buss. Das zweite Semifinale gewann Ahlhorn durch ein Kontertor von Liridon Stublla mit 1:0 gegen Wildeshausen, wobei der Bezirksligist keine echte Tormöglichkeit herausspielte. „Wir haben einfach zu wenig Tore geschossen“, fasste Patrick Meyer, der Wildeshausen betreute, zusammen. Immerhin klappte es im Sechsmeterschießen um Platz drei gegen Hude beim 5:4-Erfolg.

Zudem konnte sich der VfL über zwei Ehrungen freuen. Robin Ramke wurde zum besten Spieler gewählt, Felix Dittrich zum stärksten Torwart. Wobei man sicher keinen Fehler gemacht hätte, stattdessen den in den Finalspielen überragenden Hendrik Reineberg auszuzeichnen. Der Fair-Play-Pokal ging an den FC Hude. Dazu lobte Kreis-Vorsitzender Erich Meemken den Veranstalter der TSG Hatten-Sandkrug, die bei der Vergabe der Futsal-Meisterschaft im Jahre 2020 gute Karten hat.

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